Test: Skoda besser als Mercedes?

Der Octavia RS Combi 2.0 TSI trifft auf den CLA 250 Shooting Brake. Lohnt sich der Mehrpreis für den Benz?

Mächtige 12 000 Euro trennen den Skoda Octavia Combi 2.0 TSI vom 211 PS starken CLA 250 mit Alufelgen, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DCT und AMG Line (Sportsitze, -lenkrad und -pedale, 18-Zoll-Räder, spezielle Optik). Deshalb machen wir ernst und wollen wissen, ob der kleine Shooting Brake nicht nur bei Preis und Optik den Vogel abschießt.

Die sprichwörtliche Mercedes-Qualität ist da schon schwerer zu finden. Der CLA wirkt nicht wirklich edler und solider als sein günstiger Rivale, bei beiden lassen sich neben hochwertigen auch einfache Kunststoffe finden, beim Thema Sitzkomfort lässt sich der Skoda nichts vormachen. Auch der Zweiliter-Turbo mit 220 PS, bissiger Drehfreude und packendem Sound macht Laune, bietet zugleich viel Durchzugskraft und Laufkultur, falls mal eine schaltfaule, entspannte Fahrweise angesagt ist. Diesen Spagat beherrscht der CLA 250 weniger gut, denn sein gleich großer Turbo-Benziner wirkt trotz 211 PS und 350 Nm nicht sonderlich engagiert, ebenso wie das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Beim Verbrauch schenken sich beide nichts. Für die geringfügig schlechteren Fahrleistungen sind dagegen wohl eher die 115 Kilogramm extra verantwortlich, die der Mercedes trotz der gierig ansprechenden, rückmeldungsintensiven Lenkung und des ziemlich trocken ansprechenden Fahrwerks nicht verhehlen kann.

Der Skoda kann es besser. Vor allem bei geringer Zuladung steckt er Querfugen oder lange Wellen geschmeidiger weg, hat bequemere Sportsitze mit gutem Seitenhalt und perfekter Position sowie ein ausgewogeneres Handling. Mit der leichtgängigen Lenkung lässt er sich präziser auf Kurs halten.

Denn schon wegen der erheblichen Abstriche bei Kosten und Nutzwert sollte auch das Plus an Design und Dynamik erheblich sein. In Handling und Fahreigenschaften liegt der sportliche Skoda ebenso vorn wie beim Temperament, sogar Mercedes-Domänen wie Komfort oder Sicherheit entscheidet er für sich. Am Ende bleibt für den dynamischen Schwaben somit nur der zweite Rang.
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