Die lange Tradition des Reit- und Pferdesports

Pferde verkörpern Freiheit, Grazie und Schönheit. Nicht selten werden sie in der Therapie eingesetzt und spielten auch schon große Rollen in Hollywood. Die Faszination für diese prachtvollen Tiere nimmt nicht ab, im Gegenteil: sie steigt immer mehr. Das sieht man besonders am Pferdesport, der immer mehr Interessenten und Anhänger findet.

Beim Pferdesport geht es natürlich nicht einfach darum, sich von einem Pferd tragen zu lassen. Bei dieser Sportart steht eher die gemeinsame Verbindung mit dem Pferd im Vordergrund, es gilt aktiv zu sein. Dazu gibt es verschiedene Arten des Reitsports und bei jeder Variante werden verschiedene Hilfsmittel sowie der eigene Körper dazu benutzt, das Pferd zu führen. Das Außergewöhnliche bei dem Reitsport ist, dass es weder bei dem Reiter eine Geschlechtertrennung gibt, noch eine Trennung von Rasse bzw. Geschlecht bei den Tieren. Das einzige, was hier zählt, ist die Leistung.

Die Geschichte der Reitkunst geht weit zurück bis in das vierte Jahrhundert vor Christus, wo diese allerdings hauptsächlich für Kriege und Paraden genutzt wurde. Im Römischen Reich wurden Wagenrennen mit Pferden veranstaltet, die in dem sogenannten Circus Maximus viele tausend Zuschauer erfreuten. Im Mittelalter gewann die Reitkunst dann immer mehr an Bedeutung, war allerdings den Freuden des Adels vorbehalten. Bereits im 15. Jahrhundert wurde Reiten zu einer Kunst erhoben, vor allem in Frankreich beeinflusste die Reitlehre im 18. Jahrhundert den heutigen Reitsport maßgeblich. Die Anfänge des Dressur- und Springreitens sind in Großbritannien zu finden, der Turniersport als solches kam 1895 in Deutschland an. Mit den Jahren nahm dieser Sport an Beliebtheit zu und Turniere sowie Meisterschaften wurden immer öfter ausgetragen. Mittlerweile ist der Reitsport natürlich aus unseren Breitengraden nicht mehr wegzudenken.

Es gibt viele verschiedene Reitsportdisziplinen; Dressur, Springen und Vielseitigkeit sind sogar olympische Disziplinen. Weitere Varianten des Sports sind zum Beispiel Jagdreiten, Orientierungsreiten, Wanderreiten oder Reitspiele. Zwar ist der Ursprung des Reitsports eher kriegerischer Natur, doch das hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt. Eine besondere Reitsportart ist beispielsweise das Kunstreiten. Hierbei geht es darum, akrobatische Übungen auf dem Pferd auszuführen; das Ergebnis sieht wunderschön aus und begeistert regelrecht die Zuschauer. Entwickelt hat sich diese Form des Sports zum Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Voltigieren, bei dem das Pferd während der akrobatischen Übung im Kreis läuft. Der Unterschied besteht darin, dass sich beim Kunstreiten das Tier frei bewegt.

Es gibt auch einen Pferdesport, bei dem der Mensch aktiv reitet, aber auch zum passiven Zuschauer werden kann. Pferderennen gehen dabei zurück auf die Ursprungsform dieses Sports, als im Circus Maximus noch Rennen mit Pferdewagen veranstaltet wurden. Dies hat sich inzwischen natürlich gewandelt, denn dieses gesellschaftliche Ereignis dient außerdem dazu, ein Preisgeld zu gewinnen. Geldpreise gibt es beim Pferderennen für die ersten vier Plätze. Um den teilweise extrem strengen Anforderungen des Rennens zu genügen, wurden besonders schnelle Pferderassen gezüchtet wie das Englische Vollblut oder der Traber. Rennvereine bestimmen zusammen mit dem Direktorium für Vollblutzucht und Rennen (DVR), wann und wo die Rennen stattfinden. Früher war es für Adelige noch üblich, dass an solchen Rennen persönlich teilgenommen oder zumindest vor Ort größere Wetten auf den Sieger abgeschlossen wurden. Pferdewetten sind immer noch ein Teil der Sportart, werden heutzutage aber nicht mehr ausschließlich vor Ort, sondern vermehrt auf digitalen Pendants wie BetStars abgeschlossen. Dies verändert nichts an der Faszination, vereinfacht aber vor allem den Zugang zu Pferderennen und steigert damit maßgeblich die Popularität von Pferdesport – und das natürlich nicht nur in Deutschland.

Eine etwas andere Art des Reitsports ist das Westernreiten. Seit 1978 gibt es mittlerweile die Westernreitsport-Verbände. Seinen Ursprung hat es in Amerika, wo Cowboys den ganzen Arbeitstag auf dem Pferd verbracht haben. Daran liegt es auch, dass man nur mit einer Hand reitet. Dieser Reit-Stil gliedert sich in mehrere Disziplinen wie Reining, Trail oder Western Pleasure. Das kann man sich tatsächlich wie in einem klassischen Western-Film vorstellen. Abgesehen von den Disziplinen, die ein Pferd und einen Reiter beinhalten, gibt es auch artverwandte Stile mit einem oder mehreren Rindern. Im Vergleich zu anderen Reitsportarten gibt es weniger Regeln beim Westernreiten. Das macht diesen Reitsport ideal für Pferdefans jeden Alters, die ihren Cowboy-Helden nacheifern wollen.

Neben den zahlreichen Sportarten wurden auch die therapeutischen Kräfte des Pferdes erkannt. Sie werden in der Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie eingesetzt. Auch psychisch erkrankte profitierenvon der einfühlsamen Art dieser majestätischen Tiere.
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