Gericht spricht Muttermörder schuldig: 22-Jähriger aus Donauwörth muss ins Gefängnis

"Schuldig der vorsätzlichen Körperverletzung mit Todesfolge", so lautet das Urteil gegen den Studenten aus Donauwörth. Das Augsburger Landgericht sieht es als erwiesen an, dass der 22-Jährige im vergangenen August so schwer auf seine Mutter eingeprügelt hat, dass diese an den Folgen der Misshandlungen verstarb.

In der gemeinsamen Wohnung habe er im Sommer 2016 auf seine Mutter eingeschlagen und getreten. Die Frau erstickte schließlich an ihrem Blut.

Staatsanwaltschaft: „Ein geschlossenes Bild an Indizien"

Die Staatsanwältin zeigte sich in ihrem Plädoyer am Dienstag von der Schuld des 22-Jährigen überzeugt. Sie forderte eine Haftstrafe von zehn Jahren wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge.

Der Angeklagte sei nach den Jahren mit seiner psychisch kranken Mutter hin und her gerissen gewesen, von dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben und dem Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Mutter. An jenem Tag im August 2016 hätte sich sein Frust über das erneut gebrochene Versprechen der Mutter, sich in professionelle Hilfe zu begeben Bahn gebrochen und er hätte die 42-Jährige attackiert. Für die Staatsanwältin ergibt sich „ein geschlossenes Bild an Indizien, dass nur einen Rückschluss zulässt: Er ist der Täter.“

Verteidiger: Weder ein Motiv noch die Persönlichkeit für solche Tat

Die Verteidiger des 22-Jährigen sahen das freilich anders. Aus ihrer Sicht hatte der junge Mann weder ein Motiv noch die Persönlichkeit für eine solche Tat.

Ein Gutachter hatte den Angeklagten als fleißig, friedfertig und strebsam beschrieben. Das Gutachten entstand durch Beobachtung des 22-Jährigen während der Verhandlung, da er ein direktes Gespräch verweigert hatte. Die Verteidiger vermuteten gar, dass die Mutter des Mannes am Vorabend der Tat möglicherweise einen Bekannten mit nach Hause gebracht habe, der die Tat hätte begehen können.

Neun Jahre Haft für 22-Jährigen aus Donauwörth

Das Gericht verurteilte den jungen Mann zu neun Jahren und sechs Monaten Haft.
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