Fiat Tipo: Italienischer Schick für kleines Geld

Nicht billig, aber preiswert – mit dem neuen Tipo als Steilheck will Fiat wieder Herzen erobern. Klappt das?

Den Claim mit den Status-Symptomen hat schon eine andere Marke besetzt. Eine, die angesichts der neuen Tipo-Familie, Start bei 13 990 Euro, sicher ins Grübeln kommt. Doch mit Renaults Billig-Ableger Dacia will sich Fiat gar nicht messen. Auch nicht mit den etablierten Kompakten der deutschen Hersteller. Zwischendrin, so das Credo, ist der Platz für den Tipo. Das untermalt er neben der hübschen Schale mit einem Innenraum, in dem nicht aus jeder Ritze Verzicht strömt.

Hartplastik bleibt in dieser Preisklasse natürlich nicht aus, doch dort, wo man jeden Tag hinsieht und -fasst, sind mit aufgeschäumtem Kunststoff und seriösen Verkleidungen Ambitionen erkennbar. Flott gezeichnet, ordentlich ausschmückbar und klassengerecht motorisiert, ist der Tipo ein Pragmatiker im besten Sinne. Mit dem gefahrenen Turbobenziner und seinen 120 PS kommt der Tipo-Fahrer im Alltag gut zurecht, hat Reserven für ein schnelles Überholmanöver und ausreichend Drehmoment für eine relativ schaltfaule Fahrweise. Bereits bei 1500 Umdrehungen kommt Druck auf, knapp darüber legt sich der 1,4-Liter-Motor dann tüchtig ins Zeug. Dabei bleibt der Tipo ein leiser Alltagsbegleiter. Wenig Windgeräusche, ein gut gedämmtes Motorenabteil, am dominantesten drängen die Abrollgeräusche aus dem Tiefparterre ins Wageninnere.

Das Fahrwerk macht seine Arbeit gut, solange die Fahrbahn nicht in Falten liegt. Kurze Unebenheiten, Frostaufbrüche, Kanaldeckel – alles keine Tipo-Freunde. Solche Stöße werden der Besatzung kaum gefiltert mitgeteilt, vor allem dann, wenn nur der Fahrer und kein Gepäck an Bord ist. Der zum Vergleich gefahrene Tipo Kombi Diesel, länger und schwerer und erst ab Spätsommer beim Händler, federte da spürbar kommoder. Übermütige Fahrweise quittiert der Fiat mit frühem Untersteuern, ebenso zeitig geht das ESP auf Abfangkurs. Das passt zum Rest, denn die Lenkung ist zwar recht direkt übersetzt, gibt sich jedoch leicht synthetisch und gefühlsarm.
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