ANTENNE BAYERN aktuell: Geschwindigkeitsmessungen mit Laserpistolen in Bayern häufig fehlerhaft

In Bayern sind Geschwindigkeitsmessungen der Polizei mit Laserpistolen oft fehlerhaft und damit vor Gericht anfechtbar. Das sagt der Münchner Verkehrsanwalt Heinrich Wenckebach exklusiv im Interview mit dem landesweiten Radiosender ANTENNE BAYERN.

„Wir haben viele Nachweise, dass die Messbeamten diese Messgeräte nicht richtig beherrschen, diese Nachweise habe ich vorliegen in Gestalt von Gutachten, die immer wieder zu diesem Ergebnis führen“, so Wenckebach. Häufig würden den Polizisten bei den sogenannten „Visiertests“ vor Ort Fehler unterlaufen. Diese Visiertests sind vorab nötig, um später mit den Geräten korrekte Messergebnisse zu erhalten. Den Grund für diese Fehler sieht Wenckebach in der mangelhaften Ausbildung der zuständigen Polizisten. „Die Polizeibeamten wurden früher auf einer Polizeischule in Ainring geschult, während man jetzt aus Kostengründen nur einen Beamten von der Dienststelle hinschickt und dieser eine soll dann seine Kollegen weiterbilden.“

Die Polizisten lernen den Umgang mit den Laserpistolen hauptsächlich am Computer beim sogenannten E-Learning, so Wenckebach. Beim ersten Einsatz werden sie jedoch stets von erfahrenen Beamten begleitet und angeleitet, so Peter Schall, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Bayern gegenüber ANTENNE BAYERN.

Wenckebach wiederum gewinnt nach eigener Aussage wöchentlich Prozesse für seine Mandanten, weil unabhängige Gutachter feststellen, dass die Laserpistolen nicht richtig bedient wurden und die Messergebnisse somit falsch sind.
Peter Schall von der Gewerkschaft der Polizei Bayern führt einen anderen möglichen Grund an, warum den Messbeamten beim Umgang mit den Radarpistolen Fehler unterlaufen könnten. Durch die hohe Einsatzbelastung in anderen Bereichen würden die Polizisten nicht mehr regelmäßig dazu kommen, die Geräte herzunehmen. Dadurch könnten bereits Gelerntes vergessen werden und sich Fehler einschleichen.

Das bayerische Innenministerium weist die Vorwürfe Wenckebachs auf Anfrage von ANTENNE BAYERN jedoch zurück. Weder sei eine Häufung von Messfehlern bekannt, noch sei die Ausbildung schlechter geworden, erklärte ein Ministeriumssprecher in einer schriftlichen Stellungnahme.


(ANTENNE BAYERN)
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