Landesversammlung der JU: Glaubwürdigkeit durch Inhalte und Personen

Die Delegation der JU Augsburg-Land mit dem JU-Kreisvorsitzenden Ludwig Lenzgeiger (1. v.l.), seinen Stellvertretern Kathrin Salzmann (3. v.r.), Jonas Deuringer (2. v.r.) und Claudio Ortolf (Mitte) sowie der Schatzmeisterin Lisa Lamprecht (r.) und CSU-Bezirksschriftführerin Ines Dollinger (3. v.l.) mit dem Landesvorsitzenden Dr. Hans Reichhart (2. v.l.). (Es fehlt JU-Kreisrat Matthias Neff.)
 
Das mediale Interesse an der Versammlung war immens: JU-Kreisvorsitzender Ludwig Lenzgeiger (3. v.l.) äußert sich zu dem Verlauf der Versammlung gegenüber der Presse.

Erlangen. Die Landesversammlung der Jungen Union Bayern in Erlangen sorgte für große mediale Aufmerksamkeit. Auch mehrere Delegierte aus dem Augsburger Land waren zum Treffen der Parteijugend nach Franken gefahren und wirkten aktiv bei der inhaltlichen Debatte mit.

„Ein kleiner Passus hat alles überschattet“, fasst JU-Kreisvorsitzender Ludwig Lenzgeiger die Reaktionen auf das vergangene Wochenende zusammen. „Das herausragende Ergebnis unseres Landesvorsitzenden Dr. Reichhart mit rund 97% kam ebenso kaum zur Sprache wie die vielen inhaltlichen Positionierungen, die wir beschlossen haben.“, so der Adelsrieder weiter.
Es müsse aber dennoch festgestellt werden, dass die Landesversammlung ein Erfolg gewesen sei, denn nachdem der Ministerpräsident die Debatte über die Bundestagswahl am vergangenen Samstag verweigerte, sei es nur konsequent gewesen, ihm die Interpretation der Jungen Union mit klaren Worten mitzuteilen, resümiert Lenzgeiger.

Die Erlanger Erklärung

Die Junge Union hatte am Samstagmorgen bei der Verabschiedung der „Erlanger Erklärung“, in der die zukünftigen inhaltlichen Ausirchtung der JU skizziert wird, auf Basis eines Initiativantrages einen Absatz hinzugefügt, der die ursprüngliche Forderung nach einer Verjüngung des Spitzenpersonals für die Landtagswahl verschärfte. Der Passus lautete: „Für einen Erfolg bei der LTW (Landtagswahl) im kommenden Jahr braucht es einen glaubwürdigen personellen Neuanfang. Bei allen Verdiensten, die sich Horst Seehofer zweifellos in vielen Jahrzehnten für die CSU, Bayern und Deutschland erworben hat, muss er jetzt den Weg bahnen für einen gesonderten Übergang an der Spitze der Staatsregierung.“

Die Hinzufügung des Absatzes sei ohne Wortmeldung von Delegierten und mit großer Mehrheit von sich gegangen, obwohl durchaus Raum zur Aussprache gewesen wäre, erläutert Lenzgeiger. Dass diese Situation überhaupt zustande kam, müsse eindeutig auf die mangelnde Aussprachebereitschaft und die kurzfristige Absage des Ministerpräsidenten zurückgeführt werden, ohne die eine so deutliche Positionierung nicht notwendig gewesen wäre, so der Kreisvorsitzende weiter. „Wir haben hier gesehen, wie demokratische Prozesse ablaufen. Ein Saal voller Delegierten, die nur zu einem verschwindend geringen Teil durch Mandate oder Parteibürokratie gebunden sind, trifft auch einmal sehr deutliche und nicht planbare Entscheidungen. Das ist das Ergebnis von parteiinterner Demokratie.“, hält der Kreisvorsitzende fest.

Gemeinsamer Neustart mit offener Debatte und ohne Groll

„Uns als JU Augsburg-Land ist es wichtig, dass wir klar machen, dass wir großen Respekt vor Horst Seehofers Leistung für unser Land, für Schwaben sowie besonders für das Augsburger Land und die CSU haben. Wir sind aber gleichzeitig der Überzeugung, dass es für die Landtagswahl neues Personal braucht. Das ist für uns ausdrücklich kein Kleinkrieg auf persönlicher Eben, sondern wir möchten das Beste für die Zukunft der Partei.“, ergänzt Claudio Ortolf, stellvertretender JU-Kreisvorsitzender.

Es müsse im Übrigen auch hervorgehoben werden, dass am vergangenen Wochenende in keinster Weise bereits Personalentscheidungen von der JU getroffen worden seien. Man habe sich für keinen Nachfolgekandidaten ausgesprochen, sondern die Tatsache eines Personalwechsels stand im Mittelpunkt, verdeutlicht Ortolf den Versammlungsverlauf. „Wir durften Manfred Weber, Joachim Hermann und Markus Söder sowie Markus Blume hören. Alle waren sich in einem Punkt einig. In Bayern können wir nur gemeinsam Erfolg haben, der Übergang muss geordnet verlaufen und ohne böses Blut, nur wenn die CSU in 2018 absolut geschlossen auftritt und glaubwürdig zusammen für ihre Inhalte kämpft, dann gewinnen wir diese Wahl.“, gibt Jonas Deuringer, ebenfalls stellvertretender Kreisvorsitzender, die Meinung des Kreisverbandes wider.

„Wir haben als Ursache für die schlechten Ergebnisse bei der Bundestagswahl die mangelnde Glaubwürdigkeit ausgemacht; für die Zukunft muss gelten, dass gesagt wird, was getan wird und getan wird, was gesagt wird. Nur so können wir wieder auf Erfolgskurs kommen und das Beste für Bayern im kommenden Jahr erreichen. Dazu müssen wir unsere Inhalte klar definieren und wir brauchen Personen, die diese überzeugend Vertreten.“, schließt Lenzgeiger die Meinung der Kreis-JU ab.
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