Diese Probleme entstehen bei negativer Schufa

Ein negativer Eintrag in der SCHUFA hat Konsequenzen (Foto: https://pixabay.com/de/users/Dieter_G-359839/)
 
Ein Leben ohne Smartphone? Für die meisten kaum vorstellbar. (Foto: https://pixabay.com/de/users/terimakasih0-624267/)

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (SCHUFA) sammelt Informationen zum Zahlungsverhalten einzelner Personen. Negative Einträge sind immer eine Folge aus negativem Zahlungsverhalten und haben Folgen. Welche das sind, und was ein negativer SCHUFA Eintrag für Konsequenzen nach sich zieht, ist Thema dieses Beitrags.

Konsequenzen der negativen Einträge in der Schufa

Die SCHUFA ermittelt einen Scorewert. Dieser Scorewert gibt Auskunft über die Zahlungsbereitschaft eines Kunden. Lässt sich ein Verbraucher etwas zuschulden kommen, was Eingang in die SCHUFA findet, hat das Folgen auf seinen persönlichen Scorewert: dieser sinkt. Wie stark die Beeinträchtigung allerdings ist, hängt davon ab, wie schwerwiegend das Problem ist.

Wer zum Beispiel eine Rechnung bei den Stadtwerken nicht bezahlt hat oder die Telefonrechnung vergisst, für den sind die Konsequenzen gering oder bleiben völlig aus – solange kein Mahnbescheid ins Haus flattert. Wird jedoch ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet, ein Vollstreckungsbescheid zugestellt oder ein Verbraucher muss eine eidesstattliche Versicherung abgeben, dann wird der Scorewert stark gedrückt. Je nach Ausgangssituation kann es dann für den Verbraucher kritisch werden. Es kann zum Beispiel sein, dass Banken keine Kredite vergeben, wie in diesem Beitrag angesprochen.

Vertragspartner holen Auskünfte bei der SCHUFA ein und erfahren auf diesem Weg davon. Ist der Scorewert verhältnismäßig niedrig, ziehen sie ihre Konsequenzen. Welche Konsequenzen das sind, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Banken

Manche Banken haben ihren Statuten festgeschrieben, dass sie Kunden mit einem negativen SCHUFA Eintrag keine Überziehung des Girokontos gewähren. Manche Kreditinstitute geben dann weder EC-Karten noch Kreditkarten aus. Andere versagen einem Antragsteller mit negativem SCHUFA Eintrag einen Kredit.

Das können Verbraucher tun: Der erste Weg führt über das persönliche Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter. Manchmal lassen sich negative SCHUFA Einträge klären und Probleme auf mündlichem Weg lösen. Falls das nicht gelingt, gibt es dennoch Alternativen. Auf dem Markt sind Anbieter, die Kreditkarten bei negativem SCHUFA Eintrag anbieten und auch Kredite ohne SCHUFA bereitstellen. Interessenten können sich auf dieser Seite einen Überblick über Anbieter verschaffen, die Kredite ohne SCHUFA vergeben. Dabei handelt es sich um Finanzinstitute, die eine Kreditprüfung ohne Vorkosten vornehmen, ein Zeichen von Seriosität.

Mobilfunkanbieter

Mobilfunkanbieter reagieren fast alle gleich. Wenn ein Verbraucher einen Vertrag abschließen will, verweigern sie bei negativem Eintrag in der Regel den Vertragsabschluss. Ihnen ist die Zahlungsbereitschaft des Kunden zu niedrig und sie befürchten, dass die regelmäßigen monatlichen Zahlungen nicht auf Ihrem Konto eingehen - deshalb die Verweigerung.

Das können Verbraucher tun: Betroffene können auf Prepaid-Karten ausweichen und trotzdem telefonieren. „Erst zahlen, dann wählen“ lautet die Devise, die in den meisten Fällen vor unerwartet hohen Handyrechnungen schützt. Doch Verbraucher sollten aufmerksam bei der Wahl des Anbieters sein, denn manche bringen versteckte Kostenfallen mit, wie die Verbraucherzentrale in diesem Artikel warnt.

Unternehmen mit Rechnungskauf

Nach demselben Prinzip wie die Mobilfunkanbieter verfahren Versandhändler und andere Unternehmen, die normalerweise Ware gegen Rechnung rausschicken. Sie liefern an Betroffene nur nach Vorkasse oder gar nicht.

Das können Verbraucher tun: Verbrauchern bleibt nichts anderes übrig, als die Ware vorab zu bezahlen und bei Nichtgefallen zurückzuschicken und ihr Geld zurück zu verlangen. Oder sie weichen auf andere Firmen aus, die keine SCHUFA-Abfrage durchführen.

Das sind negative Schufa-Einträge

Ein negativer Eintrag in die Kartei bei der SCHUFA ergibt sich zum Beispiel aus

• nicht bezahlten Rechnungen
• einer Privatinsolvenz
• vertragswidrigem Verhalten
• Mahnbescheid
• Vollstreckungsbescheid
• anderen gerichtlichen Maßnahmen (z.B. Verurteilung)

Eine nicht bezahlte Rechnung entwickelt erst dann negative Konsequenzen, wenn die Forderung rechtskräftig festgestellt wurde, d.h., wenn die Rechnung zum Beispiel per Mahnbescheid eingefordert wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Forderung gerechtfertigt ist oder nicht. Es reicht allein der Umstand, dass ein Mahnbescheid an eine Person rausgeht. Das Justizministerium informiert in dieser Broschüre rund um das Thema Mahnbescheid und was Verbraucher tun sollten, wenn sie einen erhalten.

Die zu erwartende Konsequenz eines Mahnbescheids ist jedenfalls ein Vermerk in der SCHUFA. Ähnliches gilt für vertragswidriges Verhalten erst wenn es darüber einen rechtskräftigen Bescheid in irgendeiner Form gibt, findet die Information den Weg in die Kartei der SCHUFA. Privatinsolvenzen haben per se gerichtlichen Kontakt, dasselbe gilt für den Vollstreckungsbescheid und andere gerichtliche Maßnahmen. Diese Informationen finden automatisch Eingang.

Praxistipp: Manchmal lassen sich negative SCHUFA Einträge klären. Dazu sollten Betroffene ihre Daten einsehen und überprüfen, ob die Eintragungen überhaupt richtig sind. Ist das nicht der Fall, können Sie diese korrigieren lassen mit den korrigierten Informationen können Sie erneut bei dem gewünschten Vertragspartner vorsprechen und das Problem aus der Welt schaffen.
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