Schuljubiläum in Altenmünster

Rektorin Ute Wiedemann (rechts) freut sich mit ihren "fleißigen Handwerkern" der 1 a, die sich ihr eigenes Schulhaus bauten.
 
Lukas aus der 3 a demonstriert in der Schreibstube den Kunstunterricht der Schule von damals.
Altenmünster: Altenmünster |

Vor 50 Jahren wurde die neue Schule gebaut

"Wer will fleißige Handwerker sehn, der muss nach Altenmünster gehn" - mit diesem Kinderlied zeigten Kinder der 1 a den vielen Besuchern in der Turnhalle wie Maurer, Tischler, Glaser und andere Handwerker dafür sorgten, dass vor 50 Jahren am nördlichen Ortsrand von Altenmünster eine neue Schule entstand.
"Groß denken und Weitblick beweisen - ist nicht jedermanns Sache", mit diesem Zitat hob Rektorin Ute Wiedemann in ihrer Ansprache genau diesen Mut des damaligen Schulleiters Xaver Grimmeiß hervor, der trotz Widerstände von Gemeinderat und Regierung den Neubau der Schule bewirkte. Ein Novum war der zusätzliche Anbau einer Turnhalle, den die Regierung erst gar nicht genehmigen wollte. Wie nötig dieser Schritt jedoch war, zeigten die Auswirkungen der verschiedenen Reformen in der Vergangenheit. Obwohl von der Volksschule mit den Klassen 1-9 nur noch die Grundschule mit den Klassen 1-4 übrigblieb, füllte sich das Haus mehr und mehr. So fanden neben den notwendigen Renovierungen auch Erweiterungen statt. Neue Klassenzimmer, Lehrerzimmer, Bücherei und Sekretariat, sowie die Neugestaltung des Pausenhofes mit Atrium erfüllen die Voraussetzungen für 200 Kinder, die in acht Klassen der Grundschule, drei Klassen der Mittelschule Welden und vier Gruppen der Offenen Ganztagesschule das Gebäude mit Leben füllen. Hinzu kommen noch die Nutzungen durch die Volkshochschule, sowie der Vereine, die sich den Ort ohne Turnhalle nicht vorstellen könnten.

Digitalisierung hält Einzug

Mit Stolz erwähnte die Rektorin die Veränderungen im schulischen Alltag, die die Gäste beim anschließenden Rundgang durch die Klassenzimmer feststellen würden. Neben der altbekannten grünen Tafel werden hier Beamer, Notebooks und Dokumentenkameras im Unterricht eingesetzt und führten so zur "Referenzschule für Medienbildung". Angelehnt an den Presseartikel aus 1967 hofft auch sie, dass ihre Schüler gerne in diese schöne Schule kommen und sich zu guten Leistungen und einem guten Miteinander angespornt fühlen.
Dankesworte sprach die Schulleiterin an die Raiffeisenbank für ihre großzügige Spende und an die Gemeinde für die stetige Unterstützung aus.

In ihrem Grußwort ging Schulamtsdirektorin Aloisia-Theresia Wiedenmann ebenfalls auf die Veränderungen an den Schulen ein. So waren zu damaliger Zeit weder Mittagsbetreuung, schulischer Sozialdienst oder ein Kinderhort notwendig. An die Eltern appelierte sie, ihre Kinder in der Entwicklung für das hohe Gut der Bildung zu unterstützen, damit sie bildungsfähig und bildungswillig bleiben.

Bürgermeister war beim Umzug vor 50 Jahren dabei

Bürgermeister Bernhard Walter blieb es vorbehalten, als Zeitzeuge der den Neubau als Schüler miterlebte, an die damaligen Zustände im alten Schulgebäude am jetzigen Rathausplatz zu erinnern. Acht Jahrgänge wurden an sechs Schultagen in drei Klassenzimmern von vier Lehrkräften unterrichtet. Die 1. u. 2. Klasse hatte am Nachmittag Unterricht. Sportunterricht konnte nur bedingt abgehalten werden. Umstände, die einen Neubau durchaus rechtfertigten, für eine kleine Gemeinde aber durchaus eine große Herausforderung bedeutet. Um die Kosten niedrig zu halten, wurde sogar eine Unterkellerung des Gebäudes in Frage gestellt. Auch die Finanzierung war zu der damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Das notwendige Kapital konnte die Raiffeisenbank Wattenweiler bereitstellen. Für die Zukunft wünscht er sich, dass die Volksschule in Altenmünster weiterhin einen festen Platz in unserer Bildunglsandschaft hat.

Pfarrer Thomas Pfefferer, der mit Cornelia Berge von der ev. Kirche auch für den Religionsunterricht zuständig ist, erneuerte den Segen für die Schule. Weil die Jubiläumszahl 50 auch ein Hinweis auf Pfingsten ist, wünscht er sich, dass in diesem Gebäude stets ein guter und lebendiger Geist herrschen soll.

Umfangreiches Rahmenprogramm sorgt für Abwechslung

Für Abwechslung sorgten Schüler der 3. Klasse mit einem Gedicht von Max und Moritz und die Klassen 1b und 4b, die in einem selbst verfassten Theaterstück die Schule in der Zukunft darstellten.

Im Anschluss an die Festveranstaltung in der Turnhalle hatten Eltern und Großeltern noch die Gelegenheit, den Zeitenwandel der Schule in den einzelnen Klassenzimmern zu erleben. So erzählten die ehemaligen Lehrkräfte Leni Kerber und Bernhard Anlauf aus der Schule vor 50 Jahren, im Klasszimmer des 1. Jahrganges stellte Klasslehrer Daniel Fischer das Virtuelle Klassenzimmer mit Learning Apps am Laptop vor. Mit dieser Technik können die Kinder ihre Aufgaben auch von zu Hause aus erledigen.
Unter dem Motto "School of the air" demonstrierte Ulrike Pöhlmann mit ihren Kindern von der 2 b, wie der Schulunterricht in Australien in weit entfernten Orten stattfindet.
In der Schreibstube der 3 a fühlten sich die Besucher wieder in die Vergangenheit zurückversetzt, ebenso in der Aula, in der noch eine alte Schulbank und verschiedene Unterrichtsmaterialien ausgestellt waren.
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