Schluss mit der Brachfläche

Auf dem Sailer-Areal in Neusäß soll ein neues Stadtquartier mit 300 Wohnungen entstehen. Ein wichtiger Schritt für die innerstädtische Weiterentwicklung.

Vor geraumer Zeit wurde auf einem Teil des sogenannten Sailer-Geländes an der Ecke Oskar-von-Miller-Straße und Beethovenstraße mit dem Bau des Dialysezentrums begonnen. Auch der Rest der Gewerbebrache mit insgesamt 35 000 Quadratmetern soll nun einer völlig neuen Nutzung zugeführt werden. Die Bebauung des Geländes war immer wieder im Gespräch, letztlich aber ohne konkrete Ergebnisse. Ein Investor hatte bereits vor etlichen Jahren Interesse an dem Standort signalisiert und ein Mischgebiet mit Doppel- und Reihenhäusern sowie Wohneigentum und Gewerbe vorgesehen. Das Projekt wurde letztendlich jedoch aufgegeben, da es offenbar an Bedarf und Markt vorbei geplant worden war. Jetzt arbeitet die Stadt Neusäß aber wieder mit Hochdruck an einer Neuentwicklung des Geländes.

Bürgermeister Richard Greiner ist froh, nun einen Investor gefunden zu haben, der konsequent an der Planung des Sailer-Geländes bleiben will - wissend, dass zahlreiche Vorarbeiten vor allem hinsichtlich der Altlastenprobleme auf dem Gelände der ehemaligen Mineralölfirma Sailer vorgenommen werden müssen. Verschiedene Voruntersuchungen zur Verkehrssituation, zur Entwässerung, zur Stellplatzfrage sowie zu den Altlastenproblemen wurden bereits geleistet, eine Reihe von Gutachten erstellt.

Zu lösen sind nun vor allem die Fragen, wie man eine sinnvolle Nutzungen im Bereich des Sailer-Areals so einfügt, dass keine Konflikte, insbesondere mit dem anliegenden Gewerbe ABB, entstehen. Des Weiteren ist eine sinnvolle Ergänzung zu der bestehenden Geschoßbebauung zu beachten.

Ein erster Vorschlag, wie die Bebauung für ein neues Stadtquartier aussehen könnte, liegt nun bei der Stadtverwaltung. Der neue Investor, die Firma ITP Grünwald, ist spezialisiert auf Nachverdichtung von innerstädtischen Flächen, und möchte auf dem Gelände wertige Geschoßwohnungen bauen. 300 Wohnungen in mehreren Häusern sollen demnach mit drei bis vier Geschoßen plus jeweils einem penthausartigen, optisch abgesetzten Dachgeschoß auf dem Gelände entstehen, das begrenzt ist von der Beethovenstraße, der Oskar-von-Miller-Straße sowie im Norden von der Bahnlinie.

Hochwertiger Wohraum soll geschaffen werden


Bürgermeister Greiner glaubt, mit den Plänen für das Sailer-Gelände bei der Befriedigung des Bedarfs nach qualitativ hochwertigem Wohnraum, der gut an den öffentlichen Nahverkehr wie Bus und Bahn angeschlossen und für junge Familien bezahlbar ist, ein gutes Stück voran zu kommen.

Die Entwürfe wurden im Stadtrat und auf Verwaltungsebene diskutiert. Von Seiten der Stadt gibt es noch eine Reihe von Kritikpunkten und Verbesserungsvorschläge. Der Entwickler hat somit noch einige Hausaufgaben zu machen, um die Wünsche des Stadtrats zu erfüllen. Zum einen waren dem Stadtrat die Baukörper noch zu massiv und sollten etwas reduziert werden. Des Weiteren ist wegen der dichten Bebauung eine Tiefgarage unumgänglich. Zusätzlich bestehen die Stadtratsmitglieder auf die Einhaltung der Stellplatzsatzung. Die Bewohnerstraße soll nach Vorstellungen der Stadt verkehrsberuhigter Bereich werden.

Weiter wird ein durchgehender Radweg entlang des Industriegleises im Norden des Geländes gewünscht, der ein weiterer Beitrag zur Verknüpfung der Verkehrswege in Neusäß sein soll. Weitere Fragen gab es hinsichtlich eines großen, attraktiven Spielplatzes, den der Investor am Rand des Neubaugebiets in Richtung des Gewerbegebiets angedacht hat. Seiner Planung nach soll es weiter mehrere kleine Spielinseln geben, die den einzelnen Gebäuden zugeordnet sind. Nach Vorstellung der Stadträte sollte der große Spielplatz mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Weiter soll auch die Gestaltung der Außenflächen überarbeitet werden und sich Gedanken gemacht werden, wie im Sinn einer guten Lebensqualität eine attraktive Gestaltung mit kleinen Plätzen oder Bänken zum Verweilen, erfolgen kann. "Die Kritikpunkte müssen bedacht werden, dennoch versucht die Stadt dem Investor entgegenzukommen. Es ist ein Geben und Nehmen", so Greiner.

Der Bürgermeister sieht eine große Chance darin, dass nach längerer Pause nun eine Entwicklung auf dem Areal stattfindet und dort künftig ein qualitätsvolles Wohnen möglich ist. Mit einem Zehntel der Wohneinheiten, das heißt einem kompletten Gebäude mit 30 Wohnungen, soll nach den Forderungen der Stadtratsmitglieder auch der soziale Wohnungsbau berücksichtigt werden.
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