Die Hausenergie auf Sparmodus setzen – Energieeffizient Heizen, Durchlüften und Kühlen

Energiekosten lassen sich mittlerweile durch alternative Heizanlagen, die zum Beispiel mit erneuerbaren Energien wie Holz arbeiten, senken. Aber auch die Raumdurchlüftung und energieeffiziente Haushaltsgeräte können helfen. (Foto: © Holger Luck – fotolia.com)
 
Eine moderne Lüftungstechnik energieeffizienter Häuser ist die zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung, die den Räumen Frischluft zuführt und verbrauchte Luft entfernt. Ergänzt werden kann diese mit energiesparenden Deckenventilatoren. (Foto: : © dreampicture – fotolia.com)
 
Beim Kauf neuer Haushaltsgeräte sollte auf die Energieeffizienzklasse geachtet werden. Beim Kühlschrank ist auch die Größe für den Energieverbrauch entscheidend. Für eine Person wird in etwa mit 50 Litern Fassungsvermögen gerechnet. (Foto: © Jack F – fotolia.com)
Wie steht es mit der Energieeffizienz meines Hauses? Diese Frage stellen sich immer mehr Eigentümer und lassen einen Energie-Check durchführen. Denn das Thema Klimaschonung und nachhaltiges Handeln ist in aller Munde. Im eigenen Haushalt dient die Frage vor allem der Überprüfung des eigenen energiesparenden Verhaltens sowie des energie- und rohstoffschonenden Betriebs der heimischen Heiz-, Lüftungs- oder Waschanlagen. Doch welche bietet der Markt in den Bereichen energieeffiziente Heizanlagen, energieeffiziente und moderne Raumdurchlüftung sowie energiesparende Haushaltsgeräte?

Energieeffiziente Herstellung einer angenehmen Raumtemperatur

Für das Eigenheim gibt es mittlerweile verschiedene Heizsysteme zur Auswahl: Von der Öl- und Gasheizung bis hin zu CO2-neutralen und energieeffizienten Anlagen, die mit erneuerbaren Energien angetrieben werden. Auch Ölheizungen sind bereits effizienter geworden und nutzen den Wasserdampf, der bei der Verbrennung des Öls entsteht, um zusätzliche Heizwärme zu gewinnen. Jedoch wird beim Verbrennen des fossilen Brennstoffs auch CO2 freigesetzt, was zum Beispiel beim Betrieb einer Gasheizung in reduzierterer Form passiert. Die Installation einer mit Gas betriebenen Heizung ist allerdings nur lohnenswert, wenn sich in der Nähe des Hauses eine Erdgasleitung befindet – ob eine Leitung vorhanden ist, kann bei den örtlichen Gasversorgern erfragt werden. Öl- und Gasheizungen können unter anderem durch Solarthermie, die mit Sonnenenergie arbeiten, ergänzt, effizienter sowie klimaschonender gemacht werden. Aber egal, ob als Ergänzung oder alleinige Heizsysteme: Heizeinrichtungen, die erneuerbare Energien nutzen, sind generell im Kommen, da sie gleichermaßen als energieeffizient sowie umwelt- beziehungsweise ressourcenschonend gelten. Zu den modernen Systemen gehören unter anderem die bereits erwähnten Solarkollektoren, welche sich nach der Verbraucherzentrale vor allem lohnen, wenn ein erhöhter Bedarf, welcher circa aus einer jährlich benötigten Menge von circa 50 Kubikmetern besteht – gleichzusetzen mit einem täglichen Warmwasserverbrauch eines drei-Personen-Haushaltes von 150 Litern – besteht. Dagegen profitieren kleine Haushalte weniger von einer Solaranlage. Ein weiteres System ist der Pelletkessel, welcher wenig C02 ausstößt und mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz funktioniert. Auch die Wärmepumpe funktioniert mit erneuerbaren Energien, denn diese Anlage bezieht die Wärme aus der Umwelt (Erde, Luft oder Grundwasser). Welche Wärmepumpen-Variante sich am besten eignet, hängt mit dem jeweiligen Wohnstandort beziehungsweise der eigenen Wohnumgebung zusammen. Über den Energieverbrauch moderner Heizanlagen gibt eine Effizienzkennzeichnung Auskunft. Jedoch ist diese nicht identisch aufgebaut wie die ähnliche Etikettierung, die es für Haushaltsgeräte gibt – worauf später noch eingegangen wird –, denn die Informationen auf dem Label lassen zum Beispiel nur geringe Rückschlüsse auf den tatsächlichen Energieverbrauch zu – dies macht einen Vergleich zwischen den Geräten schwierig. Zudem werden mit dem Label Heizanlagen, die unterschiedliche Energieträger nutzen und pro Energieeinheit abweichende Kosten verursachen, miteinander verglichen. So reicht eine Gegenüberstellung der Energieeffizienzklassen nicht aus, um das energiesparendste Modell herauszufiltern. Deshalb sollte sich nicht allein auf das Label verlassen, sondern eine fachmännische Beratung genutzt werden.

