Porsche 718 Cayman: motivierter Vierzylinder

Auch der Cayman S trägt einen Vierzylinder-Turbo in sich – aber mit mehr Begeisterung als die Basisversion.

Zum Facelift des Porsche 718 Cayman schieben wir den optischen Feinschliff mal beiseite und sparen uns die wertvollen Zeilen für wichtige (technische) Änderungen auf: a) Hinter den Passagieren sitzt nun ein Vierzylinder-Turbo, b) unter den Passagieren arbeitet ein neues Fahrwerk.

Der Vierzylinder erhitzt derzeit viele Gemüter, vor allem als Basisboxer: Die einen loben den gewaltigen Drehmomentsprung zum früheren Sechszylinder und vor allem die Nm-Dehnung, denn der Vortrieb schaut nicht nur kurz auf einen Sprung vorbei, sondern beweist Sitzfleisch. Andere monieren, dass a) die Leistung nach dem Gasgeben verzögert einsetzt, b) das Drehmoment sich recht plump ohne Spannungsbogen zum Limit hin aufbaut und c) der Vierzylinder banal bis miserabel klingt.

Punkt c) ist bei der hier gefahrenen S-Version des Boxers identisch. Bei a) und b) dagegen hat sich einiges verbessert. Unser Dank geht an das Hubraumplus des 2,5-Liters und die variable Turbinengeometrie. Letztere verkleinert die Zeitspanne zwischen Gasgeben und Schub deutlich (man muss das Wort „Turboloch“ meiden, sonst entleiben sich die Techniker). Und sie bringt Eleganz in die Leistungsentfaltung, sogar Drehfreude, zumindest bis etwa 6500/min. Da geht‘s schön vorwärts.

Das Fahrwerk gibt sich dagegen die meiste Zeit gelangweilt. Nur bei cleverer Streckenwahl kommt man dem Limit im Rahmen des Erlaubten nahe, bewegt den Sportwagen im Spaßbereich. Knifflige Kurven und borstige Bodenwellen helfen dabei. Dann darf die Traktion ihr ganzes Können beweisen (hier mit Torque Vectoring samt mechanischer Quersperre für 1309 Euro) und die Feder-Dämpfer-Einheiten haben richtig viel zu tun. Der Grundpreis des neuen, sehr agilen Cayman startet bei 64 118 Euro, fahrdynamische Extras wie die Adaptivdämpfer für 1666 Euro sind zwar happig, lohnen sich aber.

auto motor und sport Ausgabe 17/2016


Unter anderem in der nächsten Ausgabe von auto motor und sport: ein Kräftemessen mit vielen Emotionen zwischen den Spider-Versionen von McLaren 675 LT, Ferrari 488 und Lamborghini Huracán, die Mercedes-Pläne bis 2020 und ein sonniger Strandausflug mit vier Spaßautos.




von Auto Motor und Sport
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