Augsburger Polizei schnappt Menschenhändler

Die Augsburger Kriminalpolizei hat sich an einem internationalen Schlag gegen eine Bande von rumänischen Menschenhändlern beteiligt. In Augsburg retteten die Beamten unter anderem eine 16-jährige Zwangsprostituierte aus einer Privatwohnung. (Foto: Christoph Maschke/Symbolbild)

Die Augsburger Kriminalpolizei hat sich an einem internationalen Schlag gegen eine Bande von rumänischen Menschenhändlern beteiligt. In Augsburg retteten die Beamten unter anderem eine 16-jährige Zwangsprostituierte aus einer Privatwohnung.

Nach längeren Ermittlungen und gegenseitigem Informationsaustausch mit den rumänischen Ermittlungsbehörden ergab sich ein konkreter Verdacht gegen eine professionell organisierte Tätergruppe aus Rumänien, die seit Jahren eine Vielzahl junger rumänischer Frauen in mehreren Ländern Mitteleuropas, darunter Deutschland und Belgien, der Prostitution zugeführt und ausgebeutet haben soll. Ein Schwerpunkt lag dabei in Augsburg.

Am vergangenen Freitag fand in Rumänien und Deutschland eine groß angelegte zeitgleiche Durchsuchungs- und Festnahmeaktion statt. In mehreren Städten in Rumänien wurden dabei 21 Objekte durchsucht, 25 Tatverdächtige vorübergehend festgenommen sowie mehr als 20 weitere Personen vernommen.

In Augsburg wurden drei Wohnungen und im Raum Erding eine weitere Wohnung durchsucht und erhebliche Vermögenswerte im Gesamtumfang von mehreren hunderttausend Euro sichergestellt, die im Rahmen des rumänischen Ermittlungsverfahrens eingezogen werden sollen.

Der Kopf der Gruppe, ein 35-jähriger Rumäne mit Wohnsitz in Augsburg, wurde im Rahmen des dortigen Einsatzes in Rumänien festgenommen und ist dort inzwischen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Menschenhandel und Geldwäsche inhaftiert. Gegen weitere fünf Mitglieder der Gruppierung erging in Rumänien ebenfalls Haftbefehl, ein Tatverdächtiger ist noch flüchtig.

Im Zusammenhang mit diesem Einsatz wurde in einer Augsburger Privatwohnung auch ein 16-jähriges rumänisches Mädchen angetroffen. Die Ermittlungen der Augsburger Kriminalpolizei ergaben, dass das Mädchen bereits im Alter von 15 Jahren in mehreren Städten in Deutschland in Bordellen zur Prostitution gezwungen worden sein soll.

Um das tatsächliche Alter des Mädchens zu kaschieren, stattete ihr Zuhälter das Mädchen mit einem gefälschten rumänischen Personaldokument aus, um ihre Volljährigkeit vorzutäuschen. Der Ausweis wurde im Rahmen der Durchsuchungen aufgefunden und beschlagnahmt.

Der Täter, ein 25-jähriger Rumäne, wurde ebenfalls in einer Wohnung in Augsburg angetroffen, festgenommen und gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des dringenden Verdachts des Menschenhandels eingeleitet. Auf Antrag der Augsburger Staatsanwaltschaft erließ der Ermittlungsrichter des Augsburger Amtsgerichts am vergangenen Samstag gegen ihn Haftbefehl und setzte ihn in Vollzug.

Derzeit wird von den Ermittlern auch geprüft, ob und inwieweit diese Tat im Zusammenhang mit dem in Rumänien anhängigen Verfahren steht.
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