Neue Märkte schüren Ängste

Sorgenvoll blicken die Geschäftsleute in der Friedberger Innenstadt in die nahe Zukunft, denn zwei große Fachmärkte wollen sich demnächst auf einem Grundstück der Firma Segmüller an der Augsburger Straße ansiedeln. Bei einem Informationsabend diskutierten Vertreter des Friedberger Aktivrings und Verkehrsvereins, des Einzelhandelsverbandes und der Stadtverwaltung über die Planung und ihre Folgen.

Was zu welchem Zeitpunkt konkret entstehen soll, erläuterte Christof Gerpheide vom Möbelhaus Segmüller. Das Unternehmen, das in den kommenden Monaten sein 90-jähriges Bestehen groß feiern wird, will sich in Zeiten des Internets fit für den Wettbewerb machen und hat kürzlich sein Geschäft "Möbel Maxx" geschlossen. Dort wird zu den Sommerferien "Schuh Schmid" einziehen, ein Anbieter, der unter anderem bereits Filialen in Gersthofen, Karlsfeld und Neusäß betreibt. In Friedberg wird das Unternehmen auf insgesamt 4500 Quadratmetern nicht nur eine große Auswahl an Schuhen präsentieren, sondern nach dem "Shop-in-Shop"-Konzept auch Markentextilien.

In unmittelbarer Nachbarschaft des ehemaligen "Möbel Maxx" rücken in den kommenden Monaten die Baumaschinen an, um das ehemalige Quartier des Roten Kreuzes abzureißen und Platz für den Neubau einer 2600 Quadratmeter großen Halle zu machen. Dort wird rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft der Elektrofachmarkt "Saturn" seine Pforten öffnen und auch Kundschaft aus Kissing, Mering und anderen Orten anlocken.

"Unterm Berg entsteht also ein Fachmarktzentrum mit hoher Attraktivität", sagte Bürgermeister Roland Eichmann beim Info-Abend. Die geplante Umnutzung und der Neubau seien mit der Stadtverwaltung abgesprochen: "Es gibt keinerlei Grund, das Projekt zu verhindern!"

Das sieht auch Petra Gerber als Vorsitzende des Friedberger Aktivrings so, wobei aus ihren Äußerungen ein deutliches "Leider!" zu hören war. Denn natürlich befürchten die Geschäftsleute in der Innenstadt massive Einbußen durch die unliebsame Konkurrenz, mit der sie in Zukunft leben müssen.

Ihre Bedenken: Die Kunden kaufen künftig ihre Flachbildschirme, Geschirr, Möbel und Schuhe unterm Berg und fahren wieder nach Hause, weil der Weg in die Altstadt für sie nicht attraktiv genug ist.

Deshalb hat sich Gregor Pfundmeir vom Aktivring in Regensburg umgesehen und dort eine Zubringerbahn entdeckt, wie er sie gern auch in Friedberg einsetzen würde. Gegen Gebühr könnten die Fachmarkt-Kunden damit rasch und reibungslos ins Friedberger Zentrum fahren - wenn der Augsburger Verkehrsverbund nicht sein Veto gegen den Parallelverkehr einlegt.

"Das dürfte sicher nicht ganz einfach werden", gab Eichmann zu bedenken. Er versuchte den zahlreichen Zuhörern Hoffnung zu machen und kündigte an, die Augsburger Straße solle ausgebaut und von der B 300 her eine "attraktive Zugangssituation" geschaffen werden. Dabei werde man auch die problematische Zufahrtsrampe zum Rewe-Markt umgestalten.

Der Bürgermeister versicherte, "wir wollen den Standort Friedberg gemeinsam gut vermarkten und die Aufenthaltsqualität im Zentrum weiter verbessern".

Wie das in Zukunft aber konkret aussehen soll, kann derzeit noch niemand sagen.
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