Online-Glücksspiele: Sind sie in Deutschland legal?

Seit Anbeginn der Zeit sind Menschen von Glücksspielen fasziniert. Bisher spielten sie überwiegend in lokalen Spielhallen; nun wird überwiegend online gezockt: Online-Casinos dominieren die Glücksspielszene. Sind die Spielchen legal?

Kaum eine Branche wächst so rasant wie der Markt der Glücksspiele. Es scheint eine ewige Faszination für Menschen zu sein, ihren Gewinn dem Zufall zu überlassen. In den letzten Jahren besuchen aber weniger Personen lokale Casinos; gezockt wird immer häufiger online. 2011 lagen einer Goldmedia-Analyse zufolge die Brutto-Spielerträge von Online-Casino-Spielen bei 357 Millionen Euro; zum damaligen Zeitpunkt hatte es bereits das Online-Poker-Segment (301 Mio. €) überholt.

Nach wie vor geistert aber eine ungeklärte Frage durch die Branche: Sind Online-Glücksspiele in Deutschland legal?

Die Rechtslage ist kompliziert


Der deutsche Glücksspielmarkt erwirtschaftet Jahr für Jahr Milliarden – und doch können sich Politiker nicht einigen, wie sie mit dieser Branche umgehen sollen. Rein theoretisch gibt es den Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland (Glücksspielstaatsvertrag): Darin haben sich die 16 Bundesländer geeinigt, Gesetzesformulierungen gemeinsam abzustimmen, damit die Regelungen vergleichbar sind. In der Praxis halten sich nicht alle Bundesländer an die Spielregeln: Schleswig-Holstein vergibt Lizenzen für Casinos und missachtet den Staatsvertrag (alle vergebenen Lizenzen sind hierzu finden).

Deutsche Verbraucher spielen folglich in einer juristischen und rechtlichen Grauzone: Laut der Europäischen Union sind Online-Glücksspiele legal, wenn bestimmte Regeln hinsichtlich des Mindestalters, Kontrollen durch unabhängige Institute und andere Kriterien eingehalten werden; das deutsche Recht legalisiert die Glücksspiele, wenn die Anbieter eine Lizenz aus Deutschland besitzen – und diese vergibt nur Schleswig-Holstein. Das wiederum heißt: Lizenzen gelten nur für Bewohner des Bundeslandes.

Aus diesem Grund bewegen sich sich Spieler in der Grauzone, denn: Bisher wurde kein Spieler außerhalb der Grenzen von Schleswig-Holstein angeklagt, weil er in Online-Casinos spielt.

Die deutsche Toleranz für Online-Casinos


Auch wenn ein Großteil der Online-Glücksspiele in Deutschland nicht legal ist, werden sie toleriert. Für Spieler gibt es ein Problem: Bei Betrug oder fehlender Auszahlung wird ihm selten Hilfe angeboten. Aus diesem Grund sind Spieler beraten, sich online bei diesem Casino Portal über die Glücksspiel-Anbieter zu informieren. Anhand der Informationen kann ein seriöser Anbieter gefunden werden, der seit Jahren in der Branche tätig ist und Gewinne fristgerecht auszahlt.

Folgende Merkmale definieren einen seriösen Anbieter:
◾Glücksspiellizenz: Sie sollte gültig sein und stammt aus der EU oder Deutschland.
◾Zahlungsmittel: Der Anbieter akzeptiert den Bezahldienst PayPal, der einen guten Prozess zur Streitschlichtung besitzt.
◾Kundendienst: Er sollte in der deutschen Sprache angeboten werden.
◾Altersbeschränkung: Nach der Anmeldung sollte das Casino die Identität ihrer Spieler prüfen.
◾Suchtprävention: Seriöse Anbieter engagieren sich für die Suchtprävention (siehe spielen-mit-verantwortung.de).

Kunden bevorzugen Online-Casinos



Wer um Geld spielen will, kann dies bequem von seinem Schreibtisch tun. Unter dem neuen Trend leiden lokale Spielbanken: Sie verbuchen seit Jahren rückläufige Umsatzzahlen. Ende 2014 schloss die letzte verbliebene Thüringer Spielbank in Erfurt; doch auch im Zockerparadies Nevada sind die schönsten Zeiten vorbei.

Für Kunden ist die Lage klar: Online-Casinos ersparen ihnen den Weg zur lokalen Spielhalle; es gibt keine Dresscodes, kein Rauchverbot und keine Öffnungszeiten. Und: Dank den niedrigen Betriebskosten offerieren Online-Casinos ansprechende Boni.

Ein weiterer Vorteil von Online-Casinos ist das große Angebot an Spielen sowie das ständig wachsende Portfolio: Neue Games werden durch Software-Updates eingespielt. Einzig und alleine das klassische Flair eines Casinos bleibt auf der Strecke. Spieler können darauf scheinbar gut verzichten: Bequemlichkeit und Bonusaktionen sind für sie rentabler.

Neue Kunden mit Smartphone-Apps gewinnen

Veteranen der Branche gehören nicht zum einzigen Kundenkreis der Online-Casinos: An ihnen ist die wachsende Verbreitung von Smartphones und Tablets nicht vorbeigegangen. In Deutschland nutzt jeder Zweite ein Smartphone und jeder Fünfte ein Tablet[1] – dieser Millionenmarkt bietet ein großes Potenzial für Online-Casinos.

Einige Anbieter haben nicht lange überlegt und mit der Entwicklung von Smartphone-Apps begonnen. Diese dienen nicht nur dazu, Bestandskunden unterwegs ein Spielvergnügen anzubieten; die Apps ziehen auch neue Kunden an – insbesondere junge Menschen sind von den Apps fasziniert. Ob auf dem Weg zur Arbeit, im Urlaub oder in der Freizeit – eine Casino-App ist schnell gestartet und liefert an jedem Ort der Welt Spielspaß.

Einige Casinos haben sogar eine alternative App im Angebot, die mit Spielgeld funktioniert: Diese soll maximalen Spielspaß ohne ein Verlustrisiko garantieren. Insbesondere Neulingen sollen so auf den Geschmack der Casino-Spiele kommen.

Die Zukunft der Online-Casinos in Deutschland

Die deutsche Situation des Glücksspielmarktes hängt derzeit in einer Grauzone fest; es gibt keine Anzeichen oder Bemühungen, die Situation zu ändern. Der Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel von der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Tilman Becker, wünscht sich in Deutschland Kommissionen nach dem Vorbild anderer EU-Länder: Diese bestehen aus hunderten Mitarbeitern; Belgien hat der Glücksspielkommission sogar Polizeirechte eingeräumt.

Derzeit erfolgt eine Regulierung in Deutschland nur auf dem Papier. Erst wenn Experten aus den Bereichen Wirtschaft sowie Verbraucherrecht zusammenfinden und eine Glücksspielkommission formen, kann ein bindendes Regelwerk für Online-Glücksspiele in Deutschland geschaffen werden. Bis dahin spielen deutsche Zocker wohl oder übel weiter in einer Grauzone.

1.2014; Daten: BVDW / Google / TNS: Faszination Mobile
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Zaullin Llicama aus Meinheim | 02.12.2016 | 13:46  
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