Honda NSX: Hybrid-Topsportler mit Allradantrieb

Sitze mit viel Seitenhalt, verstellbare Fahrmodi, traktionsstarker Allradantrieb

Boah, hat Honda sich mit dem neuen NSX Zeit gelassen. 1989 kam Nummer eins mit gutmütigem V6-Mittelmotor in einer Aluminiumkarosserie. Jetzt kommt der radikale Wechsel: weniger beim Chassis aus Stählen, Carbonverbund und Aluminium, mehr beim Antrieb.

Der besteht aus insgesamt vier Motoren. Einem komplett neu entwickelten 3,5-Liter-V6-Biturbobenziner, der seine 507 PS an die Hinterachse schickt, und drei Elektromotoren. Der erste sitzt direkt an der Kurbelwelle und hilft dem Verbrenner mit seinen 35 kW und 148 Nm Drehmoment von 500 bis 2000/min über das Turboloch hinweg. Die anderen beiden bieten jeweils 27 kW sowie 74 Nm maximales Drehmoment, sind über ein Planetengetriebe direkt mit der Vorderachse verbunden und machen den neuen NSX so zum Allradler. Das System nennt Honda Sport Hybrid SH-AWD (Sport Hybrid Super Handling All Wheel Drive). Die elektrische Leistungsspritze an der Vorderachse hilft beim Sprint. So soll der 1725 Kilogramm schwere Zweisitzer aus dem Stand in weniger als drei Sekunden die 100-km/h-Grenze durchbrechen und damit der Sportwagenelite locker davonsprinten.
Doch der NSX ist kein Hardcore-Renner, eher verbindlich-japanisch. Außerhalb der Stadt auf bergigen Straßen zaubert schon der Sport+-Modus dem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht, und wer es dann tatsächlich wissen will, wird im Track-Modus bedient. Mit ihm wird auch die serienmäßige Launch Control freigeschaltet, welche die Passagiere mit 581 PS Systemleistung und den 698 Nm Drehmoment tief ins straffe Polster der Sportsitze drückt.

Nichts ist zu spüren vom komplizierten Zusammenspiel der vier Motoren samt aktiver Drehmomentverteilung, stattdessen folgt der Honda leichtfüßig den Kommandos des Piloten, während die Federung für gute Rückmeldung ohne störendes Wanken sorgt. Die Bremse verzögert auf sehr hohem Niveau, hilfreich nicht nur bei Topspeed 307 km/h.

auto motor und sport Ausgabe 7/2015


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