Ferrari-Brand war spektakulärer Versicherungsbetrug

Ein Ferrari war im Oktober vor einem Großbordell in Augsburg-Oberhausen ausgebrannt. Foto: Polizeipräsidium Schwaben Nord

Der Brand einer Luxuskarosse im Wert von einer Viertelmillion Euro Ende Oktober letzten Jahres ist geklärt. Fünf Tatverdächtige wurden festgenommen und sitzen in Haft. Der 19-jährige Besitzer war nur der vermeintlich Leidtragende.

Der Fall um den im Oktober vor einem Großbordell in Augsburg-Oberhausen ausgebrannten Ferrari scheint geklärt. Nach fast vier Monaten intensiver Ermittlungsarbeit wurden Mitte Februar drei mutmaßlich Tatbeteiligte festgenommen. Dabei wurde ein offenbar gut organisiertes Tätergeflecht rund um den 19-jährigen Ferrari-Eigentümer aufgedeckt. Der Schweizer Geschäftsmann war nur das vermeintliche Opfer des Anschlags.

Der 19-Jährige hatte in der Schweiz demnach gezielt Personen beauftragt, seinen Ferrari anzuzünden. Absprachegemäß fuhren diese dann extra von der Schweiz aus nach Augsburg, setzten den Luxusschlitten in Brand und begaben sich unmittelbar darauf wieder zurück in die Schweiz. Nach bisherigem Ermittlungsstand dürfte ein mutmaßlich beabsichtigter Versicherungsbetrug als Tatmotiv im Raum stehen.

Mitte Februar führte die Augsburger Kripo zusammen mit der Schweizer Justiz und der örtlich zuständigen Kriminalpolizei in der Schweiz eine gemeinsame Festnahme- und Durchsuchungsaktion durch.

Der 19-jährige Ferrari-Eigentümer wurde hierbei im Großraum Stuttgart festgenommen, zeitgleich erfolgten Durchsuchungen und Festnahmen im Raum Zürich. Dabei konnten im Rahmen der internationalen Rechtshilfe auch die beiden mutmaßlichen Brandstifter, ein 25-Jähriger und eine 23-Jährige mit Wohnsitz in der Schweiz, festgenommen werden.

Bereits zuvor hatte das Amtsgericht Augsburg die von der Staatsanwaltschaft Augsburg beantragten Haftbefehle gegen das Trio wegen Verdachts der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und wegen Versicherungsbetrugs erlassen.

Der 19-jährige Geschäftsmann und ehemalige Ferrari-Besitzer legte mittlerweile ein Geständnis ab. Er befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg wurden die beiden in der Schweiz festgenommenen bosnischen Staatsangehörigen vor wenigen Tagen nach Deutschland ausgeliefert und befinden sich seit kurzem ebenfalls in Untersuchungshaft. Auch sie räumten ihre Tatbeteiligung inzwischen ein.

Aktuell wurden am Mittwoch nochmals zwei mutmaßliche Mittäter im Raum Zürich festgenommen. Es handelt sich hierbei um zwei 22 und 29 Jahre alte Männer. Eine Auslieferung der beiden Festgenommenen wird auch hier beantragt.

Maßgeblich für die Klärung dieser Tat war letztlich auch die gute Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden, teilt die Polizei mit.

"Allen anderweitigen bisherigen Medien-Spekulationen zum Trotz hat diese Tat mit den Geschäftsabläufen des direkt am Tatort befindlichen Großbordells wohl nichts zu tun", heißt es weiter.
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