Medizintourismus boomt in Bayern

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Der Service und die Behandlungsmöglichkeiten der hiesigen Krankenhäuser und Mediziner haben sich in den letzten Jahren entwickelt und locken immer mehr Patienten außerhalb der Landesgrenzen nach Deutschland. Im Gegenzug gehen nicht nur die Münchner, sondern auch die Augsburger für medizinische und ästhetische Behandlungen ins Ausland. Das mag an den zum Teil günstigeren Angeboten liegen und einem komfortablen Service, den Patienten vor Ort vermissen.

Was ist Medizintourismus - Sommerurlaub im Krankenhaus?

Heute verbinden immer mehr Patienten den Sommerurlaub oder den Segeltörn mit einer Zahnbehandlung, die sich ganz einfach nebenbei erledigen lässt.
Insbesondere die lokale Nähe und die optimale Verkehrsverbindung bilden eine Basis für eine medizinische Kooperation über die Landesgrenzen hinaus. Das Angebot reicht von Schönheitsoperationen über Augen-OPs bis hin zu einem glänzend weißen Lächeln. So entspannen sich Urlauber und Reisende in Ungarn in den Wellnesskliniken oder unterziehen sich einer Zahnbehandlung. Auch die Tschechische Republik ebenso wie Kroatien versprechen günstige Preise und professionellen Leistungen im Zahnbereich.
Tatsächlich buchen immer mehr Verbraucher ihre Reisen aus medizinischen Gründen. Dabei ist es doch abwegig, die Urlaubstage im Krankenhaus zu verbringen, oder etwa nicht? Immer mehr Menschen unterziehen sich im Ausland einer Operation. Die gesamte Reisebranche prophezeit dem Medizintourismus enorme Wachstumsraten in den nächsten Jahren. Das mag wohl ein Grund sein, warum die Internationale Tourismusmesse (ITB) in Berlin dem medizinischen Tourismuszweig in diesem Jahr einen eigenen Pavillon widmete, um aktuelle Informationen zu liefern.
Grundsätzlich lässt sich der Outgoing- vom Ingoing-Medizintourismus unterscheiden. Outgoing bezeichnet die zulaufenden Patientenströme aus dem Ausland und Ingoing reisende Patienten, die ins Ausland gehen, um sich einer medizinischen Behandlung zu unterziehen. Ausländische Privatpatienten kommen als Selbst-Zahler nach Deutschland. Einen Sonderfall bilden die Patienten, bei denen die Botschaft als gemeinnütziger Träger die Kosten übernimmt. 2015 reisten Medizin-Touristen aus über 177 unterschiedlichen Ländern nach Deutschland. Neben den Nachbarstaaten folgt Russland bereits auf dem Platz 5 als eines der wichtigsten Herkunftsländer.

Enorme Wachstumsraten im Medizintourismus

Im Zuge einer Studie von Visa und Oxford Economic Black haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die globale medizinische Tourismusindustrie weltweite Umsätze von ca. 439 Milliarden $ einfährt. Darin eingerechnet sind Wachstumsraten von bis zu 30 % in den nächsten zehn Jahren, was das enorme Interesse an medizinischen Behandlungen im Ausland nochmals deutlicher macht. Urlauber-Patienten verlangen von ihrer Klinik andere Voraussetzungen. So weisen die Zimmer einen entsprechenden Komfort ähnlich eines Hotels auf. Der Hotel-Standard bietet für die Kliniken im Ausland eine entsprechende Orientierung.
Auf der Suche nach dem richtigen Arzt über die eigenen Landesgrenzen hinaus können Portale wie Qunomedical weiterhelfen. Sie führen Hunderte geprüfter Ärzte in 25 Ländern. Online finden die Patienten konkrete Informationen zu Behandlungen, Krankenhaus, Preisen, Ländern und Ärzten. Demnach lassen sich die Eingriffe entsprechend eingrenzen:
• Allgemeinmedizin
• plastische Chirurgie
• Zahnmedizin
• operative Gewichtsreduktion
• kardiovaskuläre Eingriffe 

Warum lassen sich immer mehr Patienten in Bayern behandeln?

Internationale Patienten kommen aus aller Welt an das Augsburger Klinikum, um von der langjährigen Erfahrung und dem komfortablen Service der VIP Medical Unit zu profitieren. Ein gepflegtes Ambiente, ruhige Zimmer und persönlicher Service gehen einher mit einem abgestimmten Ernährungskonzept, um für ein Rundum-Wohlgefühl zu sorgen. Denn nur ein zufriedener Patient kann in kürzester Zeit genesen.
Mehr als als 200.000 Menschen aus dem Ausland lassen sich im Jahr in bundesdeutschen Kliniken behandeln lassen. Zunehmend reisen Patienten aus den Golfstaaten nach Deutschland, nicht zuletzt aufgrund einem zunehmenden Ressentiment gegenüber Arabern in den USA. Das bringt der deutschen Wirtschaft jährlich 1,2 Milliarden €, zusätzliche Hotelübernachtungen und wirtschaftliche Einnahmen, wenn die Patienten einkaufen. Ein weiterer Grund ist das technische Know-how im Ausland, das in Deutschland einen sehr guten Ruf genießt.
Einer der Hauptgründe für viele Briten, Belgier und Franzosen ebenso wie Niederländer, sich hierzulande behandeln zu lassen, nimmt Bezug auf eine bessere Planbarkeit der Eingriffe, die wohl im Ausland über mehrere Wochen andauern. Die Gründe für eine Behandlung in einem anderen Land sind vielfältig und können auf bessere Behandlungsmöglichkeiten, einen höheren Komfort, eine schnellere Terminvergabe oder auf den guten Ruf zurückführen, sich grundsätzlich im Ausland behandeln zu lassen. Gerade Menschen aus Arabien nehmen einen weiten Weg in Kauf, um von den besten Behandlungsmöglichkeiten zu profitieren. Das bayerische Gesundheitsministerium geht so weit und schätzt, dass ca. 3500 Patienten für eine stationäre Behandlung aus den Golfstaaten nach Bayern kamen. Hier ist im Vergleich zum Jahr 2009 ein klarer Aufwärtstrend zu verzeichnen, da damals lediglich 800 stationäre Patienten zu verzeichnen waren.

Risiken und Nebenwirkungen nicht außer Acht lassen

Doch sind mit dem boomenden Medizintourismus auch Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Ein Beispiel bildet der Medizintourismus in arme Länder, wie Indien, in denen von den knappen Steuermitteln luxuriöse Privatkliniken errichtet werden, um eine reiche Klientel zu bedienen. Der Großteil der Bevölkerung leidet jedoch unter einer relativ schlechten Medizinversorgung. Ebenso ungerecht stellt sich eine bevorzugte Behandlung der internationalen Patienten dar. Wohingegen die Patientin im Inland mit höheren Wartezeiten rechnen müssen.
Für die Patienten bietet Medizintourismus vielerlei Vorteile und Potenziale, sich zum Teil einer qualitativ besseren medizinischen Behandlung zu unterziehen und zugleich ein optimales Angebot in Anspruch zu nehmen. So kommen immer mehr internationale Gäste in die bayerischen Kliniken, um von einer hervorragenden medizinischen Betreuung zu profitieren.
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