Debatte über Gewalttaten von Flüchtlingen: Mehr Sachlichkeit, bitte!

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Nur drei Kommentare unter unserem Posting, die nicht gerade durch Sachlichkeit bestachen. (Foto: Screenshot Facebook)
Die diskriminierenden Aussagen über Flüchtlinge in den E-Mails und Briefen, die uns im Nachgang unserer Berichterstattung über die Prügelei im Nachtbus erreicht haben, schockieren. Von den bornierten und unwürdigen Facebook-Kommentaren ganz zu schweigen.

Freilich muss der Staat hart durchgreifen gegen Flüchtlinge, die Straftaten begehen. Was deren Verfolgung anbelangt, kann man sich auf die Polizisten des Präsidiums Schwaben-Nord verlassen. Medienschaffende, die sich entscheiden, die Staatsangehörigkeit eines Täters nicht zu nennen, wollen jedoch mitnichten diese Täter schützen. Vielmehr geht es darum, die große Mehrheit der friedlichen Flüchtlinge zu schützen – vor dem gesellschaftlichen Reflex, ganze Gruppen für die Taten einzelner aus dieser Gruppe verantwortlich zu machen.

Polizeibericht: Ein Zerrbild entsteht

Zumal ein Zerrbild entsteht, weil deutsche Straftäter im Polizeibericht nicht mit ihrer Nationalität genannt werden.

Unzählige Male hätten wir im vergangenen Jahr in Polizei- oder Gerichtsgeschichten die deutsche Nationalität eines Täters nennen können. Doch welchen öffentlichen Informationswert hätte dies gehabt? Wir glauben: Keinen. Genauso wenig, wie im Normalfall die Kenntnis über ausländische Nationalität einen Informationswert für eine Straftat hat. Ausnahme ist selbstredend, wenn nach einem Täter noch gefahndet wird.

Man kann es in diesen aufgeheizten Zeiten nicht oft genug sagen: Der nordschwäbischen Polizeistatistik zufolge betrug 2015 der Anteil tatverdächtiger Zuwanderer an der Gesamtheit aller Tatverdächtigen 6,2 Prozent.

Auch wenn man argumentieren kann, dass diese 6,2 Prozent immer noch 6,2 Prozent zu viel sind, es bleibt die große Mehrheit der Flüchtlinge, die sich nichts zu Schulden kommen lässt.

Deswegen: Durchatmen und sachlich bleiben.
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