Tipp:

Egal für welches System zur Herstellung eines angenehmen Raumklimas sich entschieden wird, eine ausreichende Dämmung und Isolierung der Gebäudehülle sorgen dafür, dass Wärme und Kühle im Haus verbleiben und besitzen zusätzliches Energieeinsparpotential. Jegliche Maßnahmen, die für die Energieeffizienz unternommen werden – im Rahmen einer Sanierung oder eines Neubaus – werden von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau bezuschusst.

Energieeffiziente Durchlüftung – Von der Fensterlüftung zu energiesparenden Lüftungsanlagen

Neben der Herstellung einer angenehmen Raumtemperatur sollten die Räume ausreichend durchlüftet werden, so dass nicht nur Frischluft zugeführt, sondern auch Schadstoffe und Feuchtigkeit aus den Räumen entweichen können – sonst kommt es schnell zur Schimmelbildung. Deshalb ist eine ausreichende Durchlüftung, besonders bei einer energieeffizienten Dämmung und einer luftdichten Gebäudehülle, welche Bestandteile des bereits zum Baustandard gehörendem Energie- oder Passivhauses sind, wichtig. Die Maßnahmen, die für eine energieeffiziente Bauweise sowie Heiz- oder Lüftungstechnik erforderlich sind, sind in der Energiesparverordnung (EnEV) festgelegt, nach denen sich Planer von Neubauten richten müssen.

Im Neubau können – beziehungsweise müssen – zum Beispiel bei einem Passivhaus zentrale Lüftungen mit Wärmerückgewinnung eingeplant werden. Mit dem Ventilatorsystem wird den einzelnen Räumen verbrauchte Luft über Rohre entzogen. Die Luft wird gefiltert, mit Frischluft angereichert und den Räumlichkeiten wieder hinzugeführt. Der Abluft wird zudem die Wärme entzogen und diese geht direkt wieder in die frische Zuluft über. Auch innerhalb von Neubauten können moderne Lüftungen dabei helfen, Energie einzusparen, so dass durch die Fensterlüftung nicht unnötig Energie entweicht. Im Rahmen einer Sanierung können dezentrale Lüftungen in einzelnen Räumen eingebaut werden. Diese sorgen genau wie die zentralen Lüftungssysteme dafür, dass verbrauchte Luft und Feuchtigkeit abziehen können sowie frische Luft durch eine direkte Verbindung des jeweiligen Raumes mit der Außenluft – über einen Kanal – in das Wohnhaus gelangen kann. Ergänzt werden kann die moderne Lüftungstechnik mit einem energiesparendem Deckenventilator, denn dieser sorgt zu kalten und warmen Jahreszeiten für eine angenehme Raumtemperatur und ist darüber hinaus eine kostengünstige Alternative zur Klimaanlage, was ein Rechenbeispiel unter creoven.de, das Verbrauch und Kosten von Klimaanlage und Ventilator gegenüberstellt, zeigt. Um noch mehr Energie einzusparen können zudem Energiesparventilatoren im Haushalt eingesetzt werden, welche oft auch einen Laufrichtungswechsel ermöglichen, der wiederum auch im Winter für eine zusätzliche Wärmeregelung sorgen kann, denn damit wird die Wärme gleichmäßig im Raum verteilt.

