Eine starke Frau mit klaren Positionen

Von links: Thomas Bauer (stellvertretender AWO-Kreisvorsitzender), Sven Erhardt (Referent für Vorstandsangelegenheiten und Öffentlichkeitsarbeit), Christine Heller (stellvertretende AWO-Kreisvorsitzende), Johanna Uekermann (Bundesvorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation "Jusos"), Hartmut Hetzelein (AWO-Kreisvorsitzender). Foto: pm


Sie gilt für viele als das Gesicht einer jüngeren, weiblicheren und nicht zuletzt linkeren SPD - Die TV-bekannte Bundesvorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation "Jusos", Johanna Uekermann. Die im Frühjahr zudem zur stellvertretenden SPD-Landesvorsitzenden gewählte Niederbayerin war der politische Ehrengast eines dreitägigen Treffens, zu dem der AWO Kreisverband Mittelfranken-Süd traditionell einmal im Jahr rund 120 Haupt- und Ehrenamtliche einlädt.

Auf den Zahn gefühlt

In einem kurzweiligen Interview führte der AWO-Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Sven Ehrhardt, der Nachwuchspolitikerin auf den Zahn.

Neben sozialpolitischen Themen diskutierten sie dabei auch über den Neuaufbau der jüngst in Straucheln geratenen SPD. Uekermann, die deutschlandweit als Sprachrohr der rund 70.000 jüngeren Parteimitglieder fungiert, plädierte dabei für eine Rückbesinnung auf ursozialdemokratische Themen.

Teil dieser "erneuerten sozialdemokratischen Erzählung" müssten beispielsweise ein Systemwechsel in der Rentenpolitik, welcher endlich für ein gesichertes Auskommen im Alter sorge, aber auch eine wirkungsvolle Bekämpfung der immer weiter auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich sein.

Die Juso-Bundesvorsitzende Uekermann bekräftigte dabei ihre Forderung nach einer Vermögenssteuer, aber auch für eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung, beispielsweise durch die Einführung einer Solidarrente sowie eines steuergestützten Demografiezuschusses.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Im Pflegebereich sah sie eine Verbesserung der Personalschlüssel, aber auch der Gehälter und Arbeitsbedingungen, als notwendig an, um angesichts des immer größer werdenden Fachkräftemangels bei einer gleichzeitig steigenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen dem drohenden Systemkollaps entgegen zu treten. Eine Bürgerversicherung solle nach Meinung der Juso-Frontfrau darüber hinaus die "Zwei-Klassen-Medizin" endlich beenden. Hier brachte der AWO-Kreisgeschäftsführer Rainer Mosandl zudem das Konzept einer Pflegevollversicherung in die Diskussion ein, um die Betroffenen und deren Angehörige finanziell zu entlasten.

Zentrales Thema des Landtagswahlkampfes solle für die SPD nach Meinung der stellvertretenden Landesvorsitzenden auch die Integrationspolitik werden. "Wir müssen die Potentiale der motivierten, arbeits- und integrationswilligen Menschen, die bei uns Schutz suchen, endlich nutzen, anstelle sie auszugrenzen und mit verweigerten Arbeits- und Ausbildungserlaubnissen zu schikanieren." Für ihre deutlichen Worte und klaren Positionen bekam die 30-jährige Niederbayerin nicht nur lang anhaltenden Applaus, sondern aus den Händen der beiden stellvertretenden AWO-Kreisvorsitzenden Christine Heller und Thomas Bauer auch ein Bildmotiv der AWO-Gründerin Marie Juchacz überreicht.

"Eine starke Frau, wie du es auch bist", verabschiedete der AWO-Kreisvorsitzende Hartmut Hetzelein den politischen Ehrengast zurück nach München. (pm)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.