Geiselnahme mit Maschinenpistole

Geiselnahme mit Maschinenpistole In Augsburg steht ein 41-Jähriger vor Gericht, der einen Mann mit einer Maschinenpistole bedroht und in dessen Wohnung gefangen genommen hat. Foto: © Robert Wilson / 123rf.de

Ein spektakulärer Fall beschäftigt ab Mittwoch das Augsburger Landgericht. Ein mutmaßlicher Drogendealer hat einen Mann in dessen Wohnung brutal gefangen genommen. Dabei bedrohte er ihn mit einer Maschinenpistole. Das Motiv: eine offene Rechnung.

Er soll nicht nur in großem Stil mit Drogen gehandelt haben, sondern mit einer Maschinenpistole einen brutalen Überfall begangen haben: Ein 41-Jähriger steht ab Mittwoch in Augsburg vor Gericht. Ganze sechs Prozesstage hat das Landgericht angesetzt - am 11., 17., 18., 22. und 23. Juni soll die Verhandlung fortgesetzt werden.

Laut Anklageschrift soll der Mann in den Jahren 2012 und 2013 in Augsburg mit 2000 Ecstasy-Tabletten und vier Kilogramm Marihuana gehandelt haben. Zudem habe er einen brutalen Überfall begangen: Der Angeklagte soll sich Anfang Juli 2014 mit einer geladenen Maschinenpistole in die Wohnung eines 36-jährigen in Manching bei Ingolstadt begeben haben. Er wollte diesen dazu bringen, ihm seine Wohnung zu überlassen.

Dies sollte eine Entschädigung sein, hatte doch der Geschädigte den 41-Jährigen Jahre zuvor mit einer Zeugenaussage belastet. Dieser Forderung versuchte er mit Klebebändern und Elektrokabeln Nachdruck zu verleihen. Er fesselte sein Opfer damit an einen Heizkörper und bedrohte es mit der Maschinenpistole. Er wolle dem 36-Jährigen die Füße wegschießen oder ihn umlegen. Außerdem soll er ihn mit Paketklebeband geknebelt haben, um für zwei bis drei Stunden die Wohnung verlassen zu können. Dem Geschädigten gelang es jedoch nach 20 bis 30 Minuten, den Knebel zu lösen und um Hilfe zu rufen. Zwei Nachbarn konnten ihn schließlich befreien.

Daneben werden dem Angeklagten noch ein Einbruchsdiebstahl und ein weiteres Delikt nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Neben einer Vielzahl von Zeugen wird auch einen Sachverständiger zu Fragen der Schuldfähigkeit und der Unterbringung des Angeklagten gehört. Sitzungsbeginn ist jeweils 9 Uhr im Sitzungssaal 130 des Strafjustizzentrums. Den Vorsitz hat Richter Dr. Claus Pätzel.
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