Worauf beim Winterurlaub mit Hunden zu achten ist

Fast jedem Hund macht es Spaß, im Schnee zu spielen. Damit der Vierbeiner dabei gesund bleibt, sollten einige Dinge beachtet werden. (Foto: fotolia.de © K. Thalhofer)
 
Wer den Hund mit in den Winterurlaub nimmt, sollte sich informieren, ob die Unterkunft tierfreundlich ist. (Foto: fotolia.de © Nejron Photo)
 
Für längere Wanderungen im Schnee sollte dem Hund genügend Flüssigkeit zur Verfügung gestellt werden. (Foto: fotolia.de © lijphoto)

Für die meisten Hundebesitzer ist der Hund ein fester Teil der Familie. Deshalb ist auch vollkommen klar, dass er mit in den Urlaub kommt. Jetzt wo der Winter immer näher rückt und viele Lust auf Berge, Schnee und Pisten bekommen, stellt sich die Frage, ob Hunde auch für Winterurlaube gewappnet sind.

Um die Antwort gleich vorwegzunehmen: Generell können alle Hunde mit in den Winterurlaub genommen werden – allerdings gilt es, gut zu planen und einige Vorbereitungen zu treffen und dem Hund die richtige Ausrüstung zu-, bzw. anzulegen.

Allgemeines zu Urlauben mit Hund

Egal ob Sommer- oder Winterurlaub, bevor man den Hund einfach einpackt, gilt es, einige Dinge abzuklären und in Erfahrung zu bringen, um im Nachhinein Ärger zu vermeiden. Dazu gehört es beispielsweise, die gesetzlichen Einreisebestimmungen eines Landes zu kennen. Nicht in jedes Land kann ein Hund einfach so mitgenommen werden. Außerdem herrschen von Region zu Region bestimmte unterschiedliche Vorschriften, die das Führen eines Hundes betreffen.
Weiterhin sollte Folgendes abgeklärt werden:
• Wie genau erfolgt die Reise zum Wunschreiseziel? Und kann der Hund auf diese Weise reisen, ohne darunter zu leiden?
• Wie genau soll die Zeit am Urlaubsziel verbracht werden? Kann mein Hund bei allen Aktivitäten dabei sein? Wenn nein, wer kümmert sich in dieser Zeit um den Hund? Gibt es am Reiseziel überhaupt eine Betreuungsmöglichkeit?
• Wie und wo soll im Urlaub gewohnt werden? Darf der Hund in der entsprechenden Unterkunft überhaupt gehalten werden? Falls ja, kostet dies eine zusätzliche Gebühr, falls nein, wo schläft der Hund?
Wer sich über die entsprechenden Bestimmungen und Auflagen ausreichend informiert, reist in der Regel recht unkompliziert. Wer aber aus Unwissenheit gegen die Auflagen verstößt, riskiert erhebliche Strafen oder muss gar mit einer Beschlagnahmung des Tieres rechnen.
Vor jedem Urlaub ist außerdem ein umfassender Gesundheitscheck des Hundes nötig. Abgesehen davon, dass manche Einreisebestimmungen für das Ausland gewisse Impfungen erfordern, sollte der Hund außerdem keinerlei Risiken ausgesetzt sein, die durch Krankheitsüberträger im Ausland entstehen. Medikamente gegen Zecken und Sandfliegen oder eine Schutzimpfung gegen Leishmanien sind fast immer zu empfehlen. Gerade im Winterurlaub kann es bei Hunden übrigens gehäuft zu Erkältungen kommen. Wer beobachtet, dass sein Hund übermäßig häufig niest oder sich ständig an der Nase kratzt, sollte ihn viel trinken lassen und schonen. Je weniger sich der Hund bewegt, desto schneller verschwinden die Erkältungssymptome wieder. In extremeren Fällen mit einer stark laufenden Nase kann auch eine Kamillen- oder Thymiandampfinhalation helfen.
Für die gewöhnlichste Reise mit dem Auto ist eine Transportbox die sicherste Variante; bei großen Hunden braucht diese allerdings sehr viel Platz. Die Transportbox wird in den Kofferraum gestellt und mit Spanngurten oder Schrauben am Fahrzeugboden befestigt. Bahnfahrten sind für größere Hunde und deren Halter nicht zu empfehlen, da es kaum ausreichend lange Zwischenstopps gibt, bei denen der Hund sich entspannen und bewegen kann.

