Amokalarm an der Augsburger Hochschule: So lief der Großeinsatz am Roten Tor

Amokalarm am Mittwoch an der Augsburger Hochschule: Das Gelände wird großräumig abgeriegelt. Passanten zeigen reges Interesse. Foto: Amin El Souriti
 
Ein Polizist blickt auf die Hochschule Augsburg. Dort wurde am Mittwoch um 12.30 Uhr Amokalarm ausgelöst. Foto: Amin El Souriti

In der Hochschule am Roten Tor in Augsburg ist am Mittwoch der Amokalarm ausgelöst worden. Die Studenten sind angewiesen, die Hörsäle nicht zu verlassen. Bald stellt sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. Der Großeinsatz der Polizei ist dennoch erst am Nachmittag beendet.

Streifenwagen und Polizisten säumen die Straße. Manche der Beamten besprechen sich in Grüppchen, andere laufen mit schusssicheren Westen bekleidet über den Campus der Hochschule Augsburg, eilen in Richtung Gebäude J. In ihren Händen halten sie Maschinenpistolen. Wieder andere scheuchen Passanten vom Gelände. Ihre Mienen sind eisern: Die Situation ist angespannt, sie ist ernst. Dass es sich um einen Fehlalarm handelt, weiß zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Um 12.30 Uhr wird am gestrigen Mittwoch der Amokalarm an der Augsburger Hochschule für angewandte Wissenschaften ausgelöst. „Da fährt man freilich das Programm hoch“, schildert Polizeisprecher Siegfried Hartmann gegenüber der StadtZeitung.

Campus der Hochschule abgeriegelt, Verkehr der Friedberger Straße wird abgeleitet


Ein Großaufgebot der Polizei eilt umgehend zur Hochschule am Roten Tor, riegelt das Gelände weiträumig ab, sperrt Zufahrtsstraßen und leitet sogar den Verkehr der Friedberger Straße ab.

Kurz nachdem die Situation an der Hochschule publik wird, gibt es jedoch bereits eine erste vorsichtige Entwarnung. „Wir versuchen im Moment, eher zu klären, wer oder was den Alarm ausgelöst hat“, erklärt Hartmann bereits um 13 Uhr.

In der Hochschule ist es dunkel, draußen hängen Studenten an den Handys

Am Campus ist diese Meldung noch nicht angekommen. Drinnen ist es dunkel. Die Studenten sind in einem solchen Fall angewiesen, sich in den Hörsälen einzuschließen. Draußen im Schneeregen kommen bereits weitere Hochschüler an – verwundert über das massive Polizeiaufgebot.

Sie stehen hinter der Absperrung, checken ihre Mobiltelefone, verschicken Nachrichten an Familie, Freunde und auch an Kommilitonen, die sie im Gebäude und damit in Gefahr wähnen.

Polizei Augsburg kommuniziert über Twitter mit den ausharrenden Hochschülern

Die Polizei Schwaben Nord greift früh auf das Nachrichtennetzwerk Twitter zurück – einerseits, um die Öffentlichkeit über die Lage auf dem Laufenden zu halten, andererseits, um ganz gezielt mit den Studenten im Gebäude zu kommunizieren. „Bisher verläuft alles ruhig. Danke für Eure Unterstützung! Unsere Kollegen gehen Raum für Raum durch“, schreibt sie etwa um 13.20 Uhr.


Amokalarm kam aus Gebäude J


Vor allem im Gebäude J kontrollieren die Beamten genau. Denn es habe sich nach etwa einer Stunde herausgestellt, schreibt die Polizei später in ihrem Einsatzbericht, „dass die Alarmmeldung aus diesem Gebäude kam, in dem sich in der Regel überwiegend Lehrkräfte aufhalten“.

Bis in die frühen Nachmittagsstunden durchkämmen die Einsatzkräfte die Hochschule, stellen jedoch – wie bereits zuvor erwartet – „keine Gefährdungslage“ fest. Die Studenten und Angestellten der Hochschule werden schließlich sukzessive und von Polizisten begleitet nach draußen gebracht.

Student schreibt Polizei: "Haben uns sehr sicher gefühlt"

Um 14.35 Uhr setzt die Polizei eine weitere Meldung auf Twitter ab: „Einsatz beendet“, schreibt sie. „Danke für Euren Einsatz, haben uns sehr sicher gefühlt“, antwortet ein Student. Die Vorlesungen werden fortgesetzt. Wenig später meldet die Polizei, dass sich die bereits früh angestellte Vermutung bestätigt hat: „Es war definitiv ein Fehlalarm.“



Dessen exakte Ursache stehe jedoch weiterhin nicht fest. „Zwischenzeitlich wird am ehesten von einem technischen Defekt ausgegangen“, steht im Einsatzbericht. Techniker müssen nun die entsprechenden Daten auslesen und auswerten. Auch um Situationen wie in den zwei bangen Stunden an der Hochschule in Zukunft zu vermeiden.

Von David Libossek und Amin El Souriti
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