Amtsgericht entscheidet: 18 Katzen sind zu viel

18 Katzen sind zu viel für eine Mietwohnung, entschied nun das Augsburger Amtsgericht. (Foto: cherrymerry / 123rf.de)

Wann überschreitet die Anzahl von Katzen in einer Mietwohnung die Schwelle, jenseits derer der Vermieter fristlos kündigen kann? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Amtsgericht Augsburg in einem Rechtsstreit zwischen Vermieter und Mieter.

Dem Geschwisterpaar im Alter von Mitte 50 war bei ihrem Einzug vier Jahre zuvor erlaubt worden, eine Katze zu halten. Diese vermehrte sich aber so zahlreich, dass schließlich 18 Katzen in der 100 Quadratmeter großen Wohnung im dritten Stock eines Hauses in der Augsburger Stadtmitte lebten. Das war dem Vermieter zu viel und er kündigte fristlos wegen des „unerträglichen Gestanks nach Katzenurin“, der nach Ansicht der anderen Mieter auch im gemeinschaftlichen Treppenhaus zu riechen sei.

Die beklagten Mieter wollten aber nicht ausziehen und bestritten vor Gericht, dass es in der Wohnung oder gar im Treppenhaus wegen ihrer Katzen stinke. Auch waren sie der Meinung, dass die Katzen in der Wohnung ausreichend Platz hätten. Schließlich seien nur sieben davon erwachsen und die anderen elf erst wenige Wochen alt.

Das Gericht kam bei seiner Abwägung zwischen den berechtigten Interessen der Parteien zu dem Ergebnis, dass die Kündigung zu Recht erfolgte. Die Wohnung diene in erster Linie Wohnzwecken und nicht der Betreuung von Katzen. Es komme nicht darauf an, wie stark die Geruchsbelästigung letztendlich ist. Sieben erwachsene Katzen ausschließlich in der Wohnung zu halten, stelle eine Pflichtverletzung des Mieters dar, die der Vermieter nicht hinnehmen müsse.
Das Urteil ist rechtskräftig, nachdem die Berufung der Mieter dagegen keinen Erfolg hatte. (pm)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.