Fall Förster: SPD nennt Hintergründe, Linus Förster lässt Ämter ruhen

Nachdem die Staatsanwaltschaft Augsburg am Mittwochmorgen Ermittlungen gegen den SPD-Landtagsabgeordneten und schwäbischen Parteivorsitzenden Linus Förster publik gemacht hat, äußerte sich am Nachmittag seine Partei.

Im Zuge der Ermittlungen wegen Körperverletzung und illegaler Bildaufnahmen seien auch die Wohnung und die Geschäftsräume Försters durchsucht worden. Die Augsburger Parteivorsitzende Ulrike Bahr kommentierte in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, in der Förster selbst nicht anwesend war, dass die Vorwürfe gegen Förster eine „private, keine politische Sache“ betreffen.

Es gehe, so habe es Förster Bahr in der Nacht auf Mittwoch mitgeteilt, um die Beziehung zu „einer erwachsenen Frau und Bildaufnahmen“. Mehr könne und wolle die Bundestagsabgeordnete nicht sagen.

Ein Medienbericht, nach dem es sich um Filmaufnahmen handle, die Förster während des Besuchs bei einer Prostituierten gegen deren Willen anfertigen wollte, wurde nicht bestätigt. Dem Bericht zufolge sei es im Streit darüber zu einem Gerangel zwischen Förster und der Frau gekommen. Die Prostituierte habe infolgedessen Anzeige erstattet.

„Spannerfotos von Kindern“? - Der taurige Höhepunkt der Berichterstattung im Internet


Am Mittwochvormittag hatten zuvor schnell Gerüchte die Runde gemacht, um was es gehen könnte. Der Fall hatte längst bundesweit für Aufregung gesorgt. Trauriger Höhepunkt der Berichterstattung im Internet: Im Onlineauftritt der Bildzeitung wurde ein Zusammenhang mit „Spannerfotos von Kindern“ hergestellt. „Dies ist falsch“, machte Försters Rechtsanwalt Walter Rubach deutlich.

Linus Förster lässt seine Spitzenämter ruhen


Die Partei, ergänzte Bahr, habe Förster aufgefordert, während der Ermittlungen seine Spitzenämter ruhen zu lassen. Dem sei Förster bereits am Mittwoch nachgekommen. Das teilte der Landtagsabgeordnete in einer Stellungnahme seines Anwalts mit. Neben dem Schwaben-SPD-Vorsitz zählen dazu das Amt des fachpolitischen Sprechers der Landtagsfraktion der Partei und der stellvertretende Vorsitz des Europaausschusses im Landtag.

Der Parteivorstand berate am Donnerstag das weitere Vorgehen, kündigte Bahr an. (mh/lib)
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