Bundesweite Razzien bei Reichsbürgern: Augsburger Polizei findet Waffen und Diplomatenpässe des "Deutschen Reiches"

Unter Federführung der Augsburger Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch bundesweite Razzien gegen Reichsbürger statt. (Symbolbild) (Foto: Heiko Kverling 123rf.de)

Reichsbürger in ganz Deutschland sind am Mittwoch von der Polizei kontrolliert worden. Die Aktion wurde unter Federführung des Polizeipräsidiums Schwaben Nord und der Staatsanwaltschaft Augsburg umgesetzt. Mehrere Objekte wurden in Bayern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rumänien durchsucht. Dabei wurden auch Waffen und Diplomatenpässe des "Deutschen Reiches" sichergestellt.

Die der Reichsbürgerszene zugehörigen Personen werden laut Polizeimeldung vom Mittwoch verdächtigt, gewerbs- und bandenmäßig Betrug sowie Urkundenfälschung begangen zu haben.

Mit Durchsuchungsbeschlüssen des Amtsgerichts Augsburg wurden seit 6 Uhr morgens insgesamt 14 Objekte durchsucht sowie drei Haftbefehle vollzogen. Dabei handelte es sich um mehrere Wohnungen und Geschäftsräume, die laut Polizei "den Beschuldigten zuzurechnen sind".

Fünf Beschuldigte Reichsbürger: Angehörige des sogenannten Zweiten Deutschen Reiches

"Die bislang fünf Beschuldigten im Alter von 48, 53, 55, 62 und 69 Jahren sehen sich als Angehörige des sogenannten Zweiten Deutschen Reiches und sind der Reichsbürger-Bewegung zuzuordnen", schreibt die Polizei.

Die Maßnahmen in Deutschland wurden unter Federführung von Kräften des Polizeipräsidiums Schwaben Nord sowie durch die örtlich zuständigen Behörden durchgeführt.

Reichsbürger in ganz Deutschland: Spezialkräfte aus München

Auch in Rumänien waren neben örtlichen Polizeikräften schwäbische Beamte im Einsatz.

Aufgrund von Erkenntnissen sei die Polizei bei zwei Beschuldigten davon ausgegangen, dass diese bewaffnet sein könnten. Deshalb wurden die Festnahmen unter anderem durch Spezialkräfte aus München durchgeführt.

Reichsbürger handeln mit Diplomatenpässen des "Deutschen Reiches"

Durch die bisherigen Ermittlungen konnte festgestellt werden, dass die Beschuldigten für eine größere Personenzahl falsche Urkunden in Form von Reichskarten, Reichsführerscheinen und Diplomatenpässen des "Deutschen Reiches" herstellten und vertrieben. So berichtet die Polizei in ihrer Pressemitteilung.

Reichsbürger verlangen Gebühren, um Immobilien bei russischen Militärregierung oder bei den Alliierten einzutragen

Weiterhin bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten mit "Grundstücksicherungen" eine noch nicht genau bestimmbare Zahl von Geschädigten betrogen haben. "So spiegelten sie einer Vielzahl von Immobilieneigentümern vor, dass gemäß des Alliiertengesetzes kein Bundesbürger Eigentum an Immobilien erwerben könne, was aber durch eine Eintragung bei der russischen Militärregierung oder bei den Alliierten schon möglich sei", erläutert die Polizei. Hierfür forderten sie erhebliche Gebühren, die in betrügerischer Absicht erlangt wurden.

Auch Waffen wurden bei den Reichsbürgern festgestellt

Bei den Durchsuchungen seien zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden, die laut Polizei den Tatvorwurf erhärten dürften. Außerdem wurden mehrere erlaubnisfreie, aber auch erlaubnispflichtige Waffen, darunter etwa ein Gewehr der Marke „Winchester“ mit dazugehöriger Munition aufgefunden und ebenfalls sichergestellt.
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