Grippewelle in Bayern

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Seit Mitte Januar grasiert in Deutschland die Grippewelle. War zunächst vor allem Ostdeutschland betroffen, breitet sich der Virus nun auch weiter im Süden aus. Für Bayern besteht eine akut erhöhte Influenza-Gefahr. Darauf müssen Sie in den kommenden Wochen achten.

Grippe fordert erste Opfer


Insgesamt konnten in Deutschland bereits 3.000 Grippefälle ermittelt werden, wobei bereits 17 Todesfälle verzeichnet wurden. Vorrangig geht dies auf den Virus-Typ Influenza A zurück, einige Fälle sind wiederum auf den H1N1-Virus, auch ein Subtyp der Influenza A, zurückzuführen. Auch in Bayern wurde ein Todesopfer gemeldet, es handelte sich um einen Mann aus dem Landkreis Donau-Ries.

Das Robert-Koch-Institut stuft die Influenza-Aktivität im Freistaat als deutlich erhöht ein. Besonders betroffen seien vor allem die Gebiete Mittelfranken, Straubing und Rosenheim. Wobei sich der Infektionsherd von Mittelfranken aus nach Osten auszubreiten scheint. Über den genauen weiteren Verlauf kann das RKI jedoch keine eindeutigen Aussachen treffen. Für gewöhnlich steigt die Virus-Aktivität im Januar und Februar besonders stark an. Wobei die Grippesaison meist 8 bis 10 Wochen anhält. Es handelt sich dabei jedoch nur um Durchschnittswerte.

Was macht die Grippe so gefährlich?


Obwohl die Virusgrippe, auch Influenza genannt, lediglich auf einen von 3 Virenstämmen zurückzuführen ist – Typ A, B oder C - sind diese in der Lage zu mutieren. Bevor sich eine Grippewelle entwickelt, kann daher meist nur geringfügig vorhergesagt werden welcher Virus-Typ und insbesondere welcher Unterart grasiert. Mediziner können entsprechend die Aggressivität des Virus, wie auch den nötigen Impfstoff, nicht zu 100% vorhersagen.

Als besonders gefährlich gilt der Typ-A-Virus. Dieser kann auch Tiere befallen und sich hernach auf den Menschen übertragen, sodass Mutationen entstehen können. Aktuell scheinen die meisten Patienten vom Virus A(H1N1)pdm09 betroffen zu sein. Die Inkubationszeit ist sehr gering, sodass eine Ansteckung bereits nach wenigen Stunden erfolgt sein kann. Symptome äußern sich in starker Ausprägung. Dabei kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

• Hohes Fieber
• Schüttelfrost
• Gliederschmerzen
• Übelkeit und Erbrechen
• Tränende Augen

Für gewöhnlich klingen Beschwerden nach 1 bis 2 Wochen wieder ab. Besteht jedoch eine chronische oder akute Immunschwäche, kann die Virusinfektion zu einer bakteriellen Infektion führen. In Folge dessen können ernsthafte Entzündungen an Lungen, der Hirnhaut oder am Herzmuskel entstehen.

Wer ist besonders gefährdet?


Als gefährdet gelten Personen, deren Immunsystem beeinträchtigt ist. Eine Immunschwäche kann durch eine chronische oder eine akute Erkrankung bestehen. Patienten, die unter chronischen Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen sowie Immundefekten, Adipositas oder neurologischen Störungen leiden, gelten als stark risikobehaftet. Sie erfahren häufig einen besonders schweren Krankheitsverlauf. Auch Schwangere, sowie Ältere (ab 60 Jahren) und Kinder, deren Immunsystem aufgrund natürlicher Verhältnisse eingeschränkt oder noch nicht voll entwickelt ist, sind gefährdet. Ebenso besteht für Personengruppen, die häufig in Kontakt zu Mitmenschen stehen – z.B. Ärzte, Arzthelferinnen, Lehrer – ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.

Aktuell sind aufgrund der Virus-Mutation ungewöhnlich viele Menschen der mittleren Altersgruppe betroffen. Auch jüngere Erwachsene und Menschen mit gesundem Immunsystem weisen stärker ausgeprägte Krankheitsverläufe auf.

Ist eine Impfung noch sinnvoll?


Obwohl Ärzte dazu raten eine Grippeschutz-Impfung bereits im Oktober durchführen zu lassen, um sicherzustellen, dass der Impfstoff vor Beginn der Grippewelle seine Wirkung entfaltet und über den Saisonzeitraum aufrecht erhält, ist eine Impfung auch nach Ausbruch der Grippewelle sinnvoll. Generell gilt, eine Impfung entfaltet seine Wirkung nach 2 Wochen und hält für 6 Monate an. Solange noch keine Symptome bemerkbar sind, ist die Schutzimpfung angeraten.

Patienten können den Ausbruch des Grippe-Virus vor allem an einem plötzlichen Eintreten von Fieber und Gliederschmerzen noch vor dem Auftreten von Husten und Schnupfen bemerken. Doch auch wenn zuvor eine Impfung vorgenommen wurde, besteht kein 100%-iger Schutz von einer Infektion mit dem Virus. Mit einer gezielten Stärkung des Immunsystems und der Vermeidung des Erregerkontakts kann eine Ansteckung zusätzlich verhindert werden. Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion sowie direktem Hautkontakt. Besonders durch Niesen oder Husten können die Schleimhäute der Atemwege in Kontakt mit den Erregern kommen.
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