Falscher Internethändler zu Jugendhaft verurteilt

Ein betrügerischer Internethändler ist am Montag vor dem Amtsgericht Augsburg zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Foto: © Robert Wilson / 123rf.de

350.000 Euro Schaden hat ein 19-Jähriger mit fingierten Internetverkäufen und Diebstählen angerichtet. Dafür ist er am Montag vor dem Augsburger Amtsgericht zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

Als er 17 Jahre alt war, hatte der Angeklagte damit begonnen, Waren im Internet anzubieten. Diese existierten allerdings gar nicht. Er verhökerte unter anderem Brennholz für 8000 Euro. Auch einen Holzhäcksler im Wert von 16.000 Euro brachte er an den Mann. Sogar Mähwerke zählten zu seinem Fantasie-Sortiment. Das gaben die Ermittler an. Und der junge Händler wurde immer dreister. Er habe die Rechte an einer Internetseite angeboten, ohne Inhaber der Seite zu sein. 10.000 Euro verlangte der Jungspund dafür.

Als Online-Käufer wurde der Jugendliche ebenfalls betrügerisch aktiv. Er erwarb zum Beispiel Geräte, die er gar nicht bezahlen konnte.

Am Montag bekam er vor Gericht jedoch die reale Quittung für seine Schein-Transaktionen. Die Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren, zu der ihn das Amtsgericht letztlich verurteilte, ist von Gesetzes wegen ohne Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte gar eine Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten (ebenfalls von Gesetzes wegen ohne Bewährung) gefordert. Die Verteidigung hatte demgegenüber auf eine Jugendstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung, plädiert.

Das Urteil gegen den Fantasie- Händler ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte bleibt daher zunächst in Untersuchungshaft.
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