JU im Pflegeheim am Lohwald: „Altenpflege, das ist ein wunderschöner Beruf“

Eine passionierte Anwältin der Pflege. Justine Bohn im Gespräch mit der Staatssekretär Johannes Hintersberger im Pflegeheim am Lohwald.
 
Die Junge Union bei der Besichtigung des Pflegeheimes. Für viele ein völlig unbekanntes Terrain.

Augsburg/Neusäß. Gemeinsam möchten die Junge Union Augsburg und die Junge Union Augsburg-Land das soziale Profil der CSU schärfen. Hierzu riefen Ruth Hintersberger, Augsburger Bezirksvorsitzende, und Ludwig Lenzgeiger, Kreisvorsitzender im Landkreis, den Sozialtag ins Leben. Zusammen mit dem Staatssekretär Johannes Hintersberger, dem lokalen Landtagsabgeordneten, besucht die JU soziale Einrichtungen und kommt mit Verantwortlichen über Probleme und Realitäten ins Gespräch.

Die Baugerüste am Pflegeheim am Lohwald in Neusäß sind noch nicht ganz abgebaut und doch ist die Pflegeeinrichtung für Demenzkranke, die insgesamt 90 Plätze beherbergt, bereits ausgebucht. Es stehen sogar rund 30 Namen auf der Warteliste für einen Betreuungsplatz, wie die Leiterin der Einrichtung der Diakonie, Justine Bohn, dem CSU-Nachwuchs und Staatssekretär Johannes Hintersberger mitteilen kann.

Wachstumbranche Pflege

„Unsere Einrichtung stößt auf eine enorme Nachfrage. Das führen wir zum einen auf die intelligente Bauplanung der Stadt zurück, denn wir sind in direkter Nachbarschaft zum betreuten Wohnen. Dort entscheiden sich viele, wenn es nicht mehr geht, zu uns in die Plfege zu kommen, wo sie bereits Bekanntschaften aus gemeinsamen Veranstaltungen haben.“, so Bohn, die bevor sie in die Leitung ging, lange Jahre als Altenpflegerin tätig war. Zum anderen, erläutert Bohn weiter, sei aber sicherlich auch ein genereller Trends in der Gesellschaft von Bedeutung, denn dadurch, dass die Bevölkerung zunehmend älter werde, steige natürlich auch der Bedarf an Pflegeplätzen.
Diesen Trends kann Johannes Hintersberger, Staatssekretär im Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, aus seiner täglichen Arbeit heraus bestätigen. Es gebe eindeutig die Entwicklung hin zum gestiegenen Pflegebedarf, weil auch zahlreiche Menschen ihre Vorbehalte gegen Pflegeheime abbauten, so der Fachpolitiker. „Angesichts einer solchen gesamtgesellschaftlichen Verschiebung, ist das in der vergangenen Legislaturperiode verabschiedete Pflegesträkungsgesetz ein Meilenstein gewesen. Denn gerade an Demenz Erkrankten wird so der Zugang zu einer Vielzahl neuer Leistungen ermöglicht und das Verständnis dieser Krankheit sei dadurch auf einem neuen Niveau angekommen.“, betont Hintersberger im Hinblick auf die Situation in Neusäß.

Altenpflege als solides und erfüllendes Berufsfeld

Dass eine gute Pflege nicht allein von der Gesetzgebung, sondern auch vom öffentlichen Ansehen und von den Pflegekräften selbst abhängt, ist Justine Bohn eine Herzensangelegenheit. „Wir müssen uns abgewöhnen, mit dem Beruf und der Tätigkeit des Altenpflegers automatisch negative Assoziationen zu verbinden. Im Gegenteil, die Altenpflege, das ist ein wunderschöner Beruf. Er bietet ebenso solide, gut bezahlte und langfristige Beschäftigungschancen wie er innerlich erfüllend ist.“, stellt die passionierte Pflegerin dar. „Sie glauben gar nicht, wie viel man von den alten Menschen mitnimmt, wie weise sie sind, was man lernen kann. Ich würde nirgendwo anders arbeiten wollen.“, plädiert Bohn für den Berufsstand. Ausdrücklich heiße sie jeden für ein Praktikum willkommen, der sich einmal diese Profession ansehen wolle und das Pflegeheim stehe für jeden und jede Interessierte offen.

Neues Denken über und vom Pflegeberuf


„Wir müssen uns abgewöhnen beim Gedanken an die Pflege stets die Bilder aus dem Fernsehen von schlimmen Zuständen in Heimen im Kopf zu haben. Natürlich gibt es in diesem Bereich schwarze Schafe, aber dagegen muss immer auch das Bewusstsein bestehen, dass es nicht nur Problemfälle, sondern eine Vielzahl an herausragend guten Einrichtungen gibt, wie etwa die in Neusäß. Hier wird den Menschen mit Respekt und Liebe begegnet.“, fasst Ludwig Lenzgeiger, JU-Vorsitzender im Landkreis, die Eindrücke der Besichtigung zusammen.
Es muss das Ziel der Jungen Union sein, den Pflegeberuf mehr Ansehen zuteil werden zu lassen, damit er wieder eine Option für einen größeren Teil der Bevölkerung werden kann. Hier könne der Gesetzgeber nur steuernd eingreifen, nicht aber gestaltend, das sei die Aufgabe der Allgemeinheit, die durch den Abbau von Berührungsängsten und die Wertschätzung der Arbeit am Menschen, eine positives Bild erzeugen könne, regt Ruth Hintersberger, JU-Berzirksvorsitzende, an.
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