Krise – und jetzt? Girlpower!

Auch wenn er noch so bettelt, wenn „der Punkt“ überschritten ist, sollte man unverzüglich das Feld räumen. (Foto: (Fotolia.com: elnariz))
 
Auch wenn er noch so bettelt, wenn „der Punkt“ überschritten ist, sollte man unverzüglich das Feld räumen. (Foto: (Fotolia.com: Focus Pocus LTD))
 
Lieber in der Anfangsphase einmal zu oft geweint, als zu wenig. (Foto: (Fotolia.com: Antonioguillem))

Frauen sollten nach Trennungen nicht lange leiden, sondern voll durchstarten und so dem Ex zwar nicht körperlich, aber doch psychisch deinen satten Haken verpassen. Es passiert täglich in Dortmund dutzende Male: Was einst eine romantische Beziehung war, geht den Weg alles Irdischen. Das tut immer weh. Doch besonders leiden Mädels darunter, die bei diesem Bruch nicht nur Partner oder Partnerin verloren, sondern auch die Wohnung. Für all die Ladies, denen dieses Chaos noch bevorsteht oder die vielleicht jetzt gerade drinstecken, erklärt der folgende Artikel, was zu tun ist. Nein, nicht in Form von „armes Mädel“, sondern „ran an den Feind!“.

1. Raus und zwar schnell
Wenn es zum Äußersten kommt, sollten Frauen die Cleveren sein. Soll doch der Ex, der einen betrogen hat, sich mit dem ganzen Ärger um die gemeinsam gemietete Wohnung herumplagen. Außerdem ist es Fakt, dass wenn er die Bude verlässt, man selbst viel länger unter der Trennung leidet, weil rund um einen herum alles an ihn erinnert – und der einzige Weg daraus wäre es, für tausende Euro neu einzurichten. Ist er das wert? Sicher nicht. Also lautet die Losung: Sachen packen, beste Freundin, Eltern oder eine gute Kollegin anrufen und dann dort Quartier aufschlagen.
Wichtig 1: Wenn beide Partner den Mietvertrag unterschrieben haben, muss man sich schnellstens mit dem Vermieter bezüglich eines Aufhebungsvertrages zusammensetzen, weil es sonst zu Mietnachforderungen kommen kann.
Wichtig 2: Solange es in der Wohnung keine teuren Dinge gibt, die gemeinsam gekauft wurden und um die man sich streitet, sollte man die Wohnung gar nicht mehr betreten. Wenn man den besten Freundinnen eine Liste macht, können auch sie Klamotten und Co. abholen.

2. Zeit fürs Leiden

Auch wenn es Genderforscher gerne verneinen, aber ein bisschen unterschiedlich sind Männer und Frauen doch. Auch nach Trennungen. Bei Männern kommt direkt danach erst einmal eine kurze Euphorie-Phase, die ein, zwei Wochen anhält und erst anschließend von Trauer abgelöst wird.
Bei Frauen sieht es indes umgekehrt aus. Da sind die ersten Tage die Schlimmsten. Und diese Tage sollte man sich auch nehmen, um seine Wunden zu lecken. Lieber jetzt in Rotz und Tränen zerfließen und sich danach besser fühlen, als diese starken Emotionen unterdrücken und das Leid ins Unendliche verlängern. Will man wirklich noch in einem halben Jahr einen Stich in der Magengrube bekommen, wenn er einem im Westenhellweg über die Füße läuft? Nein! Also muss jetzt alles raus an Gefühlen. Ruhig auch mit entsprechend filmischer Untermalung.

3. Aufarbeitung
Wenn die schlimmsten Wogen des heulenden Elends abgeklungen sind, wird es Zeit, sich an die nüchterne Aufarbeitung der Beziehung zu machen. Kerle neigen eher dazu, einen solchen Bruch als höhere Gewalt anzusehen. Frauen gehen den Dingen hingegen auf den Grund – denn es wird immer ein nächstes Mal geben und da möchte man etwaige eigene Fehler kein zweites Mal begehen und erkennen können, ob sich ein weiterer Bruch anbahnt. Was Frau sich nun fragen sollte:
• Was hat mich an ihm/ihr alles gestört? (unbedingt notieren, weil das Gehirn negative Erfahrungen schnell verdrängt)
• War er/sie wirklich ein Partner, mit dem ich all meine Zukunftspläne verwirklichen hätte können, ohne allzu große Abstriche machen zu müssen?
• Was habe ich mir wegen ihm/ihr in der Beziehung verkneifen müssen?
• Wie sehr hat mich das gestört?
• Wie habe ich zum Bruch der Beziehung beigetragen?
• Wie kann ich das künftig vermeiden?
Was man sich allerdings nicht fragen sollte, ist, wie man ihn oder sie zurückbekommt. Denn sofern man nicht selbst die Haupt-Trennungsschuld trägt, kann der Partner, wenn ihm wirklich was daran liegt, einen zweiten Anlauf starten. Aber nur, wenn er alle wichtigen Kritikpunkte dauerhaft abstellt.



