Schluss mit dem "Müll-Dorf"

Die landkreiseigene Deponie in Hegnenbach ist verfüllt. Die Nachsorge dauert mindestens fünf Jahrzehnte. Ein Energiepark könnte an ihrer Stelle entstehen. Die Altenmünsterer hoffen, ein schlechtes Image endlich los zu sein.

Sie war zeitweise so unbeliebt wie das Kernkraftwerk Gundremmingen. Wie dort formierten sich auch in Hegnenbach, einem Ortsteil von Altenmünster, Gegner und protestierten lautstark und mit vielen guten Argumenten gegen die Deponie. Doch mit dieser Einrichtung ist jetzt Schluss. Landrat Martin Sailer und der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Augsburg, Günther Prestele, gaben vor Ort die offizielle Schließung bekannt.

Seit 1990 wurden in der Deponie 890 000 Tonnen Hausmüll und Gewerbeabfälle entsorgt. Darin waren auch „Inertabfälle“ beinhaltet. Das sind Abfälle, die sich nicht auflösen oder nicht biologisch abbaubar sind. Auch Klärschlamm, Abfälle mit hohen organischen Anteilen und belastetes Material wie Asbestplatten fanden dort Aufnahme.

Ab Juli 2009 durften nur noch solche Materialien abgelagert werden, die entweder inert oder thermisch nicht behandelbar sind und die Grenzwerte der Deponieklasse I einhalten. Im Jahr 2012 lieferten der Landkreis Unterallgäu 125 Tonnen, der Landkreis Aichach-Friedberg 131 Tonnen und das Augsburger Land 557 Tonnen an.

Die Deponie besteht mittlerweile aus zwei Bauabschnitten. Der erste ist bereits teilweise rekultiviert und mit einer Oberflächenabdichtung versehen. Beim zweiten Abschnitt sind rund zwei Drittel der Oberfläche mit einer Kunststoff-Dichtungsbahn versehen.

Die Entgasungsanlage sei nur noch diskontinuierlich im Einsatz, so der Abfallwirtschaftsbetrieb. Sie sauge das im Deponiekörper nur noch spärlich vorhandene Methangas ab und führe es einer Hochtemperaturfackel zu. Grund-, Sicker- und Oberflächenwasser würden regelmäßig von einem unabhängigen Labor untersucht. Die Überwachung erfolgt durch das Wasserwirtschaftsamt und die Regierung von Schwaben.

Der Betrieb wartet auch mit Zahlen auf. So habe die zu behandelnde Sickerwassermenge im Jahr 2012 um rund 770 Kubikmeter unter der Vorjahresmenge gelegen. Insgesamt seien 8247 (2011: 9014) Kubikmeter erfasst und in der Umkehrosmose-Anlage, die auf dem Gelände der Kläranlage der Gemeinde Altenmünster betrieben wird, behandelt worden.

Der bereits rekultivierte Bereich der Deponie befindet sich seit dem Jahr 2000 in der „Nachsorgephase“. Diese wird aus heutiger Sicht voraussichtlich mindestens 50 Jahre dauern. Der damit verbundene Aufwand soll übrigens den künftigen Gebührenzahler nicht belasten. Diesen Posten begleicht die angesammelte Rücklage.

Die Deponie hatte in der Vergangenheit immer wieder für unliebsame Schlagzeilen gesorgt. So war wiederholt die Rede von Belastungen mit Chlorid- und Zinkkonzentrationen und Schlimmerem im Grundwasser. Auch die Augsburger Staatsanwaltschaft nahm sich der Deponie an, weil unter anderem Kalkfilterstaub mit zu hohem Bleiwert eingelagert war.

Auch die Bewohner der Gemeinde Altenmünster haben genug von der Deponie. „Wir wollen weg vom Image des ,Müll-Dorfes’“, heißt es unisono. In den nächsten Monaten soll nun mit der endgültigen Abdeckung der gesamten Fläche begonnen werden. Nach der Rekultivierung wird das Gas dann über einen Biofilter gereinigt. Auch hieraus soll für die künftigen Gebührenzahler keine Belastung mehr entstehen.

Die Planungen für die Deponie haben sich dagegen schon konkretisiert. So soll dort ein Energiepark mit Sonnenstrom-Anlagen entstehen.
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