Unternehmen diskutieren über die Facetten von verantwortungsvollem Wirtschaften

Unternehmens-Workshop Nachhaltiges Wirtschaften / CSR (Bild: Regio Augsburg Wirtschaft GmbH)
 
Unternehmens-Workshop Nachhaltiges Wirtschaften / CSR (Bild: Regio Augsburg Wirtschaft GmbH)
Familienfrühstück, Umwelt-Zertifikate, das papierlose Büro, Vorschlagskultur, … – das nachhaltige Engagement von Unternehmen aus der Region besitzt viele Facetten. Das machte der Unternehmer-Workshop „Nachhaltiges Wirtschaften“ am 27.09.2016 deutlich, zu dem die Regio Augsburg Wirtschaft ins Technologie-zentrum Augsburg (TZA) geladen hatte.

28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren einen Nachmittag lang über nachhaltige Projekte in Unternehmen. Hemmnissen und Erfolgsfaktoren für nachhaltiges Wirtschaften widmeten sich die Anwesenden im offenen Austausch nach der World-Café-Methode in drei Runden zu diesen Themen: Welche Nachhaltigkeitsprojekte werden im eigenen Unternehmen umgesetzt, welche Vorteile bringt dieses Engagement und wo gibt es Hemmnisse bei der Umsetzung? So wurde deutlich, dass die Einbindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Entscheidungsprozesse immer wichtiger wird und dass Kunden sehr positiv auf nachhaltiges Engagement – zum Beispiel im ökologischen oder sozialen Bereich – reagieren. Dies setzt allerdings voraus, dass die umgesetzten Maßnahmen und Projekte auf geeignete Weise kommuniziert werden. Auch dies war Thema des Nachmittags. Um nachhaltiges Engagement erfolgreich nach innen und außen zu vermitteln, ist vor allem ein authentisches Auftreten notwendig. Unbedingt notwendig ist es dabei, sich als Unternehmen die eigenen Werte bewusst zu machen, so ein weiteres Ergebnis. Jede Unternehmenskultur ist die Basis einer authentischen Wahrnehmung als „nachhaltig“ nach innen wie außen.

Als Hemmnisse sahen manche Unternehmen an, dass Nachhaltigkeit bzw. deren Resultate teilweise schlecht messbar sind und dass Nachhaltigkeit nur dann umfänglich gelebt werden kann, wenn das Management – und auch relevante Mitarbeiter – das entsprechende Wissen haben. Als weiteres Problem wurde oft fehlendes Budget für die Umsetzung von Nachhaltigkeits-Maßnahmen genannt.

Mehrwerte dürfen nicht nur monetär gemessen werden
Ein zentrales Ergebnis des Nachmittags: Werte werden immer wichtiger. Dies wurde bereits beim Keynote-Vortrag von Geschäftsführer Ferdinand Munk von der Günzburger Steigtechnik deutlich. Eindrücklich präsentierte Munk, wie Nachhaltigkeit in dem seit 117 Jahren familiengeführten Unternehmen betrieben wird. „Als Unternehmenspersönlichkeit muss ich einen Mehrwert schaffen. Dieser darf nicht nur monetär gemessen werden“, so Munk. Die Günzburger Steigtechnik entwickelt und produziert Leitern und Rollgerüste sowie Sonderkonstruktionen und Rettungstechnik. Trotz steigendem Umsatz konnte der Betrieb seinen Gewerbeabfall seit 2013 kontinuierlich reduzieren. Von der Kinderbetreuung in der Ferienzeit bis hin zu einem lebendigen Vorschlagswesen gibt es zahlreiche Angebote für die mittlerweile rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese kommen zudem regelmäßig in einem eigenen Campus zu Schulungen und Seminaren zusammen. Da Nachhaltigkeit zukunftsorientiert ist, forscht das Unternehmen auch an neuen Technologien für seine Produkte. Seit April 2016 hat die Günzburger Firma daher ein Büro im TZA.

Ein Tipp, den Munk den anderen Teilnehmern mit auf den Weg gab, war: Jede Idee eines Mitarbeiters, erscheint sie noch so komplex oder unmöglich, sollte ernst genommen und im Team diskutiert werden. Nur so fühlt sich der Mitarbeiter wertgeschätzt und bringt sich auch künftig konstruktiv ein.

Austausch und Inspiration auch künftig gewünscht
Ein Ziel des Workshops bestand auch darin, zu erfahren, was die regionale Wirtschaftsförderung für Unternehmen tun kann, damit diese Nachhaltigkeit noch besser im Unternehmen umsetzen können. Einige Antworten waren zum Ende der Veranstaltung gefunden: Für Unternehmen sind Impulse von anderen Unternehmen hilfreich, und gerade weil Inspiration und Austausch als besonders wichtig empfunden wurden, kam auch das Workshop-Format bei den Teilnehmern gut an. Flankierend zu einem Unternehmensbesuch mit Good Practice-Beispielen könnten in Zukunft Themen rund um Nachhaltigkeit in einem ähnlichen Format wie nun zum Auftakt behandelt werden. Auch eine regelmäßige Austausch- und eine Informationsplattform wurden begrüßt.

Nachhaltiges Wirtschaften als Aufgabe der regionalen Wirtschaftsförderung
Nachhaltiges Wirtschaften hat viele positive Synergien: Es kann Innovationstreiber sein, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren, die Kunden begeistern und Kosten senken. Die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH hat sich daher diesem Thema angenommen und möchte Unternehmen für das Thema sensibilisieren und darüber informieren. Auch der Aufbau eines regionalen Netzwerks ist angedacht. Mit dem Arbeitskreis „Unternehmerische Verantwortung“ der Lokalen Agenda 21 gibt es bereits ein Netzwerk, in dem sich Unternehmen treffen und sich Impulse holen können. Der Arbeitskreis hat bereits drei Mal die Veranstaltungsreihe Fokus N durchgeführt, an der auch die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH mitarbeitet.

Des Weiteren hat die Regio in der Vergangenheit bereits eine Schulungsreihe zu Corporate Social Responsibility angeboten, bietet seit 2016 das CSR-Barometer – einen kostenfreien Online-Schnelltest – an und hat an der Internet-Plattform Lifeguide Region Augsburg mitgewirkt, auf der sich Bürgerinnen und Bürger rund um nachhaltig orientiertes Leben in und um Augsburg informieren können. Die Ergebnisse des Workshops werden nun ausgearbeitet, um weitere Maßnahmen daraus abzuleiten. Unterstützt wird die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH dabei maßgeblich von dem AK Unternehmerische Verantwortung, in dem zahlreiche Experten in Sachen CSR und Nachhaltigkeit vertreten sind.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.