Endgültiges Aus für Decathlon?

Im Streit um die Ansiedlung einer Filiale der Sporthandels-Kette Decathlon in Lechhausen hat nun der Bauauschuss - vorläufig - Tatsachen geschaffen. Die Mitglieder verweigerten am Donnerstag die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans. Nun ist es sehr unwahrscheinlich, dass Decathlon doch noch kommt.

Die Ansiedlung auf der "grünen Wiese" steht im Widerspruch zu den Erkenntnissen des Einzelhandelskonzepts, dass die Stadt erstellen ließ. Das Sportsortiment soll laut Konzept in die Innenstadt. Als Standort hatte die Stadt das mittlerweile frei gewordene Kaufhof-Gebäude angeboten. Auch das Fuggerstadt-Center war im Gespräch. Doch Decathlon ließ sich darauf nicht ein. Deren Verkaufskonzept lasse sich in der Innenstadt nicht umsetzen.

War die CSU lange ein Fürsprecher für die Ansiedelung in Lechhausen, ist sie heute dagegen, was sich beim Votum im Bauausschuss zeigte.

Der Kurswechsel wird bei anderen Fraktion nicht gut aufgenommen. "Jede Menge Personen arbeiten seit sechs Jahren an der Realisierung des Projektes, jetzt fällt das Fallbeil", kritisiert die CSM. Ausgerechnet die Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg unter Wirtschaftsreferentin Eva Weber läute das Aus ein - "mit mehr als fadenscheinigen Argumenten", wie die CSM meint. "Gestaltung und Beachtung des Fair Play stellen wir uns anders vor", kritisieren die drei Fraktionsmitglieder.

An die Vorteile einer Ansiedlung, an die auch einmal die CSU geglaubt hat, erinnert die AfD in einer Pressemitteilung: "Der Verkauf des Grundstückes würde den Haushalt 2015 entlasten. Die langfristigen Gewerbesteuereinnahmen erleichtern den strapazierten Augsburger Haushalt", hebt die AfD hervor. Auch würden fünfzig bis sechzig Arbeitsplätze entstehen. Fraktionschef Thomas Lis ist überzeugt, dass eine Ansiedlung nachhaltig die Attraktivität des Einzelhandelsstandortes Augsburg erhöhe, auch die Innenstadt würde profitieren.

Und es gibt noch einen ganz anderen Aspekt. Decathlon hatte auf einem Beschluss bestanden, wohl wissend, dass dieser zuungunsten des Unternehmens ausfallen würde. Eventuell geht es Decathlon nun um eine Schadenersatzklage. Mehr als 200 000 Euro sollen schon in die Entwicklung des Standorts geflossen sein. Geld, dass sich das Unternehmen nun vielleicht wiederholen möchte.
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