Energieeffizient leben – Mit der Energie haushalten

Innerhalb einer angenehmen Raumumgebung lässt es sich meist gut leben und arbeiten. Und um auch dabei Energie zu sparen und die Kosten gering zu halten, sollten bei der Wahl und der Nutzung der Haushaltsgeräte einige Punkte beachtet werden, denn diese verbrauchen neben den Heizsystemen die die meiste Energie im Haushalt. Wobei die Geräte, die in der Regel im täglichen Gebrauch stehen, bereits mit auf der Energiesparwelle schwimmen. So gibt es genau wie für bestimmte Heizgeräte auch für Haushaltsgeräte ein Label, das deren Energieverbrauch darlegt. Die energiesparenden Modelle sind zwar oft in der Anschaffung teurer als ihre weniger energieeffizienten Vorgänger, aber dennoch lohnt sich die Anschaffung oft im Hinblick auf die Stromkosten, die damit dauerhaft eingespart werden können.

Das EU-Effizienzlabel führt in der Regel sieben verschiedenen Effizienzklassen auf – von A bis G. Wobei die Skala von Kühl- und Gefriergeräten sowie von Wasch- und Spülmaschinen nur von A+++ bis D reicht, denn wenn das Gerät besonders effizient ist, können auf der Skala über der Klasse A (sehr effizient) noch weitere darüber liegende Klassen aufgeführt werden: A+, A++ und A+++. Neben der Einstufung in eine Energieeffizienzklasse, weist die EU-weite Kennzeichnung oft auch weitere Angaben wie solche zum jährlichen Energie- oder zum Wasserverbrauch (Waschmaschinen) auf. Bei der Suche nach einem energieeffizienten Haushaltsgerät – Gefrierschrank, Wäschetrockner, Lampe oder Fernseher – hilft zudem die kostenlose App „ecoGator“.

Neben der Effizienzklasse sollte aber auch die Größe und die Ausstattung der Geräte beachtet werden, besonders bei Geräten, die häufig genutzt oder sogar im Dauerbetrieb sind – wie der Kühlschrank. Denn ein halbvoller Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein fast voll gefülltes Gerät. Kurzum: Je größer der Kühlschrank, desto höher ist zwangsläufig der Energieverbrauch. Für einen 1- bis 2-Personen Haushalt sollte in etwa mit einem Fassungsvermögen zwischen 100 bis 140 Litern gerechnet und für jede hinzukommende Person mit etwa plus 50 Liter gerechnet werden. Auch bei der Ausstattung kann auf Energieeffizienz geachtet werden. So sind Gefriertruhen circa zwölf Prozent energiesparender als Gefrierschränke und Kühlschränke ohne integriertes Gefrierfach sind meist energieeffizienter als Geräte mit separatem Eisfach.

Allgemeine Tipps zum Energiesparen im Haushalt

• Energiesparlampen oder LEDs nutzen, denn diese sind effizient und reduzieren den Energieverbrauch.
• Flachbildfernseher mit TFT-Technologie verbrauchen meist weniger Strom als solche mit Plasmatechnologie.
• Zum Kochen einen Topf nehmen, der die Herdplatte ausfüllt und kurz vor Ende der Garzeit Platte abstellen und vorhandene Restwärme nutzen.
• Batterie- und akkubetriebene Wecker verbrauchen weniger Strom als Radiowecker, die ständig an den Stromkreis angeschlossen sind.
• Das Handyladegerät sowie andere Netzteile – zum Beispiel von der elektrischen Zahnbürste oder dem Rasierapparat – nach voller Aufladung des Geräts aus der Steckdose entfernen.
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