Den Winterurlaub mit Hund planen

Wie bereits erwähnt, sollte schon bei der Planung des Winterurlaubes mit dem Hund darauf geachtet werden, dass es sich bei der Unterkunft um eine tierfreundliche Pension oder ein Hotel handelt, in dem keine Extrakosten für den Hund anfallen. Gerade wenn sich der Hund in kalten Gebieten häufiger in den Innenräumen aufhält ist es wichtig, dass es nicht zu Komplikationen kommt. Am besten für den Winterurlaub mit Hund eignen sich natürlich Skihütten oder kleine Ferienhäuser, die nicht mit anderen Urlaubern geteilt werden müssen. In Ausnahmefällen finden sich in Winterurlaubsgebieten auch Hundebetreuer, die auf die Vierbeiner aufpassen, während die Herrchen sich zum Beispiel auf der Skipiste austoben.
Die besten Ziele für den Winterurlaub mit Hund können für Skiliebhaber übrigens Skigebiete sein, die ein wenig abseits der beliebten und bekannten Reiseziele liegen. Denn die kleineren Bergdörfer in den Alpen beispielsweise bieten meist hervorragende Möglichkeiten sowohl für Wanderungen mit Hunden im Schnee, als auch für Skifahrer und Snowboarder. Bereits bei der Planung sollte genau gelesen und recherchiert werden, ob der Hund überhaupt mit zur Talstation darf. Auf Skipisten selbst sind Hunde hingegen aus Sicherheitsgründen immer verboten. Optimal dagegen sind Skigebiete mit zahlreichen Langlaufoptionen. Denn so lassen sich lange Spaziergänge mit Hunden mit sportlicher Aktivität im Schnee verbinden. So sind Herrchen und Vierbeiner am Ende gleichermaßen ausgelastet und können befriedigt abends ins Warme heimkehren.
So absurd es zunächst klingen mag, aber Winterurlaube mit Hund können auch wunderbar am Meer statt in den Bergen verbracht werden. Gerade die deutschen Küsten bieten gute Alternativen zu den im Winter häufig überlaufenen und teuren Skigebieten. In den rauen Küstenregionen an Nord- und Ostsee haben Hunde und ihre Halter deutlich mehr Ruhe und können sich entspannen oder lange Wanderungen am Meer machen. Nicht selten finden sich für derartige Winterurlaube auch noch gute Last-Minute-Angebote. Zusätzliche Kosten können allerdings durch Kurtaxen entstehen, die in die Planung mit einbezogen werden sollten.
Speziell zu empfehlende Reiseziele sind zum Beispiel:
• Die Nordseeinseln Spiekeroog und Juist
• Das Ostseebad Binz auf Rügen
• Kühlungsborn
• Und die ostfriesische Insel Langeoog.
Ab Anfang November sind hier meistens an allen Stränden Hunde erlaubt oder zumindest sind mehr Strandabschnitte für Hunde zugänglich, als üblich. Mitunter bieten Strandpromenaden sogar spezielle Hundetoiletten an. Der Vorteil am Winterurlaub an den Küsten: es ist meist nicht ganz so kalt, wie in Skigebieten und Hunde und Herrchen bleiben einfacher gesund.

Tipps für den Schnee

Wer aber dennoch nicht widerstehen kann und den Schnee und das Skifahren einfach so sehr liebt, dass der Winterurlaub mit Hund in den verschneiten Bergen und Wäldern stattfinden muss, sollte sich weiterhin mit einigen Spezialtipps für den Hund auf den Urlaub vorbereiten:
1. Die meisten Hunde lieben es im Schnee zu tollen und die Abwechslung zum normalen Wetter zu entdecken. Damit der Spaß aber nicht zur Qual wird und die Pfoten anfangen zu schmerzen, sollte bei langhaarigen Hunden das Fell zwischen den Zehen gekürzt werden. Außerdem empfehlen sich Pfotencreme, Hirschtalg oder Melkfett, mit dem die Pfoten eingerieben werden. Im tiefen Schnee gerne auch bis über den Ellbogen.
2. Vor längeren Wanderungen im Schnee sollte das Laufen dort mit Hunden trainiert werden. Weiterhin sind ein oder zwei Pfotenschuhe für lange Wanderungen einzupacken, die bei Verletzungen Erleichterung verschaffen.
3. Bei langhaarigen Hunden kann es gerade bei Neuschnee vorkommen, dass sich Klumpen bilden – sobald diese an Beinen und Bauch zu groß werden, sollten sie immer gleich entfernt werden.
4. Auch wenn es draußen kalt ist, brauchen Hunde immer noch genug zu trinken. Gerade bei längeren Schneewanderungen steigt auch im Winter die Körpertemperatur der Vierbeiner schnell an. Daher sind immer ein Trinknapf und ausreichend Wasser auf Ausflüge mitzunehmen. Geheimtipp: Die Flüssigkeit in einer Thermoskanne mitnehmen, damit sie noch leicht angewärmt bleibt und mit Dosenmilch oder Fleischbrühe versetzen, um sie für den Vierbeiner schmackhaft zu machen.
5. Auf den Pisten selbst sind Hunde generell verboten. Während Wanderungen kommt es aber natürlich immer mal wieder vor, dass mit dem Hund eine Piste überquert werden muss. Für diese Fälle sind die Vierbeiner an der kurzen Leine zu nehmen und es ist am Pistenrand zu gehen. Sobald eine übersichtliche Stelle mit wenig Betrieb erreicht ist, sollte die Piste schnell überquert werden.
6. Um Rücksicht auf Wildtiere im Winterurlaub zu nehmen, sollte bei Wanderungen mit dem Hund immer auf Wildschutzgebiete geachtet werden. Futterstellen sollten umgangen, der Hund an der Leine gehalten werden. Andernfalls schreckt man Wildtiere auf, die dann übermäßig Energie verbrauchen und damit ihre wertvollen Fettreserven für den Winter aufzehren.
7. Im besten Fall sollten übrigens alle Schneeschuhtouren mit zusätzlicher Begleitung erfolgen. Wer alleine mit Hund unterwegs ist, kann in Notfallsituationen keine Hilfe holen.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.