BMW i3: Endlich mal weiter kommen

Blau ist die Farbe der Elektromobilität und schmückt zugleich das i3-Cockpit

Mit dem 94-Ah-Akku hat BMW eine Antwort auf die Bedenken der Kundschaft: 200 Kilometer Reichweite.

Im Grunde ist es doch immer dasselbe bei Elektroautos. Erst werden großspurig Reichweitenrekorde verkündet, und dann folgt doch wieder die ernüchternde Suche nach einer Ladesäule. Das könnte sich jetzt allerdings ändern. Denn seit Juli ist der BMW i3 mit einem der größten Akkus der Elektroautoszene zu haben und soll nach NEFZ-Verbrauch auf stolze 300 Kilometer kommen. Dass der bei Stromern oft noch weniger mit der Realität gemein hat als bei Verbrennern, sind sich auch die Bayern bewusst und geben neben der Norm- auch eine Alltagsreichweite von 200 Kilometern an.
Eine echte Ansage, denn zum einen liegt die weiterhin angebotene 60-Ah-Variante bei nur 200 NEFZ-Kilometern (ams-Messung: 151 Kilometer), zum anderen kommt die Konkurrenz um E-Golf, Leaf und Co. bislang auf maximal 250 Kilometer nach NEFZ. Eine verbesserte Zellchemie des Lithium-Ionen-Akkus, die die bisher nutzbaren 18,8 kWh in der 94-Ah-Variante auf 27 kWh steigert, macht die Reichweite beim i3 möglich. Abstriche, die der i3-Kunde für diese 30 Prozent machen muss, sind zum einen das Gewicht von 1320 Kilo, zum anderen der Aufpreis von 1200 Euro, sodass der Bayer mit großem Akku auf 36 150 Euro kommt. Wer seinen kleinen Akku jetzt gegen den großen tauschen will, muss jedoch tiefer in die Tasche greifen und rund 7000 Euro zahlen.
Im Fahrbetrieb ist von den 50 Extrakilos nichts zu spüren. Auch wenn der i3 mit dem ausdauernden Akku in 7,3 Sekunden auf 100 km/h spurtet und damit ein Zehntel langsamer ist. Ansonsten hat sich an den Leistungsdaten nichts verändert, und der Stromer kommt weiterhin auf 170 PS und 250 Nm Drehmoment. Für die Landstraße reicht das allemal, für die Stadt sowieso. Nur auf der Autobahn kommt der Fahrer ab und zu ins Grübeln, denn der sonst so durchzugsstarke E-Motor riegelt bei 150 km/h recht rüde ab und lässt bei dreistelligen Tempi zudem die Restreichweite wie ein Eis in der Sonne schmelzen.


Aus der "Auto, Motor und Sport Ausgabe 22/2016"

Lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe: Wie Audi mit seinen Zukunftsstrategien und künftigen Modellen dem Abgasskandal trotzen will. Außerdem: Wie fährt sich der offene Ferrari 488 Spider? Eine Ausfahrt im Herbstlaub. Und: Mischt Fiat mit dem neuen günstigen Tipo Kombi die Klasse auf? Vergleich.
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Hans Meixner aus Diedorf | 10.10.2016 | 12:51  
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