4. Neu, neu und nochmal neu
Spätestens jetzt wird es Zeit, sich eine neue Bleibe zu suchen, man kann ja nicht ewig bei seiner Freundin auf der Couch hausen. Dabei sollte von vornherein klar sein, dass man sich nun finanziell einschränken muss – immerhin ist man ja jetzt nicht nur auf sein eigenes Gehalt angewiesen, sondern muss eine Wohnung einrichten. Doch auch das sollte man positiv sehen, denn diese Wohnung, so klein sie auch sein mag, wird nun die eigene Festung.
Und zu einer Festung gehört, dass man sich neu rüstet. Das bedeutet: Jetzt ist Ausmisten angesagt und zwar in großem Stil:
1. Alle Kleider auf Bett und Boden legen
2. Drei Stapel bilden: Behalten, Nicht behalten, Unentschlossen
3. Alles, was an den Ex erinnert, sofort aussondern
4. Aus dem „Unentschlossen“-Stapel eine Modenschau für die Freundinnen machen und danach entweder behalten, im Second-Hand-Laden verkaufen oder den Mädels schenken

Anschließend wird neu eingekauft. Allerdings nicht wahllos, sondern auch mit Rücksicht auf die Finanzlage in Form der Capsule Wardrobe. Die besteht nämlich nur aus 37 einzelnen Kleidungsstücken – die aber so abgestimmt sind, dass sich daraus unzählige Kombinationen kreieren lassen. Und jedes neue Teil sollte mit mindestens dreien kombinierbar sein, die auf dem „Behalten“-Stapel landeten.
Das hat den Vorteil, dass man für vergleichsweise wenig Geld einen radikal neuen Look erschaffen kann. Und: in den neuen Klamotten fühlt man sich nicht nur neu, sondern wie gepanzert.
Und wenn man schon beim Neumachen ist, dann sollte auch noch eine neue Frisur und ein Gesichts-Makeover drin sein. Nein, nicht um sich den Nächsten zu angeln, sondern um sich selbst gut zu fühlen. Denn der Sinn hinter all diesen Wandelungen ist, dass man so viel wie möglich aus seinem alten Leben ablegt, man häutet sich wie eine Schlange.

5. Gas geben
Hand aufs Herz: In einer Beziehung muss man immer Abstriche machen. Man kann weder genügend Zeit mit seinen Freundinnen verbringen, noch bleibt so richtig Raum für Hobbies und all das, was man „schon ewig“ machen möchte.
Manege frei, denn genau diese Phase beginnt jetzt. Doch zuvor muss man sich einmal mehr hinsetzen und eine Liste schreiben:
• Was kam in der Beziehung am meisten zu kurz?
• Welche Freundin habe ich am schmerzlichsten vermisst?
• Was konnte ich nur wegen der Beziehung nicht machen?
Und daraus erstellt man sich eine Hitliste. Ganz wichtig: Dabei sollte die Zeit, die man einsam ist, so kurz wie möglich gehalten werden. Denn mit Einsamkeit kommen grüblerische Gedanken und damit vielleicht erneute Trauer. Das muss man unter allen Umständen vermeiden. Also egal ob Schaufensterbummel, Mädels-Fernsehabend oder Party: Es ist alles erlaubt, was den eigenen Kopf vom Nachdenken abhält. Und je besser das klappt, desto mehr entfernt man sich geistig von der Beziehung. Bis man irgendwann an dem Punkt ist, an dem man – theoretisch – bereit für was Neues wäre. Doch Vorsicht:

6. Kein Spiel mit dem Feuer
Wenn die Trennung überwunden ist, könnte man auf den Gedanken kommen, etwas „Spaß“ zu haben. Allerdings sollte man sich das gut überlegen. Denn mit zu frühem (Körper-)Kontakt zu einem neuen Menschen könnte schlagartig wieder der Ex vor dem geistigen Auge erscheinen: Vielleicht fasst die Disco-Bekanntschaft einen genauso an, wie die Exfreundin es tat, vielleicht reicht auch nur ein Blick.
Bevor man sich ins „Spaßbecken“ stürzt, sollte man deshalb
1. Wirklich sicher sein, dass man im Kopf abgeschlossen hat
2. Mit ganz harmlosen Flirts anfangen
3. Auf keinen Fall emotional an die Sache gehen

Erst nach und nach kann man sich so „zurückarbeiten“ ohne befürchten zu müssen, dass es Rückschläge gibt. Und irgendwann steht man dann wirklich an dem Punkt, an dem man sich auf etwas Neues einlassen kann – oder man erkennt, dass man als Single durchaus auch absolut glücklich und zufrieden durchs Leben gehen kann. Beides ist tausendmal besser als eine Beziehung, in der man nur leidet.
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