Starker Drilling: Turbobenziner im i20

Mit dem Hyundai i20 gelang den Koreanern ein Erfolgsmodell im Kleinwagensegment. Nur zeitgemäße Turbobenziner fehlten. Bis jetzt, denn nun kommt der Einliter-Dreizylinder. Anders als so mancher Konkurrent versucht Hyundai dem Drilling erst gar nicht den kernigen, bei niedrigen Touren etwas rauen Lauf abzugewöhnen. Unter Last entwickelt er einen bassigen Sound, der aber niemals nervt. Das klingt nach Emotionen, die man dem sachlich gezeichneten i20 kaum zugetraut hätte.

Aber er kann auch anders, bei leichtem Gasfuß drängt sich der starke Motor nie in den Vordergrund, läuft leise und vibrationsarm. Besonders viel Spaß macht er indes zwischen 2000 und 3000 Umdrehungen. Hier hat er richtig Druck, der sich gleichmäßig und fast ohne Turboloch ab 1500/min aufbaut.

Wenig überzeugend ist allerdings der Verbrauch mit 6,8 Litern im Testmittel. Benzinertypisch nimmt er sich vor allem bei höheren Geschwindigkeiten deutlich mehr, als es der niedrige Normverbrauch suggeriert, bei konstant Tempo 140 sind es fast 7,5 Liter. Dabei hat Hyundai das präzise schaltbare Sechsganggetriebe bereits bewusst recht lang ausgelegt, bei Tempo 130 dreht die Maschine kaum 3000/min, die Drehzahlen liegen somit fast auf Dieselniveau. Mit dem neuen Motor wird der i20 tatsächlich zur starken Alternative in der Polo-Klasse. Er ist sauber verarbeitet, das Fahrwerk komfortabel abgestimmt, es schlägt aber bei kurzen, harten Stößen durch. Die leichtgängige Lenkung ist im Stadtverkehr prima, bei höheren Geschwindigkeiten fehlt es ihr an Direktheit und Rückmeldung.

Sehr gelungen sind die straffen und langstreckentauglichen Sitze sowie die Ergonomie. In der Top-Ausstattung Style leuchtet der i20 mit Halogen-Projektionsscheinwerfern plus Kurvenlicht. Eine ungewöhnliche, aber sehr effektive Lösung. Details, mit denen der Erfolg des i20 auch künftig gesichert ist.
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