Deutschland, deine Tennishelden

Bildrechte: Flickr Alexander Zverev Keith Allison CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Boris Becker und Steffi Graf sind die größten Tennishelden Deutschlands. Beide dominierten in den 80er-Jahren die Tennis-Courts der Welt. Nach dem Karriere-Ende dieser beiden Spitzenathleten war es jedoch lange still um den deutschen Tennissport geworden. Doch nun ist wieder eine neue Generation großartiger Spieler herangewachsen: Bei den Damen sind es vor allem Angelique Kerber und Julia Görges, die von sich reden machen. Bei den Herren ist mit Alexander Zverev ein junger Spieler dabei, der bereits jetzt Federer und Nadal dicht auf den Fersen ist und in der Weltrangliste die Top 3 erreicht hat.

Die Damen

Der Tennissport erhält wieder mehr Aufmerksamkeit. Das ist momentan Tennisdamen wie Julia Görges, Tatjana Maria, Andrea Petkovic, Laura Siegemund, Carina Witthöft und Angelique Kerber zu verdanken. Bestplatzierungen und Grand-Slam-Titel: Deutsche Fans erleben höchste Glücksmomente wie zuletzt in der Ära Steffi Graf. Julia Görges und Carina Witthöft beispielsweise feiern aktuell ihre Höchstform. Görges, die 2015 nach Regensburg zog, ist seit kurzem die Nummer 1 der deutschen Tennisfrauen. Sie erreichte in diesem Jahr vier Finals und gewann das letzte in Moskau souverän. Zudem beendete sie ihre Saison mit dem Gewinn der B-WM in Zhuhai und erreichte Platz 14 der Weltrangliste – die beste Platzierung ihrer Karriere. Wie auch Kollegin Andrea Petkovic schaffte sie es 2011 schon einmal in die Top 20 der Welt. Dann kamen der Druck sowie eine Handverletzung, die dazu führten, dass Görges ihr Selbstvertrauen verlor und erst einmal im Mittelmaß versank.

Ähnlich ergeht es momentan Ausnahmespielerin Angelique Kerber. 2016 erlebte Deutschland ein Hoch an Emotionen, denn Kerber schrieb deutsche Tennisgeschichte. Sie gewann zwei der vier Grand-Slam-Titel und wurde die Nummer 1 der Weltrangliste – so erfolgreich war bis heute keine mehr seit Steffi Graf. Zudem erreichte Kerber in acht Turnieren das Finale – unter anderem das in Wimbledon sowie bei der Weltmeisterschaft in Singapur – und schaffte es mehrfach ins Halbfinale. Sie holte die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen und sorgte für einen kleinen Tennisboom in Deutschland. 2017 konnte Kerber nicht an die Ausnahmeleistungen des Vorjahres anknüpfen, erreichte lediglich das Finale in Monterrey und schied überwiegend im Achtel- oder Viertelfinale aus. Sie wurde von einigen Sportjournalisten als schlechteste Nummer 1 abgetan, was objektiv betrachtet unverdient und Meckern auf ganz hohem Niveau ist. Denn Angelique Kerber hat mit ihrer Ausnahmeleistung frischen Wind in die deutsche Tennislandschaft gebracht: Seit Steffi Graf wurde nicht mehr so viel über den Sport gesprochen und der Sender Eurosport feierte Zuschauerrekorde mit der US-Open-Übertragung. Die Hoffnung bleibt, dass Kerber – ähnlich wie Görges – ihr Selbstvertrauen wiederfindet und wieder Höchstform erreicht.


Die Herren

Bei den Herren ist die Riege an Top-Spielern nicht ganz so groß wie bei den deutschen Damen, aber dafür kann Deutschland mit dem erst 20 Jahre jungen Alexander Zverev einen echten Shooting-Star vorweisen. Seinen Bruder Mischa Zverev, der ebenfalls Profi-Tennisspieler ist, konnte er bereits übertrumpfen: Alexander Zverev gewann 2017 fünf Turniere, darunter die beiden ATP-Masters-Turniere in Rom und Montreal. 2017 erreichte er gar Platz 3 der Weltrangliste – vor ihm stehen nur noch Federer und Nadal. Der Hamburger ist mit seinen 1,98 Metern ziemlich groß und hat vor allem beim Service dadurch einen kleinen Vorteil: 589 Asse schlug er in dieser Saison, sein Serve-Speed liegt bei beeindruckenden 220 km/h.

Konkurrenz bekommt der Jungstar aus Österreich: Dominic Thiem liegt derzeitig auf Platz 4 der Weltrangliste und erreicht einen Top-Serve-Speed von 232km/h. Mit 48 Siegen kämpfte er sich zu den ATP Finals in London. Vergleicht man die direkten Fakten der beiden Ausnahmespieler, kann man auf viele spannende Duelle gespannt sein. Viermal trafen die beiden Rivalen bereits aufeinander, drei dieser Duelle konnte Thiem für sich entscheiden, der dennoch in der internationalen Rangliste unter Zverev liegt.

Tennis in Deutschland wieder im Aufwind

Angesichts der jüngeren Erfolge deutscher Tennisspieler stellte im Sommer 2017 bereits DBT-Chef Ulrich Klaus fest: „Wir erleben ja in den letzten Jahren beim DTB so große Erfolge wie lange nicht mehr. Der deutsche Tennissport ist wieder in die Medien gerückt."

Im August wurde der frühere Tennis-Legende Boris Becker nun zum Head of Men’s Tennis ernannt, um die positive Entwicklung im deutschen Tennissport weiter voranz utreiben. Fed-Cup Chefin Barbara Rittner übernimmt als Head of Women’s Tennis die Verantwortung für den Bereich Damentennis.



Bildrechte: Flickr Alexander Zverev Keith Allison CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.