Von mittelalterlichen Bankwechseln bis zu heutigen Fintechs

Das Bankwesen ist im Wandel. Bild: pixabay.com © danielmarx (CC0 1.0) Vordenker setzen sich über Ländergrenzen hinweg und revolutionieren so eine ganze Branche. Was die Augsburger Handelsfamilie der Fuggers mit den heutigen Fintech Start-Ups gemeinsam hat.

Augsburg war schon im Mittelalter die Heimatstadt der bedeutenden Handelsfamilie der Fuggers. Diese stiegen zum Zeitpunkt der kommerziellen Revolution in Europa sowohl als Händler als auch als Bankhaus und Geldgeber zu politisch wichtigen Positionen auf. Mit dem Orient als neuer Partner für europäische Handelshäuser wurde Italien zum Drehpunkt zwischen Orient und Nordeuropa. Handelsgüter wie seltene orientalische Gewürze, Düfte und kostbare Seidenstoffe mussten von Venedig in die nordeuropäischen Hansestädte transportiert werden, doch der Transport des Geldes erwies sich als schwierig, mühselig und gefährlich. So entstand schon im Mittelalter das erste bargeldlose Zahlungsmittel unter Banken, der Wechsel. Mit diesen Neuerungen im Zahlungs- und Bankwesen ließ sich die europäische Wirtschaft ankurbeln und der grenzüberschreitende Handel blühte.

Gründung der Allianz „Fintechs4Europe“

Auch heute sind grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen europaweit gefragter denn je. Um diese auch auf politischer Ebene nach vorn zu bringen, wurde im September der Verband „Fintechs4Europe“ gegründet, in dem neun führende europäische Fintech-Unternehmen vereint sind. Zu den Zielen der Allianz gehört der Austausch mit dem EU-Parlament und wichtigen Entscheidungsträgern der finanzpolitischen Branche, mit denen die Fintech-Unternehmen enger zusammen arbeiten wollen. Denn für das Jahr 2016 und 2017 sind wichtige grenzübergreifende Entscheidungen in der Finanzpolitik geplant, weshalb Anfang des Jahres ein Diskussionspapier zur Entwicklung grenzüberschreitender Finanzdienstleistungen für Privatkunden erarbeitet wurde. Darin wird ein Überblick über die vorhandenen Finanzprodukte für Privatkunden in Europa gegeben, mit dem Ziel, Verbrauchern und Unternehmen mehr Auswahl zu bieten.

Vorteile der Digitalisierung im Finanzsektor nutzen

Denn durch die Digitalisierung werden viele Geschäftsmodelle vereinfacht und Angebote aus verschiedenen EU-Ländern lassen sich besser und leichter miteinander vergleichen. Finanzgeschäfte können aufgrund der technologischen Entwicklung an einem beliebigen Standort getätigt werden, so ist es beispielsweise für deutsche Festgeldsparer schon jetzt möglich, Angebote im europäischen Ausland zu nutzen und von deren höheren Zinsen zu profitieren. Durch die Möglichkeit, Finanzdienstleistungen digital abzuwickeln wird außerdem Zeit und Arbeit eingespart, was sich wiederum aus Verbrauchersicht positiv auf das Preisniveau auswirkt. All diese kleinen Veränderungen ermöglichen es, in Zukunft gut informierte, fundierte finanzielle Entscheidungen zu treffen. Unternehmen hingegen soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre Produkte in ganz Europa anzubieten und so den europäischen Binnenmarkt auch auf finanzpolitischer Ebene zu stärken und weiter auszubauen. Davon erwartet sich die Fintech-Allianz wiederum die Schaffung neuer Arbeitsplätze. In Brüssel war auch die niederländische Europaabgeordnete Cora van Nieuwenhuizen anwesend, die im Europaparlament für die Berichterstattung zu Fintechs zuständig ist. Momentan beschäftigt sich das europäische Parlament stark mit digitalen Finanzprodukten wie Blockchain und digitalen Währungen und Cora van Nieuwenhuizen arbeitet an einem Initiativbericht zum Thema „Finanztechnologie“. Die Zusammenarbeit mit den Allianz-Mitgliedern TransferWise, Fidor Bank, Kantox, Raisin GmbH, Revolut, iZettle, PEY, scalable, Number26 GmbH lag daher auf der Hand.
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