23 Monate Bewährungsstrafe für ehemaligen manroland-Boss Gerd Finkbeiner

Zu 23 Monaten auf Bewährung wurde der ehemalige manroland-Chef Gerd Finkbeiner verurteilt. (Foto: 15092745_©Robert Wilson-123rf.de)


Sechs ehemalige Führungskräfte des Druckmaschinenherstellers manroland sind nun vor der 18. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt zu hohen Bewährungsstrafen verurteilt worden. Mit dabei der IHK-Vizepräsident Professor Gerd Finkbeiner. Ihm wurde Bestechung und Untreue vorgeworfen.

Ab dem Jahr 2001, Finbeiner war zu dieser Zeit Vorstandschef bei manroland, sollen die Verurteilten ein regelrechtes System zur Auftragssicherung etabliert haben. Über eine Schweizer Tochterfirma wären demnach Schmiergelder an Mitarbeiter in Schlüsselpositionen bei den manroland-Kunden geflossen. 2010 flog die ganze Sache auf. Die Frage, die im Raum stand, war, inwieweit auch die Konzernspitze eingebunden war.

Dem jetzigen Urteil war eine Absprache vorausgegangen. Finkbeiner hatte über seinen Anwalt eingeräumt, dass er die Möglichkeit gehabt habe, Schmiergeldzahlungen zu erkennen. Mit dem Geständnis bewahrte er sich vor dem Gefängnis. Stattdessen verurteilten ihn die Richter der 18. Strafkammer zu einem Jahr und elf Monaten Bewährungsstrafe. Zusätzlich muss er 35 000 Euro Geldauflage bezahlen. Die Richter sahen ihn schuldig in acht Fällen der Bestechung im geschäftlichen Verkehr und in 17 Fällen der Untreue, wie eine Sprecherin des Landgerichts bestätigt. Zugunsten der Verurteilten sprach, dass sie nicht gehandelt hätten, um sich selbst zu bereichern, sondern die Zukunft des Unternehmens auf dem hart umkämpften Markt für Druckmaschinen sichern wollten.

Mit dem Urteil ist der 58-jährige Finkbeiner nicht einverstanden. Er hat Revision eingelegt. Die Zuständigkeit des Landgerichts Darmstadt ergibt sich aus dem ehemaligen Hauptsitz manrolands im hessischen Offenbach

"Professor Gerd Finkbeiner hat die IHK Schwaben über das schwebende Gerichtsverfahren informiert und mitgeteilt, seine IHK-Ämter ruhen zu lassen. Über das weitere Vorgehen werden die IHK-Gremien beraten", nimmt Peter Saalfrank, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, zu dem Urteil Stellung. Finkbeiner ist neben seinem Amt als IHK-Vizepräsident auch IHK-Vorsitzender der Regionalversammlung Augsburg-Stadt. Die nächste Vorstandssitzung der IHK-Regionalversammlung Augsburg Stadt ist für den 14. Juni terminiert. Die Regionalversammlung Augsburg Stadt trifft sich am 5. Juli.

Markus Höck
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