Mercedes: Was taugt die E-Klasse mit Basisbenziner?

Der E 200 bietet den preisgünstigsten Einstieg in die Welt der Mercedes-Limousine. Doch lohnt er?

Der Zwohunderter steht seit Jahrzehnten in den E-Klasse-Preislisten, versprach mit seinem Basisbenziner die große E-Klasse-Welt zum erreichbaren Preis. Klar also, dass Mercedes auch bei der aktuellen Baureihe W 213 eine solche Motorisierung im Portfolio hat.

Für die 184 PS des aktuellen Zweihunderters benötigten die Vorfahren noch sechs Zylinder und mindestens 2,8 Liter Hubraum, von 300 Low-End-Newtonmetern bei nur 1200 Umdrehungen konnten sie nicht einmal träumen. So gibt es an der Papierform des Direkteinspritzers wenig zu kritteln. 100 km/h sind aus dem Stand in neun Sekunden erreicht, die Spitze von 240 km/h ist kein leeres Versprechen.
Doch Zahlen sind nicht alles. Und deswegen kann einem im E 200 durchaus etwas fehlen, weil der Zweiliter sich im echten Leben zwar nicht schlapp, aber auch nicht kräftig anfühlt. Zudem ist der mechanisch laufruhige Motor nicht sonderlich gut bei Stimme. So gut gedämmt und so gut federnd, wie der Testwagen dank der Luftfederung ist, klingt das banale Knurren des Motors oft unpassend. Es tritt naturgemäß vor allem in höheren Drehzahlregionen auf, doch auch beim sachten Beschleunigen in der Stadt ist es präsent und wirkt wenig premium in dieser heimeligen Leder-und-Holz-Glückseligkeit mit ihren High-End-Bedien- und Anzeigesystemen.

Sind neun Gänge etwa zu viel? Die Neungang-Wandlerautomatik verstärkt noch den Eindruck, der Motor müsse im gut 1,7 Tonnen schweren E 200 oft alles geben. Wer zum Überholen Vollgas gibt, erlebt, wie sie sich um drei oder gar vier Gänge hinunterhangelt und dabei kurz den einen oder anderen Gang antestet.
Unangestrengt wirkt ein flott bewegter E 200 daher nicht. Kein Vergleich zum harmonischeren E 220 d mit 194 PS und 400 Nm. Der kostet nur 1821 Euro mehr als der angemessen sparsame Benziner, der im Übrigen erstaunlich agil ist und vehement bremst – aber trotzdem nicht das bessere Auto ist, um mit Augenmaß zu sparen.

Von www.auto-motor-und-sport.de.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.