23-jähriger Student der Hochschule Augsburg mit Tuberkulose infiziert: Gesundheitsamt untersucht mögliche Ansteckung

Ein 23-jähriger Student der Hochschule Augsburg ist mit Tuberkulose infiziert. Gesundheitsamt und Hochschule haben nun eine Liste möglicher Kontaktpersonen erstellt. (Foto: Archiv)

Ein 23-jähriger Student der Augsburger Hochschule hat sich im Herbst im Ausland mit Tuberkulose infiziert. Nun gilt es für das Gesundheitsamt herauszufinden, ob er jemanden angesteckt hat.

Die Infektionskrankheit Tuberkulose, früher auch Schwindsucht genannt, wird durch Bakterien verursacht. In der Regel greifen die Erreger die Lunge an. In Ländern wie Deutschland gilt die Krankheit als heilbar, trotzdem können schwere Komplikationen auftreten. Besonders gefährdet sind alte oder immungeschwächte Menschen und Kinder.
Der 23-Jährige war zunächst bei seinem Hausarzt vorstellig geworden, weil er eine vermeintliche Sommergrippe nicht mehr loswurde. Dieser verwies ihn nach einigen Tests an das Augsburger Gesundheitsamt weiter, das schließlich eine Tuberkulose diagnostizierte. Wie Ulrich Storr, Leiter des Gesundheitsamtes erklärt, dauere es einige Wochen bis festgestellt werden könne, ob die Krankheit ansteckend ist. Im Fall des 23-Jährigen kam die Bestätigung im November.
Der betroffene Student ist nach wie vor in Behandlung. Etwa ein halbes Jahr dauert die Therapie. Das Gesundheitsamt hat unterdessen gemeinsam mit der Hochschule eine Liste möglicher Kontaktpersonen erstellt. „Erfasst werden alle, die mit dem 23-Jährigen mindestens acht Stunden in einem geschlossenen Raum verbracht haben. Denn nur dann besteht die Gefahr einer Ansteckung“, so Storr. „Das ist nicht wie bei einer Erkältung oder dem Norovirus, dass man nur einmal an dem Erkrankten vorbeiläuft und wenige Stunden später Symptome bemerkt.“ Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, betrage bei Tuberkulose etwa 8 Wochen. „Die Untersuchung der Kontaktpersonen darf nicht zu früh erfolgen. Sonst erhält man möglicherweise keine sicheren Ergebnisse“, erläutert Storr, warum sich die Abklärung so lange hinzieht. „Insgesamt kann man aber sagen, dass es sich bei der Hochschule um einen Bereich mit jungen und hochgebildeten Menschen handelt. Alle Betroffenen sind in einem Alter, in dem der Mensch einen sehr guten Abwehrstatus hat. Und alle waren sofort bereit, sich untersuchen zu lassen.“
Ob sich dennoch einer der Studenten mit der Erkrankung angesteckt hat, wird sich voraussichtlich in den kommenden Wochen herausstellen.
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