Mercedes E 220 d T-Modell überzeugt

Luxuriöses Cockpit, aber teilweise komplizierte Bedienelemente.

Kann der Oberklasse-Kombi Altbewährtes erfolgreich mit Neuem verbinden? Der 194-PS-Diesel im Test.

Wir testen hier eher eine Institution als ein Auto. Die E-Klasse ist so was wie die Tagesschau auf Rädern: seriös, verlässlich, zeitlos – der Kombi zeigt, was Mercedes immer und immer wieder ausmacht. Daran ändert die dynamisierte Linie nichts, die das maximale Ladevolumen beim Diesel um 35 Liter auf 1820 mindert. Das Standardvolumen hinter der elektrisch öffnenden Heckklappe und unter dem Doppelrollo beträgt nun aber mit 670 Litern 70 mehr als bei der letzten Generation. Die in einer zweiten, steileren Position arretierbare Rücksitzlehne gilt es noch zu erwähnen und den geräumig-wohlbefindlichen Fond, bevor wir schließlich losfahren.
Die E-Klasse mag zwar diese ziemlich unnötigen sowie umständlich konfigurierbaren Digitalinstrumente haben und zwei Bildschirme, dazu diese fitzelige Bedienung über die berührsensiblen Tasten am Lenkrad. Aber das eine muss man ja nicht kaufen, das andere sich eben aneignen. Und beides ist dann auch gleich egal, wenn du dich in den Fahrersessel kuschelst und auf den Stern blickst, der da vorn auf der Haube Richtung Horizont weist.
Startknopf drücken. Der neu entwickelte Zweiliter-Diesel der Baureihe OM 654 zieht schon aus tiefen Drehzahlen homogen und druckvoll voran, dreht ganz erquickt und vor allem kultivierter als der alte OM 651. Derweil wandlert die Automatik treffsicher durch ihre neun Stufen. Zudem hat sich Tante E nun Handling angeeignet, kurvt agil und mit viel Gefühl in der Lenkung über Land.
Und dann auf der Autobahn, da ist das alles harmonisch, so entspannt und abgesichert auch – schon wegen dieser Assistenzarmada, die über dich wacht. Dazu sänftelt der Kombi mit Luftfederung (hinten Serie, rundum 1785 Euro) selbst über größere Verwerfungen. Heute noch von München nach Berlin? Warum nicht Barcelona? Der Tank ist ja voll, und wir haben Zeit. Nur: Bis zur Tagesschau sollten wir zurück sein.

Aus "auto motor und sport Ausgabe 23/2016"

Lesen Sie in unserem nächsten Heft: Alles über die neue Mercedes C-Klasse und ein Blick auf die Konkurrenz von BMW und Audi. Außerdem: edle Kombis mit sämigen Sechszylindern - Audi S4 Avant und BMW 340i xDrive im Vergleich. Und: eine Reise mit dem Mazda MX5 durch Alaska.
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