"Einfach ausgeflippt": Mann soll Freundin geschlagen und beschimpft haben

Ein Mann soll seiner Freundin Verbrennungen zugefügt und sie geschlagen und beschimpft haben. Deshalb musste er sich nun vor dem Amtsgericht verantworten. (Foto: 15092745_©Robert Wilson-123rf.de)

In eine Ecke soll er sie gezwungen haben, sie an den Haaren gepackt und beschimpft. Vergangenen Januar soll ein Mann seine Freundin in deren Wohnung genötigt und ihr Verbrennungen zugefügt haben. Aus diesem Grund stand er am Dienstag vor dem Amtsgericht Augsburg.

Nach seiner Arbeit kehrte der Angeklagte am Tattag zu seiner Lebensgefährtin und den zwei gemeinsamen Kindern in die Wohnung zurück. Es sei üblich, dass er nach Feierabend zusammen mit Kollegen ein „paar Bierchen“ trinke, „doch manchmal eben ein paar zu viel“, berichtete die Betroffene Lisa S. (Name geändert) Richter Fabian Espenschied.

An jenem Abend wollte S. die Beziehung zum Angeklagten beenden und mit den gemeinsamen Kindern aus der Wohnung ausziehen. Doch darauf reagierte dieser nicht sehr erfreut. Er sei nach Angaben der Frau „einfach ausgeflippt“.

Er packte S. an den Haaren, zog sie am Arm durch die Wohnung und fügte ihr abwechselnd mit einem Feuerzeug und einer Zigarette Brandwunden zu, so beschreibt S. die Ereignisse.
Die Beschuldigungen der Brandverletzungen wies der Angeklagte von sich. Ohne Begleitung eines Anwalts, dagegen in Begleitung der Betroffenen, die sich seit Oktober wieder in einer Beziehung mit ihm befindet, gab er lediglich die Schläge und die Gewaltakte zu, die bei seiner Lebensgefährtin zu Blutergüssen geführt hatten.

Den Polizisten habe sie falsche Aussagen gegeben, da sie sich noch in Rage befand, erklärte S. nun vor Gericht. „Die Polizei fragte mich auch oft, ob die Verletzungen wirklich an diesem Tag entstanden sind“, erzählte sie. Die beiden Beamten, die als Zeugen aussagten, konnten dies weder bestätigen noch verneinen, da der genaue Vorgang in Vergessenheit geraten sei. Die Brandwunden seien bei einem „Koch-Unfall“ entstanden, erklärt S., „das heiße Fett spritzte an meine Hand.“ Dies sollen auch die damaligen Gäste beobachtet und jene Wunde letztlich versorgt haben.

Diese Aussage überzeugte jedoch weder den Richter noch die Staatsanwältin, da das Aussehen und die Größe der Wunde eine andere Sprache sprächen. Ob sie Angst vor ihrem Partner habe, verneinte die Betroffene und meinte „eigentlich ist er ein guter Mensch“.

Ihr Partner gab im Verlauf der Verhandlung zwar zu, dass er mit einer Zigarette auf die bereits vorhandene Brandwunde Druck ausgeübt habe, die Zigarette aber in diesem Moment nicht glühend beziehungsweise angezündet war. Was sich jedoch wirklich zugetragen hat, konnte am Dienstag noch nicht geklärt werden.

Die Hauptverhandlung wurde unterbrochen und auf den 28. Januar verlegt. Dann sollen die damaligen Gäste, welche den „Koch-Unfall“ miterlebt haben, als Zeugen gerufen werden. Bis dahin, ist es den Betroffenen untersagt, Kontakt mit diesen aufzunehmen.

Michéle Böswald
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