Ratgeber: Die Entwicklung der Strompreise und die Optionen der Verbraucher

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Strom ist ein teures Gut und das wird Verbrauchern spätestens dann besonders bewusst, wenn es in den Medien heißt: Die Strompreise steigen wieder oder wenn die Rechnung ins Haus flattert. Welche Entwicklung der Strompreis hinter sich hat und welche Möglichkeiten Verbraucher haben, um mit dem teuren Gut sparsam umzugehen, ist Thema in diesem Beitrag.

Der Strompreis steigt und ist ein Mischpreis aus vielen Einzelposten

Seit der Jahrtausendwende ist der Strompreis um 92 Prozent gestiegen. So lautet die erschreckende Antwort auf die Frage, wie sich der Strompreis für die Verbraucher in den letzten Jahren entwickelt hat. Ein Blick in die Details zeigt: Viele Einzelposten werden an dieser Stelle addiert und ergeben in der Gesamtheit den Strompreis, den letztlich der Verbraucher regelmäßig berappen mus. Unter bundesregierung.desteht eine Grafik, die diese Verteilung optisch verdeutlicht:

- 24,1 Prozent des Strompreises fallen für die Energiebeschaffung, den Vertrieb, die Kosten und die Marge an.
- 22,0 Prozent werden als Umlage nach dem EEG dazu addiert.
- 20,5 Prozent des Strompreises entfallen auf das Nettonetzentgelt.
- Hinzu kommen weitere kleinere Posten wie die Konzessionsabgaben mit 5,9 Prozent, die Stromsteuer mit 7,2 Prozent, das Entgelt für Abrechnung, Messung und Messstellenbetrieb mit 2,2 Prozent sowie andere Kostenpunkte, die gemeinsam 1,9 Prozent ausmachen.

Der Strompreismarkt ist stark umkämpft

Aus einer Publikation zu den Daten der Energiepreisentwicklung des statstischen Bundesamtes geht die große Bandbreite an Anbietern auf dem Strompreismarkt hervor (Quelle: destatis.de). Neben die vier Hauptakteure (Vattenfall, EnBW, E.ON und RWE) reihen sich demnach etwa 70 regionale Weiterverteiler und 900 Stadtwerke, die für die Versorgung der Endverbraucher zuständig sind. Und diese sind zurecht irritiert von dem breiten Angebot, das sich nur schwer durchschauen lässt. Um den günstigsten Anbieter mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis zu finden, empfiehlt es sich einen Preisvergleich unter strompreisvergleich.net durchzuführen. Der aufmerksame Verbraucher kann hier bereits bei der Abfrage angeben, wie spezifisch der Tarif denn sein soll, denn folgende Details müssen vor dem eigentlichen Preisvergleich seitens des Verbrauchers vorausgewählt werden:
Postleitzahl Über die Postleitzahl des Verbrauchers wird dieser regional verortert.
Stromverbrauch Um eruieren zu können, welcher Stromverbrauch als Kalkulationsgrundlage verwendet werden soll, ist es sinnvoll den Stromverbrauch aus der letzten Abrechnung einzutragen.

Zeitfaktor:
Einige Tarife sind so kalkuliert, dass es bestimmte Zeiten gibt, in denen Strom besonders günstig zu erhalten ist. Wer programmierbare Maschinen betreibt, kann sich hier einen Kostenvorteil sichern.

Laufzeit und Kündigungsfrist:
Je länger die Laufzeit ist und je länger die Kündigungsfrist ist, desto länger ist auch die Sicherheitsperiode, in der der Anbieter sein Geld bekommt. Deswegen ist es aus Verbrauchersicht immer wünschenswert, dass diese beiden Zeiträume möglichst kurz angesetzt werden.

Zahlungsweise
Eine Einmalzahlung via Vorauskasse ist das, wovon Verbraucherschützer nachdrücklich abraten. Sinnvoller ist es, monatlich den kalkulierten Abschlag zu bezahlen und am Ende eines Jahres ggf. wieder zu viel bezahltes Geld zurückzubekommen.

Sonderoptionen
Der Vertrag mit einem Stromanbieter kann mitunter ganz schön komplex werden, wenn diverse Sonderkonditionen berücksichtigt werden wie Bonusvereinbarungen, Paketpreise, Sonderabschlagszahlungen, Ökotarife oder Preisgarantien. Diese Punkte sollten variabel gestaltet sein. Verbraucher können hier entsprechende Feinjustierungen vornehmen, um den finalen Strompreis zu berechnen.

So können Verbraucher darüber hinaus Geld sparen

Der Wechsel des Stromanbieters ist die eine Möglichkeit, die Stromrechnung zu reduzieren. Doch gibt es auch verhaltensbedingte Stellschrauben, an denen Verbraucher selbst drehen können, um den Stromverbrauch einzuschränken und damit letztlich auch Geld zu sparen.

1.) Stille Stromfresser kappen. Das heißt: Verbraucher sollten ihre mit Strom versorgten Geräte so anschließen, dass der Stromfluss direkt an der Steckdose durch einen Schalter gekappt werden kann. Das verhindert, das unnötig viel Strom fließt, der die Rechnung in die Höhe treibt.

2.) Beleuchtung umrüsten. Mit Blick auf die Beleuchtung eines Zimmers können Verbraucher gleich zwei Dinge tun: Auf LED-Technik umrüstenund sich zweimal überlegen, ob künstliche Beleuchtung überhaupt nötig ist.

3.) Neuanschaffungen bewusst tätigen. Wer große Stromfresser wie Kühlschränke, Gefriergeräte, Waschmaschinen, Trockner, Staubsauger, Spülmaschinen oder Fernseher austauscht, sollte bei der Neuanschaffung auf die Energieeffizienzklasse achten. Zudem sollten die Geräte dem Verbraucher entsprechend angepasst sein.
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