Wie viel Nähe verträgt die Partnerschaft?

Am Anfang ist man unzertrennlich

Jeder, der schon einmal frisch verliebt eine Beziehung eingegangen ist, kennt dieses Gefühl: Die Gedanken kreisen ständig um den Partner, man kann es kaum erwarten, ihn oder sie wiederzusehen. Je mehr intime Momente man miteinander teilt, umso intensiver ist das Glücksgefühl. Da dürfen auch Freunde und Familie eine Zeitlang hintenanstehen. Bei Frischverliebten ist es, unabhängig vom Alter, ziemlich normal, so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen. Wenn man jedoch schon eine Weile in einer festen Bindung lebt, steht man irgendwann vor der Frage, wie viel gemeinsame Zeit und Nähe man auf Dauer teilen möchte oder sollte. Man fragt sich beispielsweise, ob der Einzug in eine gemeinsame Wohnung der richtige nächste Schritt ist. Dass diese Entscheidung gar nicht so einfach ist, verdeutlicht dieser Beitrag im Magazin von Tipp24. Denn durch das Zusammenleben ergibt sich eine völlig neue Situation: Plötzlich teilt man rund um die Uhr eine Wohnung und muss Rücksicht auf die Macken, Gewohnheiten und Stimmungen des anderen nehmen. In der gemeinsamen Wohnung fällt es schwerer, nach einem Streit oder bei trübseliger Stimmung eine ruhige Ecke für sich allein zu finden. Dafür hält der gemeinsame Alltag ganz eigene Glücksmomente parat. Es ist auf jeden Fall wichtig, gemeinsam die Pläne für die Zukunft zu besprechen und die Vor- und Nachteile der ersten gemeinsamen Wohnung sorgfältig gegeneinander abzuwägen.

"Zusammensein" heißt nicht, immer zusammen zu sein

Das richtige Maß an räumlicher und emotionaler Nähe in einer Partnerschaft ist ein sensibles Thema. Da jeder Mensch andere Bedürfnisse und Ansprüche hat, wird auch das Bedürfnis nach Nähe und Distanz bei beiden Partnern unterschiedlich ausgeprägt sein. Manche sind am liebsten 24 Stunden am Tag zusammen, andere fühlen sich am wohlsten, wenn sie ihr Leben möglichst unabhängig gestalten. Wichtig ist in jedem Fall, ehrlich zu sagen, wann und warum man Zeit für sich selbst braucht. Das schafft Vertrauen, entkräftet Verlustängste und verhindert klammerndes Verhalten. Dabei hilft es sich zu vergegenwärtigen, dass gelegentliche Distanz und eigene Aktivitäten sogar gesund für die Beziehung sein können. Auch wenn man die Zeit miteinander genießt – langfristig mag das Gefühl entstehen, zu den gemeinsamen Unternehmungen verpflichtet zu sein. Das wiederum kann dazu führen, dass sich die Partner voneinander entfremden. Das lässt sich vermeiden, indem man die Interessen seines Partners respektiert und mit dem Wunsch nach Einzelunternehmungen souverän umgeht. Geht der Freund mit seinen Kumpels ein Bier trinken, die Freundin mit ihren Mädels zum Tanzen oder in die neueste Kunstausstellung, ist das nämlich kein Grund, an der Loyalität seines Partners bzw. seiner Partnerin zu zweifeln. Es kann eine Beziehung sogar beflügeln: Sieht man den Partner eine Weile nicht, merkt man wieder, was einem fehlt. Und schätzt die gemeinsame Zeit anschließend umso mehr.



Bildrechte: Flickr Watching sunset freestocks.org CC0 1.0 Universal Öffentliche Domäne
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.