Werbung für Friedberg auf die teure Tour

Friedberg will Station der BR-Radltour werden. Die Teilnahme kostet 35 000 Euro. Im Kultur- und Sportausschuss sind daher nicht alle begeistert. Die Werbung in der Tram wird ausgebremst.

Der Kultur- und Sportausschuss beschloss in seiner jüngsten Sitzung die Bewerbung Friedbergs als Etappenziel bei der Radltour des Bayerischen Rundfunks (BR) 2015. Die Werbebelegung einer Straßenbahn zum Thema "Wittelsbacher Land" im Augsburger Stadtverkehr wurde dagegen abgelehnt.

Seit 1990 sind jährlich 1300 Teilnehmer bei der BR-Radltour dabei, die in sechs bis acht Etappen quer durch Bayern führt. Bereits im Jahr 2010 bewarb sich Friedberg, leider erfolglos, als Austragungsort. Der Kultur- und Sportausschuss beschloss jedoch damals, eine erneute Bewerbung in Betracht zu ziehen. Während eines ersten Gesprächs zwischen der Stadt und dem Bayerischen Rundfunk, wurde nun klar, dass Friedberg 2015 durchaus Chancen hat, Etappenstadt zu werden.

Die Kosten für die Teilnahme belaufen sich auf 35 000 Euro. "Das ist nicht wenig", sagte Bürgermeister Roland Eichmann während der Ausschusssitzung. "Aber durch die hohe Werbewirksamkeit rentiert sich das." Diese Meinung vertraten jedoch nicht alle Ausschussmitglieder.

Cornelia Böhm (FDP) findet die Veranstaltung zwar grundsätzlich gut, war aber der Meinung, dass ein solcher Betrag für nur eine Sportveranstaltung zu hoch sei und das Geld im gesamten Friedberger Sportbereich besser investiert werden könne. Auch Marion Brülls (Grüne) gab an: "35 000 Euro sind überdimensioniert für eine Erwähnung im Radio. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht gegeben."

Nichtsdestotrotz wurde der Beschluss letzten Endes mit sieben zu vier Stimmen angenommen.

Kein Friedberg-Abteil in der Straßenbahn


Seit 2010 wirbt der Verein "Wittelsbacher Land" auf einer Straßenbahn im Stadtverkehr Augsburg. Mitglieder haben zu Marketingzwecken die Möglichkeit, ein Abteil graphisch zu gestalten. Die derzeitigen Werbepartner sind Wittelsbacher Land e. V., Kliniken an der Paar, Kühners Landhaus, Schlossbrauerei Unterbaar und die Hofmetzgerei Ottilinger.

Da der Vertragspartner Aichach vor kurzem abgesprungen ist, wäre nun eine Werbefläche für Friedberg frei geworden. Schon im Jahr 2009 hatte die Stadt Interesse bekundet, aufgrund von Kürzungen im städtischen Haushalt war eine Beteiligung damals jedoch nicht möglich.

Die Laufzeit für die Werbebelegung beträgt 36 Monate. Die Kosten belaufen sich im ersten Jahr auf 6000 Euro für Miete, Grafiken, Produktion, sowie Anbringung und Entfernung der Folie. In den Folgejahren werden Mietkosten in Höhe von je 3800 Euro fällig. Wie genau das Bahnsegment gestaltet wird, kann jeder Werbepartner selbst festlegen.

Bürgermeister Roland Eichmann war überzeugt, dass ein Straßenbahnabteil der Stadt Friedberg preiswerte und nachhaltige Werbung sei, die täglich mehrere tausend Menschen mehr oder weniger bewusst sehen würden. Marion Brülls war allerdings anderer Meinung: "Es ist fraglich, ob Nicht-Friedberger das überhaupt wahrnehmen." Auch Johannes Hatzold (Freie Wähler) lehnte die Beschlussvorlage ab: "Es interessiert keinen, was auf einem Abteil einer Straßenbahn steht. Außerdem hat die Straßenbahn mit Friedberg nichts zu tun. Sie wendet hier nur. Deswegen ist sie auch als ,Segmüller-Linie' bekannt."

Letztendlich entschied der Ausschuss mit sieben zu vier Stimmen gegen den Beschluss.
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