Kleider machen Leute

Welche Farben harmonieren? Was ist mutig und chic? Was dagegen stillos und out? (Foto: fotolia.de © iiievgeniy #129615369)
 
Weniger ist mehr. Speziell für den Arbeitsalltag sollten die gewählten Farben legere sein. (Foto: fotolia.de © janifest #106086517)
 
Wann trägt eine Krawatte zur Abrundung bei und wann ist man(n) overdressed? (Foto: fotolia.de © srki66 #178106962)

Der Bürodress für jede Jahreszeit
Nicht für jede Jahreszeit und/oder Arbeit ist die gleiche Kleidung ratsam. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, hilft dieser Ratgeber bei jeder Gelegenheit Stil und damit Klasse zu zeigen.


Die Jahreszeiten geben den Ton an

Grundsätzlich richtet sich Kleidung, egal für welchen Anlass, nach der Wettersituation. So auch unsere Bürokleidung obwohl unser Arbeitsumfeld in den meisten Fällen wohl temperiert ist. Für Sommer, Herbst, Winter und Frühling gelten jeweils eigene Gesetze. Hier ein kurzer Überblick über Empfehlungen und No Gos.

Sommer:

Die Temperaturen klettern deutlich jenseits der 20 Grad Celsius und man weiß gar nicht mehr so recht, was man vor lauter Hitze anziehen bzw. am liebsten ausziehen soll; und genau dort beginnen die Probleme. Schließlich kann man bei manchen Anstellungen nicht auf einen Anzug verzichten. Dem Manager in kurzer Hose und Shirt zu begegnen wäre schon merkwürdig und vor Allem ein modisches Disaster.
Man sollte im Sommer vor Allem auf atmungsarme Stoffe wie Polyster verzichten und luftdurchlässige hautfreundliche Stoffe tragen. Polyester besitzt neben seinen mangelhaften Atmungsqualitäten auch andere Nachteile: Einerseits ist er extrem leicht entzündlich, andererseits glänzen viele Polyester-Anzüge in der Sonne, was freilich sehr billig aussieht. Besser geeignet sind da Baum- und ganz besonders Schurwolle, die atmungsaktiver sind.
Ein wenig aufpassen muss man bei Leinen: Zwar sind sie auch im Anzug sehr angenehm zu tragen, knittern aber gern. Zudem sollte man unbedingt aufpassen, dass man sich nicht versehentlich einen voll gefütterten Anzug kauft! Für die Damen und ihre Blazer gelten natürlich ganz ähnliche Regeln.
Auch die Wahl des richtigen Hemdes will gelernt sein. Denn manches zu warmes Hemd kann glatt Schweißflecken unter dem Arm sichtbar machen. Für Frauen wie für Männer sind Schweißflecken genauso ein No Go wie die das Kurzarmhemd für den Mann; lieber zu einem eleganten Poloshirt greifen.
Im mittleren und hohen Management sind für die Männer kurze Hosen absolut verboten, genau wie jede Art von Hot Pants für Frauen. Diese sollten zu weiteren, längeren und luftigeren Röcken greifen. Tabu sind übrigens auch Flip-Flops. Sich über stilistische No-Gosim Büro zu informieren, ist im heutigen Zeitalter übrigens absolutes Pflichtprogramm.
Im Sommer sind für beide Geschlechter übrigens Chinos ratsam. Sie sehen elegant aus, sind aber sportlicher als Anzughosen und dennoch bürotauglich und nicht zu warm.
Knallige Farben sollten außerdem nicht zu dick aufgetragen und wild gemischt werden. Frauen sollten darauf achten, auf keinen Fall zu wenig Stoff zu tragen, sondern bei extremen Temperaturen zu weiteren luftigeren Kleidungsstücken zu greifen.
Bezüglich der Schuhwahl sollten die Herren auch im Sommer bei der geschlossenen Variante bleiben. Nichts ist Schlimmer als Herren-Sandalen außer der Herr trägt hierzu noch Tennissocken. Frauen haben dagegen im Sommer die größte Auswahl: Ballerinas, Riemchensandalen oder auch Stilettos können Ihr Outfit wunderbar auffrischen.

Herbst:

Der Herbst ist in Sachen Wetter oft recht unvorhersehbar und unbeständig. Aus diesem Grunde sollte man unbedingt auf Eventualitäten eingestellt sein. Kommt der morgendliche Schauer und man hat den Schirm vergessen, bringt auch das perfekteste Outfit nichts mehr. Übrigens, selbst wenn man das Herumtragen eines Schirms hasst, bitte nicht als Alternative zur Basecap greifen!
Und auch die Wollmütze hat beim Businessoutfit nichts verloren. Deshalb unbedingt auch bei vermeintlich schöneren Tagen den Schirm mitnehmen, um böse Überraschungen zu vermeiden! Ansonsten gilt ab sofort das Zwiebelprinzip für Damen und Herrn. Nur damit ist es möglich, den Herbst halbwegs erkältungsfrei zu bleiben.
Ist man auf den höheren Büro-Etagen unterwegs sollte man übrigens nie vergessen, dass Boots keine Bürokleidung sind; egal wie praktisch sie besonders auf dem Weg zur Arbeit sind. Daher sollte man lieber Halbschuhe im Büro deponieren und die Schuhe dann wechseln.
Zum komfortablen Tragen von Hemden und Blusen unter Pullovern ist es natürlich notwendig, dass diese ausreichend Platz für den Kragen bieten. Je nach Temperierung des Büros können aber auch Polohemden getragen werden. Gelegentlich hat man auch in Mitteleuropa Glück und ein goldener Sommer erlaubt kurzärmlige Kleidung. Ansonsten ist der Rückgriff auf den Trenchcoat eine echte, modische Alternative. Der Trenchcoat hält sich bereits seit Jahrzehnten in der Mode und ist auch in so gut wie jeder Farbe und mit jedem Muster vertreten. Auch Daunen- und Wachsjacken sind zu empfehlen. Diese sehen nicht nur sehr gut aus, sie halten auch sehr warm und sind bei entsprechender Behandlung extrem wasserabweisend!

