Vom Schlagloch bis zur Schultoilette

Ein kleines Loch stopfen – große Wirkung erzielen: Die IG BAu warnt davor, Straßen, Kanäle und öffentliche Gebäude nicht zu sanieren und verfallen zu lassen. Foto: IG Bau

Jeden Tag bröckelt etwas weg, egal ob in der Kita oder Schule, vom Kanal oder der Straße. Von der „heilen Infrastruktur-Welt“ ist der Landkreis Augsburg noch weit entfernt. Dieses Fazit zieht die Industriegewerkschaft Bau Schwaben. „Reparieren, sanieren, neu bauen – es gibt immer eine kommunale To-Do-Liste“, so Hugo Herburger, Bezirksvorsitzender der Handwerker-Gewerkschaft IG Bau Schwaben. Wichtig sei, dass die Liste nicht zu lang wird.

Herburger appelliert an die heimischen Kommunalpolitiker, darauf zu achten, dass „der Kreis Augsburg nicht von der Substanz lebt“. Denn es bringe nichts, notwendige Investitionen auf die lange Bank zu schieben. „Für Autofahrer und Radfahrer ist jedes Schlagloch, das jetzt im Herbst nicht beseitigt wird, in ein paar Monaten umso schlimmer. Wenn der Winter erst einmal vorbei ist, wird es nämlich noch größer und noch tiefer sein“, warnt Herburger.

Viele notwendige Arbeiten gehörten rasch in die Auftragsbücher von Bauunternehmen, Garten- und Landschaftsbauern, Dachdeckern und Malermeistern im Kreis Augsburg, so die IG Bau.

Eine jetzt vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) vorgestellte Untersuchung zu kommunalen Investitionen habe ergeben, dass im Kernhaushalt des Landkreises Augsburg 422 Euro pro Kopf und Jahr für die öffentliche Infrastruktur ausgegeben wurden. Zum Vergleich: Der bundesweite Durchschnitt der Pro-Kopf-Investitionen aller Städte und Landkreise sei im vorletzten Jahr bei gut 270 Euro gelegen. „Der Kreis Augsburg hat gut investiert. Und jeder Euro davon ist gut angelegt. Denn nichts ist schlimmer, als öffentliche Infrastruktur, die gebraucht wird, verfallen zu lassen“, so Herburger.

Bund und Länder seien gefordert, den Kommunen mehr finanzielle Mittel für Vor-Ort-Investitionen zu geben. „Wer in die kommunale Infrastruktur investiert, kurbelt die heimische Konjunktur an“, so der Bezirkschef. Nur eine Kommune mit guter Infrastruktur biete Perspektive. (pm)
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