70 Jahre JU Schwaben - Im Gespräch mit Landrat Martin Sailer

Im Jahr 2003 zieht Martin Sailer über die Liste in den Bayerischen Landtag ein.
 
Zwei Augsburg-Ländler im Maximilianeum. Martin Sailer (l.) und Direktabgeordneter Max Strehle (r.) mit dem Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber.

Augsburger Land. Im Jahr 2017 kann die Junge Union Schwaben ihren 70. Geburtstag begehen. Anlässlich dieses Jubiläums blickt die JU auf ihre bewegte Geschichte zurück. Hierzu führt sie Interviews mit ihren ehemaligen Bezirksvorsitzenden. Diesmal wurde Martin Sailer, Landrat des Landkreises Augsburg, vom JU-Kreisvorsitzenden Ludwig Lenzgeiger zum Gespräch gebeten. Martin Sailer war von 2001 bis 2005 Bezirksvorsitzender.

Lieber Herr Landrat Sailer, wann und wie kamen Sie damals zur Jungen Union?
Ich bin 1993 in die JU eingetreten, obwohl ich schon 1987 in die CSU eingetreten war. Hintergrund war, dass die JU-Diedorf keinen Ortsvorsitzenden mehr hatte und die JU wieder aktiviert werden sollte.

Wieso haben Sie sich bei der JU engagiert?
Mir stand die CSU und damit auch die JU als politische Organisation am nächsten. Daher war ein Engagement in der JU naheliegend.

Was war damals gesellschaftlich und politisch anders als heute?
Die Erwartung der Menschen an die Politik und deren Fähigkeiten zur Problemlösung ist enorm gestiegen. Dazu kommt eine unglaubliche mediale Begleitung, in der Sachverhalte und Entwicklungstendenzen kaum mehr gewürdigt werden können.

Was hat die JU Schwaben zu Ihrer Zeit als Vorsitzender bewegt?
Wir haben eine ganze Reihe an Anträgen an die CSU formuliert, haben junge Themen in die Bezirksparteitage gebracht und uns im Bundestagswahlkampf 2002 (mit Edmund Stoiber als Kanzlerkandidat) sowie Landtagswahlkampf 2003 herausragend engagiert. Aber auch der schrittweise Ausbau der Internetpräsenz hat uns sehr beschäftigt.

Und was hat die JU Bayern zu Ihrer Zeit als schwäbischer JU-Chef bewegt?

Von der JU Bayern gingen zahlreiche Initiativen aus. Beispielsweise zur künftigen Rolle des Privatfernsehens, der neuen Medien oder aber auch zu Themen wie der Gentechnik. Heute so aktuell wie damals.

An Sie als erfahrenen JUlern, eine Frage, die die JU in Zeiten vermeintlicher Politikverdrossenheit besonders bewegt. Wie konnten Sie damals junge Menschen für Politik begeistern?
Wir haben auf vielen Feldern versucht, junge Menschen für die JU zu begeistern. Das war nicht immer einfach, aber wir konnten die Mitgliederzahlen halten und sogar leicht ausbauen. Als JU-Schwaben haben wir dafür vor allem die Arbeit in den JU-Kreisverbänden unterstützt, also den direkten Kontakt zu den Menschen.

Was ist Ihre Meinung, wie muss Politik sein, wenn sie sich für die Jugend einsetzen möchte?
Sie muss nachvollziehbar und transparent sein. Und sie muss die Sprache der jungen Menschen sprechen.

Was waren Ihre prägendsten Erlebnisse bei der JU?
Natürlich die ersten Begegnungen mit dem damaligen Finanzminister Dr. Theo Waigel. Er hat uns von Anfang an mit seinen Visionen für unsere Heimat aber auch Europa begeistert. Aber auch der Zusammenhalt innerhalb der JU-Schwaben. Wir hatten ein menschliches Miteinander und aus dieser Zeit sind viele Freundschaften entstanden, die bis heute anhalten.

Was können wir heute von damals lernen?
Dass es sich lohnt, sich in und für die Politik und damit für die Menschen und unsere Region zu engagieren.

Wieso sollten junge Menschen heute zur JU?
Nur wer mitmacht, kann gestalten. Das gilt bis heute. Wir brauchen mehr Mitspieler und weniger Zuschauer in der Politik!

Was bedeutet Ihnen die JU im Blick auf Ihr politisches und persönliches Leben?
Ich habe in meiner Zeit als JUler viele Weggefährten kennengelernt, die – wie ich – den Weg in die Politik gegangen sind. Auf dieses Netzwerk und auf die Kontakte von damals bis hinein in die Landes- und Bundes- und Europapolitik kann ich noch heute zurückgreifen.

Was möchten Sie Ihrer JU mit auf den Weg geben?
Ich gratuliere ihr zum 70. Geburtstag und wünsche ihr für die Zukunft viele engagierte Mitglieder, die mutig zupacken, Themen aufgreifen und Sprachrohr der jungen Generation sind.

Herr Landrat, vielen lieben Dank.
(Ludwig Lenzgeiger)
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