Entschärfung der Fliegerbombe in Augsburg: Kein Routinejob

Andreas Heil arbeitet bei dem Münchner Unternehmen, das mit der Entschärfung der Bombe beauftragt wurde.

Sie wiegt 1,8 Tonnen, trägt 1500 Kilogramm Sprengstoff in sich und hört auf den bezeichnenden Spitznamen "Wohnblock-Knacker": Die Fliegerbombe, für deren Entschärfung am 1. Weihnachtsfeiertag die Augsburger Innenstadt geräumt werden musste. Zwei Sprengmeister wagen sich an die Aufgabe, das explosive Monster unschädlich zu machen.

Drei Zünder oder sogar mehr gilt es, aus der Bombe zu entfernen. Wie genau das gemacht werden soll, das will Andreas Heil nicht verraten. Er spricht für das Münchner Unternehmen, das mit der Beseitigung des bombigen Problems beauftragt ist. Der Typ dieser speziellen Fliegerbombe sei nichts Ungewöhnliches. Diese seien in großer Zahl während des Zweiten Weltkriegs über Deutschland abgeworfen worden.

Die Sprengkraft sei immens. Laut Heil würden alle Gebäude in Sichtweite der Bombe "platt gemacht", sollte sie wirklich explodieren. Daher sei auch der Radius der Schutzzone mit 1,5 Kilometern das absolute Minimum. "Wir hätten gerne mehr gehabt", sagt Heil.

Die Aufgabe selbst sei keine Routine, erklärt Heil, aber doch überschaubar. Gleichwohl: Ein Berufsrisiko gibt es. Heil zieht den Verlgeich mit einem Polizisten, auf den auch bei einer Verkehrskontrolle unerwartet geschossen werden könnte.

Da versteht es sich von selbst, dass die Sprengmeister regelmäßig psychologisch kontrolliert werden, wie Heil erklärt. Denn gute Nerven brauchen sie bei ihrem Einsatz auf jeden Fall.

Warum die Fliegerbombe bei ihrem Abwurf nicht explodierte, das kann auch Heil nicht beantworten. Möglich sei schlicht ein Fehler bei der Fertigung, aber auch Sabotage möchte Heil nicht ausschließen - oder es war einfach schlechtes Wetter, das verhinderte, dass die Bombe scharf wurde.
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