Winter:

Grundsätzlich lässt sich das über den Herbst geschriebene auch im Winter anwenden. Ziehen Sie sich nicht so dick an, dass Sie im Büro zu schwitzen anfangen. Westen unter dem Mantel und über dem Hemd wären also perfekt. Die Weste können Sie mit dem Mantel gleich im Büro ausziehen. Niemals sollten Sie zum warmen aber optisch katastrophalen Hoodie greifen. Er mag zwar warm und kuschlig sein aber er ist viel zu sportlich und leger.
Auch für Schals gibt es Business-Regeln. Grundsätzlich ist gegen einen Schal gar nichts zu sagen, vorausgesetzt er wird im Büro selbst abgelegt. Gleiches gilt für Hüte und Mützen. Jedoch sollten Sie beim Schal vielleicht nicht zu dem von Großmutter gestrickten Model mit Häkel-Applikationen greifen. Außerdem sollten Sie auch bei diesem Accesoir dezente Farbtöne wählen.
Besonders stilvoll sind übrigens Handschuhe aus Leder, die mit Lammfell, Kaschmir oder Seide gefüttert sind. Sie halten warm, lassen sich sehr gut mit einem Anzug kombinieren und passen perfekt zum Mantel, der für Damen und Herren gleichermaßen eine tolle Methode ist auch im Winter mit adäquater Kleidung zu glänzen.

Frühling:

Hier sollten mit bei allem Übermut über die ersten Sonnenstrahlen und frühsommerlichen Temperaturen nicht gleich das Sommeroutfit aus dem Schrank nehmen. Es gelten ähnliche Regeln wie für den Herbst. Langsam aber sicher kann man sich den Temperaturen wieder anpassen. Dabei sollte man allerdings stets vorsichtig bleiben, man will ja keine Frühjahrsgrippe riskieren.
Übergansjacken sind eine gute Alternative den doch noch frischeren Brisen zu trotzen. Prima eignet sich hierzu wieder der Trenchcoat. Dieser Klassiker rundet einfach jedes Outfit ab und ist zudem noch so herrlich praktisch.

Die richtige Kleidung für das richtige Unternehmen

Grundsätzlich muss man sich stets nach dem Unternehmen richten, für das man arbeitet. Das heißt: Besonders im Bank- und Versicherungswesen ist es keine gute Idee mit lockerer Kleidung aufzutauchen. Dort erwartet man grundsätzlich einen dunklen Anzug inklusive Krawatte.
Frauen hingegen sollten dunkle Hosenanzüge und Kostüme wählen. Auch bei Vorstellungsgesprächen gilt, dass man im Zweifelsfall lieber overdressed statt underdressed sein sollte. Ersteres zeugt von Respekt, Letzteres ist höchstens peinlich.
Trotz der strengen Regeln im Banken- und Versicherungswesen, die übrigens auch im Rechtsbereich gelten, gibt es auch erhebliche lockerere Branchen. Besonders bei Start-Ups, kreativen und innovativen Unternehmen gilt es sogar eher als verpönt im Anzug herumzulaufen. Ein gutes Beispiel ist der Facebook-Gründer und Milliardär Mark Zuckerberg, der für gewöhnlich in einem grauen T-Shirt herumläuft und sich nicht sonderlich um Kleidungskonventionen schert.
Grundsätzlich ist man immer auf der sicheren Seite, wenn man am ersten Tag sehr formal gekleidet kommt und dann beobachtet wie die Kollegen sich kleiden. Nach einigen Tagen kann man sich dann dem allgemeinen Stil des Unternehmens fabelhaft anpassen. Dabei kann es natürlich immer mal wieder Irritationen geben.
Wie immer hängt es ganz davon ab, welches Image sich die Firma verpassen will. Es gilt aber allgemein, dass gerade kundenorientierte Unternehmen auf ein seriöses Auftreten sehr achten. So kann man sich darauf verlassen, dass Kundenberaterinnen und Kundenberater immer mit einem eher klassischen Outfit glänzen.

Kleider machen Leute

Die optische Wirkung, die man ausstrahlt, gleicht einer Mitteilung. Vertrauensvoll und professionell muss Kleidung im Berufsleben vor allem wirken, dann kann sie sogar karriereunterstützend sein.
Dabei spielen auch zum richtigen Zeitpunkt getragene Farben eine Rolle, die beim Gesprächspartner unterbewusst zur Geltung kommen können. Dies führt dazu, dass man mit einer guten Mischung aus gelungener Kleidung und den richtigen Farben ein richtiger Beitrag zur Karriere geleistet werden kann!
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