Augsburg ist sicher

Polizeipräsident Michael Schwald ist zufrieden mit der Kriminalstatistik für das Präsidium Augsburg. Die Region gehöre zu den sichersten Gegenden in ganz Deutschland. Foto: Christoph Maschke (Symbolbild)

Das Jahr 2014 war ein gutes Jahr für die Polizisten des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. Polizeipräsident Michael Schwald ist stolz: "Nordschwaben gehört zu den sichersten Regionen in ganz Deutschland".

Besonders freut Schwald sich auch, dass in Schwaben mehr als zwei Drittel der Straftaten von den Beamten aufgeklärt werden können. Die Statistik für das Jahr 2014 weist vergleichbar viele Delikte auf, wie die Vorjahre. Es gab nur einen leichten Anstieg um 891 Fälle, was 4,0 Prozentpunkten entspricht. Bedenkt man, dass die Zahl der Einwohner im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord angestiegen ist, ergibt sich dadurch für die Polizeiarbeit eine positivere Bilanz.

Obwohl im Jahr 2013 die Fallzahl ebenfalls zugenommen hat, liegt der Wert für das Augsburger Präsidium noch immer deutlich unter dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote in der Stadt Augsburg lag 2013 noch bei 70,4 Prozent, im vergangenen Jahr ist sie auf 69,0 Prozent gesunken. Bedenkt man, dass auch die Zahl der Vorfälle sowie die Einwohnerzahl angestiegen sind, ist Schwald durchaus zufrieden mit dem Ergebnis der Kriminalstatistik.

Besonders ins Gewicht gefallen sind im vergangenen Jahr die sogenannten Kontrolldelikte. Also Vergehen, die erst durch eine Kontrolle auffallen, wie zum Beispiel Drogenbesitz oder das Fehlen einer Aufenthaltsgenehmigung bei Asylbewerbern. Fälle dieser Art haben im vergangenen Jahr auch zugenommen. "Hier fehlt uns einfach das Personal", räumte Schwald ein. Doch hier werde bereits nachgebessert. Leicht zurückgegangen sind dagegen Fälle von Betrug oder Vermögensdelikte.

Im bayernweiten Vergleich liegt Augsburg hinter Würzburg auf dem zweiten Platz, was die Aufklärungsquote anbelangt. Damit lässt die Fuggerstadt Nürnberg und München weit hinter sich, was die Verbrechensbekämpfung angeht. In Augsburg können mehr als zwei Drittel aller Straftaten aufgeklärt werden. "Das ist ein hervorragendes Ergebnis für das Polizeipräsidium Schwaben Nord", erklärte der Polizeipräsident.

Einen Schwerpunkt werden die Augsburger Polizisten in diesem Jahr auf die Wohnungseinbrüche legen. Denn hier gab es 2014 besonders viele Fälle, gerade auch von Banden, die bundesweit aktiv sind. 192 Fälle musste die Polizei im Augsburger Stadtgebiet hier verzeichnen, was einem Anstieg um 45 Taten oder 30,6 Prozent entspricht. Im Landkreis Augsburg sieht es dabei nicht besser aus: 191 Einbrüche 2014 machen einen Anstieg um 76 Fälle (66,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr aus. Auch der Landkreis Aichach-Friedberg bildet keine Ausnahme. Waren es im Jahr 2013 noch 55 Wohnungseinbrüche, ist die Zahl im vergangenen auf 97 Vorfälle angestiegen.

Und Schwald gibt keine Entwarnung für das laufende Jahr. "Dieses Thema hat uns sehr beschäftigt", bestätigte auch Marco Böck, Leiter des Sachgebiets Kriminalitätsbekämpfung. 629 Einbrüche wurden 2014 bei der Polizei gemeldet und nur 113 davon konnten aufgeklärt werden. Das entspricht einer Aufklärungsquote von etwa 18 Prozent. "Diese Zahl ist nicht schön, das braucht man nicht schönreden", räumte Schwald ein. Doch da Einbrecher oft bandenmäßig organisiert seien und bundesweit agierten, sei es hier schwer, die Täter dingfest zu machen. Deswegen sind in seinen Augen Prävention und Aufmerksamkeit entscheidend. "Der wirksamste Schutz ist noch immer ein aufmerksamer Nachbar", riet er. Es sei eben nicht egal, was in Nachbarsgarten passiere. Dennoch hoffe er, im nächsten Jahr bessere Zahlen vorstellen zu können. Deshalb werden die Beamten weiterhin viel Präventionsarbeit leisten. Die Polizeiberatung steht in Sachen Einbruchschutz für Einzelgespräche und auch für vor Ort Beratungen zur Verfügung.

Neben den Wohnungseinbrüchen hat im vergangenen Jahr auch die Straßenkriminalität zugenommen. Besonders Schmierereien mit Graffiti stelle hier einen großen Anteil dar, berichtete Böck. Doch hier sei der Sonderkommission ein Erfolg gelungen: Mit der Festnahme von zwei Jugendlichen konnten die Beamten auf einen Schlag 170 Fälle aufklären. Die beiden jungen Männer haben mit ihren Graffiti einen Schaden von beinahe 50 000 Euro angerichtet. Böck betonte, dass diese beiden Täter nur Dank eines aufmerksamen Passanten festgenommen werden konnten.

Unerfreulich ist dagegen der Anstieg der Gewaltdelikte. Zwar handle es sich nur um einen leichten Anstieg, aber dieser betrifft dennoch den Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung. Doch Böck gibt Entwarnung: "Die Augsburger sind auf der Straße sicher", denn die Übergriffe fänden in erster Linie im Haus oder in Lokalen statt.

Die vermehrte Unterbringung von Flüchtlingen beunruhigt die Polizei nicht. In keiner Statistik sei belegt, dass ein Anstieg der Asylbewerber mit einer steigenden Kriminalitätsquote einhergehe. Möglicherweise gebe es im Umkreis um die Unterkünfte mehr Polizeieinsätze, doch auf die Region habe das keinen Einfluss, ist sich Schwald sicher. Er erinnert sich an einen Einsatz in einer Asylunterkunft, bei dem zwei Flüchtlinge aneinander gerieten und sich mit Messern bedrohten. Hier musste die Polizei eingreifen. Er geht jedoch davon aus, dass die Zahl der Asylbewerber keinen signifikanten Anstieg der Kriminalität mit sich bringen wird.
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