Handwerk und Politik: „Zusammen an einem Strang ziehen“

Die Politik im Gespräch mit dem Handwerk (v.l.: Seniorchef Georg Reitmayer, Kreisrat und Bürgermeister von Bonstetten Anton Gleich, 4. v.l. Carolina Trautner, MdL, 7. v.l. JU-Kreisvorsitzender Ludwig Lenzgeiger, 2. v.r. Juniorchef Christoph Reitmayer)
 
Der ständige Dialog im Mittelpunkt (v.l. Seniorchef Georg Reitmayer, Carolina Trautner MdL, Juniorchef Christoph Reitmayer und JU-Kreisvorsitzender Ludwig Lenzgeiger)

Adelsried. Die neue Veranstaltungsreihe der Jungen Union Augsburg-Land mit dem Titel „Ausbildung schafft Zukunft . Trautner im Betrieb“ tsartete in Adelsried. Hierbei besucht die JU gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Carolina Trautner (CSU) Betriebe aus Handwerk und Mittelstand, um unterschiedliche Problemfelder zu diskutieren. Beim ersten Termin bei der Firma Reitmayer GmbH in Adelsried stand das Thema „Handwerk ohne Nachwuchs?“ auf der Agenda.



„Es ist aus unserer Sicht ungemein wichtig, dass die Politik erfährt und weiß, wo beim Handwerk der Schuh drückt und dass wir in direktem Kontakt mit dem Mittelstand stehen. Nur so können wir Politik mit Bezug zur Wirklichkeit machen und für die Menschen etwas erreichen.“, fasste JU Kreisvorsitzender Ludwig Lenzgeiger das Ziel der neuen JU-Veranstaltungsreihe zusammen.

Er freue sich auch besonders, dass man für den ersten Termin einen echten Bilderbuchbetrieb gewinnen konnte. Die Firma Reitmayer GmbH ist ein Familienunternehmen in mittlerweile zweiter Generation mit acht Beschäftigten, vom Auszubildenden bis hin zum Seniorchef und im Ort tief verwurzelt.
Christoph Reitmayer, Firmenchef, freute sich besonders, dass gerade die junge Politik das Handwerk nicht aus den Augen lasse und dass mit Carolina Trautner nicht nur die Direktabgeordnete im Landtag, sondern auch eine Bildungspolitikerin gekommen sei. Denn ein Problem liege dem Handwerk besonders am Herzen. „Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt und wir können mit immer besserer Technik und ausgezeichnetem Personal hervorragende Arbeit leisten, aber auf der Suche nach Auszubildenden, also den Handwerkern von Morgen, tun wir uns schwer“, so Reitmayer.

Hieraus entwickelte sich ein eingehendes Gespräch zwischen allen Anwesenden, in dem danach gefragt wurde, weshalb eine handwerkliche Ausbildung heute nicht attraktiv zu sein scheint. Aus Sicht der Bildungspolitikerin diagnostizierte Trautner, dass häufig ein unpassendes Bild vom Handwerker in den Köpfen der Menschen vorhanden sei: „Im Gespräch wird oft deutlich, dass viele Menschen das Handwerk unterschätzen. Man verbindet hiermit einfache Arbeiten, die wenig herausfordernd sind und dazu noch schlechte Perspektiven und wenig soziale Anerkennung bieten. Das ist ganz grundsätzlich falsch.“
Zustimmung bekam die Abgeordnete hierzu vom Juniorchef, denn das Vorurteil des „dummen Handwerkers“ habe noch nie gestimmt und nur, wer sich in den Berufen nicht auskenne, könne so etwas behaupten, so Christoph Reitmayer. Etwa im Sanitärbereich wäre heute der Beruf des Anlagemechanikers hoch komplex, man habe mit der Digitalisierung ebenso zu arbeiten wie die technischen Anlage immer anspruchsvoller würden, von den Herausforderungen durch die Nutzung erneuerbarer Energie und von Energieeffizienz ganz zu schweigen. Die Möglichkeiten zur ständigen Weiterbildung wären hierbei ebenso gegeben und böten beste Berufsaussichten, so der Firmenchef.

Der Politik komme also hierbei eine zweifache Aufgabe zu, so Trautner abschließend. „Wir müssen zum einen klar und deutlich immer betonen, dass das Handwerk eine ausgezeichnete Zukunftsperspektive für Schüler, aber auch für Studienabbrecher, darstellt. Dass es eine tragende Stütze unserer Gesellschaft, sowohl wirtschaftlich wie auch sozial, ist und deshalb ein ehrbarer Beruf im wahrsten Sinne des Wortes.“ Ein zweiter Schritt hänge hiermit zusammen, denn „wir müssen in den Schulen dafür Raum bieten, dass sich das Handwerk als attraktiver Arbeitgeber präsentieren kann und hierbei ist vor allem auch das Handwerk selbst gefragt. Dieses solle nicht davor zurückschrecken sich selbstbewusst anzubieten und so junge Menschen für die Vielfalt an Berufen zu begeistern. Die Politik und das Handwerk, wir müssen zusammen an einem Strang ziehen.“

Bei der anschließenden Betriebsführung bot sich den JUlern außerdem die Möglichkeit einen Blick in das Herz eines Handwerkbetriebes zu werfen, der verdeutlichte, wie facettenreich ein Sanitärunternehmen heutzutage sein kann und wie vielschichtig zugleich die Herausforderungen sind, vor denen das Handwerk heute steht.
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2 Kommentare
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Alice Tzinoglou aus Adelsried | 03.03.2017 | 18:59  
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Ludwig Lenzgeiger aus Adelsried | 08.03.2017 | 08:57  
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